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"Child's Play": Klassiker-Reboot Mörderpuppe "Chucky" meldet sich zurück

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Augen auf beim Geschenkekauf!

(Foto: Capelight)

Ende der 1980er metzelt sich die vom Geist eines Serienkillers besessene Puppe Chucky durchs Horrorgenre. Nun ist sie endlich im 21. Jahrhundert angekommen, gepimpt durch Künstliche Intelligenz. Das verspricht eine Menge Spaß für Genrefans!

Thema Geburtstag: Was schenkt man seinem Kind? Etwas zum Spielen? Zum Lernen? Millionen Eltern müssen Jahr für Jahr eine Antwort auf diese Frage finden. Karen (Aubrey Plaza; "Dirty Grandpa") ist da keine Ausnahme. Erschwerend kommen bei ihr zwei Dinge hinzu: Das Geld ist immer knapp. Ein Umzug nach der Trennung erschwert die Situation zwischen ihr und ihrem Sohn Andy (Gabriel Bateman; "Lights out") zusätzlich. Karens Glück: Sie arbeitet in einem Geschäft, wo sie einem Mitarbeiter eine wegen eines Mangels zurückgegebene Puppe abschwatzen kann. Es ist keine normale, sondern die laut Werbung auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende "Buddy Doll". Der letzte Schrei für jedes Kinderzimmer! Gut zudem, dass "Buddy Doll 2" bald in den Verkauf kommt, statt roter Haare hat die dann blonde.

Aber über die Haarfarbe kann Andy locker wegsehen. Er ahnt auch, dass es sich bei der Puppe gewissermaßen um B- oder Retourware handelt. Etwas anderes könnte sich seine Mutter gar nicht leisten. Er liebt die Puppe trotzdem. Beim Start und der Anmeldung in der Kaslan-Cloud - die "Buddy Doll" stammt von der Kaslan Corp - gibt es auch keinerlei Probleme. Erst bei der Namensgebung zeigt Andys "Buddy", dass vielleicht etwas nicht ganz so rund läuft in den verbauten Chips und Schaltkreisen: Andy will die Puppe Han Solo nennen. Buddy nennt sich aber selbst lieber Chucky.

Die Mörderpuppe ist zurück

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"My name is Buddy, I'm your best friend ..."

(Foto: Capelight)

Chucky? Da war doch mal was ... Richtig, "Chucky, die Mörderpuppe", Puppen-Slasher-Horror aus dem Jahr 1988, der heute bereits einen Klassiker des Genres darstellt und Kultstatus genießt. Chucky war vom Geist eines Serienmörders besessen und metzelte deshalb blutig vor sich hin. Buddy alias KI-"Chucky" tut dies im Film "Child's Play" dann auch.

Es beginnt mit einem Kater. Dann folgen Menschen. Und natürlich kommen dem mörderischen Puppentreiben irgendwann auch Andy, Karen und ein netter Detective der Polizei auf die Schliche. Aber wie stoppt man eine Mörderpuppe? Steckt ein Dämon in ihr, wie bei Old-School-Chucky?

Tja, ein Blick in die Herstellung der "Buddy Doll" deutet eine Lösung an. Eine, die zudem ein klein wenig Gesellschaftskritik beinhaltet und zum Nachdenken anregen sollte: Die Puppe wird in Asien gefertigt, die Arbeitsbedingungen sind eher so la la und das kann es schon zu einer Frusthandlung bei der einen oder anderen Billigkraft kommen. Mit dann weitreichenden Folgen.

Reboot der "Chucky"-Reihe

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"Child's Play" ist bei Capelight auf DVD, BD und im Mediabook erschienen.

(Foto: Capelight)

"Child's Play" von Regisseur Lars Klevberg ("Polaroid") holt Chucky in das 21. Jahrhundert und das durchaus gekonnt und zielstrebig inszeniert. Die KI-Idee, die den Serienkillergeist gewissermaßen ablöst, passt hervorragend in die heutige Zeit, in der viele Menschen verängstigt auf Themen wie Digitalisierung und KI reagieren. Sie stehen eher pessimistisch einer Welt gegenüber, in der Maschinen immer mehr Macht haben. Dabei gelingt es Klevberg aber, mit Witz und Ironie zu spielen und somit nicht zu viel vom eigentlichen Horrorthema des Films abzulenken. Mal ehrlich: Wer hat schon Angst vor einer sprechenden Puppe? Einer zudem, die so große Augen machen kann wie der Gestiefelte Kater aus der "Shrek"-Reihe?

Die "Buddy Doll" muss man einfach liebhaben. Dass bei ihr die Sicherheitsprotokolle deaktiviert sind, sieht man ihr ja nicht sofort an. Und dass sie nach und nach ihre eigenen Schlüsse zieht, aus den Sätzen, die Andy manchmal einfach aus einer Laune heraus so vor sich hinbrabbelt, konnte natürlich auch keiner wissen. Ahnen vielleicht. Vor allem als Genreliebhaber und "Chucky"-Kenner.

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Child's Play
EUR 9,99
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Aber egal. Was von "Child's Play" am Ende bliebt, ist die Tatsache, dass Chucky nicht nur einfach so wieder zum Leben erweckt worden, sondern auch gleich noch mit dem Reboot der Reihe vollkommen up to date ist. Dieses Kunststück kann sich Klevberg auf seine Fahnen schreiben! Es bleibt zu hoffen, dass weitere Filme der Reihe folgen und die dann durchaus die eine oder andere blutige Szene mehr enthalten werden. FSK 18 sollte das nächste Ziel sein, "Buddy Doll 2" sozusagen.

Bis dahin kann man sich im englischen Original an Mark Hamills ("Star Wars"-Saga) Stimme erfreuen, der Chucky spricht. Und da Weihnachten vor der Tür steht, sollte man ruhig schon mal schauen, was die smarte Puppenwelt so zu bieten hat. Aber Vorsicht bei Spielzeugen, die "Chucky" heißen oder "Annabelle".

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Quelle: n-tv.de

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