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"112263 - Der Anschlag" Musste JFK wirklich sterben?

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Schüsse, die die Welt veränderten: "112263" stellt die Frage, ob das Attentat auf JFK hätte verhindert werden können - und was wäre dann wohl passiert?

Warner Home

Der Mordanschlag an John F. Kennedy verändert die Welt. JFK gilt als politischer Heilsbringer, als Veränderer. Muss er deshalb sterben? Eine hochkarätig besetzte Mini-Serie spielt eine andere Version der Ereignisse durch. Stephen King lässt grüßen.

Die Menschheit fliegt ins All. Demnächst auch zum Mars. Aber eine Zeitreise hat sie einfach noch nicht drauf. Dabei könnte man so viel verändern - so viel Gutes tun: den Aufstieg Adolf Hitlers verhindern, die Wahl George W. Bushs oder das Attentat auf John F. Kennedy. Viele meinen, dass die Welt mit einem US-Präsidenten JFK eine bessere geworden wäre. Al Templeton gehört zu ihnen. Und er kann in der Zeit zurückreisen ...

In seinem Haus, in einem dunklen Flur, ist das möglich. Wie und warum? Al weiß es nicht. Wieso er immer im Jahr 1960 herauskommt? Er hat keine Ahnung. Gesprochen hat er über dieses Raum-Zeit-Phänomen in seiner muckeligen Bude noch mit keinem anderen Menschen - bis jetzt. Denn Al ist krank, sterbenskrank. Er hat Krebs und seine "Aufgabe" ist noch nicht vollendet.

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Jacke muss sich in einer ihm unbekannten Welt zurechtfinden, große Liebe inklusive.

(Foto: Warner Home)

Also weiht Al seinen Kumpel Jake Eppling in sein Geheimnis ein. Er schickt ihn den dunklen Flur entlang - und Jake stolpert direkt ins Jahr 1960 und in eine andere, für ihn völlig fremde Welt. Der Berufsschullehrer schaut sich um, ungläubig blickt er den Cadillacs und Buicks hinterher, die auf den Straßen fahren. Er dreht sich um, geht ein paar Schritte - und steht wieder in Als Wohnung.

Das riecht nach Abenteuer

Der offenbart ihm nun alles: Er wisse nicht, warum gerade er die Möglichkeit des Zeitreisens geschenkt bekommen habe, aber sein Ziel laute: das Attentat auf John F. Kennedy verhindern! Das sei nicht so einfach, wie es sich anhöre, sagt er. "Denn wer sich mit der Vergangenheit anlegt, dem pisst sie ans Bein!" Al ist sicher, dass er "ihr" den Krebs zu verdanken hat. Er sei seinem Ziel wohl zu nahe gewesen, behauptet der schrullige Alte. Doch nun müsse Jake die weltverändernde Aufgabe übernehmen und JFK retten. Für eine bessere Welt!

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Es dauert nicht lang, bis die Obrigkeit auf Jake aufmerksam wird.

(Foto: Warner Home)

Jake willigt ein. Sein Leben geht eh gerade den Bach runter, denn seine Frau hat sich von ihm getrennt. Al gibt ihm ein paar überlebenswichtige Utensilien - einen Ausweis von damals etwa, ein Buch mit Sportergebnissen - und eine Rehe von Tipps mit auf den Weg: Vorsichtig sein beim Wetten, ein unauffälliges Auto fahren, sich einen Anzug zulegen. Jake begibt sich auf seine Reise.

Die Vergangenheit hat ihre Tücken

Er muss mehr als drei Jahre überbrücken, bis sich das Attentat ereignet. Bis dahin gilt es, Informationen zu sammeln, Lee Harvey Oswald zu beschatten und nicht aufzufliegen. Letzteres gelingt ihm nicht und so hat er schnell einen Kumpan, der ihm bei der ganzen Sache helfen will.

Jake merkt aber auch, dass es sehr viel Ablenkung für ihn in der damaligen Zeit gibt. Er reist herum, versucht Menschen zu retten, die er nicht einmal kennt, verliebt sich und wird zum Mörder. Am Ende seines Wegs muss er dann eine folgenschwere Entscheidung treffen - und nicht nur er muss mit den Konsequenzen leben. So hatte er sich das alles nicht vorgestellt.

Unterhaltsames Buch, Top-Serie!

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Die Serie "112263 - Der Anschlag" ist bei Warner Home erschienen.

(Foto: Warner Home)

Stephen King aber wohl schon. Denn die rund 440 Minuten dauernde Mini-Serie "112263 - Der Anschlag" basiert auf seinem Buch "Der Anschlag". Nun könnte man sagen, dass die Masse von King-Verfilmungen völlig überflüssig, weil richtig schlecht war. Allerdings gibt es aber auch die Ausnahmen von der berühmten Regel - wie "Die Verurteilten" und "The Green Mile". Beides wurde kongenial verfilmt, mit Hollywoodstars. Und das gilt auch für "112263".

Jake Eppling wird von Oscar-Gewinner James Franco ("127 Hours") gespielt. Al Templeton von Chris Cooper ("American Beauty", "Adaption", "Der Patriot"). Als Zuschauer wünscht man sich zwar etwas mehr Cooper und ein bisschen weniger Franco - aber sonst passt alles: die Aufmachung, die Sprache, die farbenfrohe Bilderwelt, Wasserstoffblondinen, der Score. Man merkt schnell, dass die Serie etwas Besonderes ist.

Das Ende kann auch ein Anfang sein

Die Macher konnten auch aus dem Vollen schöpfen, denn die Serie ist eine runde, abgeschlossene Sache. Es wird keine zweite Staffel geben, das King'sche Werk, als Taschenbuch mehr als 1000 Seiten stark, hat seine Schuldigkeit getan, die Story ist beendet. Natürlich könnte man die Idee, die hinter all dem steckt, aufgreifen und weiterführen. Man könnte den dunklen Flur nehmen (Al nennt ihn "Fuchsbau") und beispielsweise nach Berlin verfrachten, in die 1980er-Jahre. Die Aufgaben könnte dann lauten: Verhindere die Wiedervereinigung! Oder in die Zeit um 1885, um die spätere Geburt von Adolf Hitler zu torpedieren!

Man könnte so viel Gutes tun, JFKs Rettung wäre nur der Anfang unzähliger Möglichkeiten. Ob die Welt dann aber wirklich eine bessere wird? Das Ende von "112263" lässt daran zweifeln.

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Quelle: n-tv.de

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