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"Ring" plus "Final Destination" "Polaroid": Bitte lächeln - du stirbst!

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Ein bisschen Geräuschkulisse aus der "Ring"-Saga und dazu lustiges Sterben á la "Final Destination": Das ist der Teenie-Horrorstreifen "Polaroid".

(Foto: Capelight)

"Was für 'ne verrückte Scheiße?" Das fragt sich Kasey, als eine Mitschülerin nach einer Party offenbar die Kellertreppe hinabgestürzt und gestorben ist. Bird weiß es besser: Sie hat den Beweis auf einem Polaroid - ein Gruppenfoto mit einem unheilvollen Schatten.

"Wir machen ein Foto, sonst ist es nicht passiert." Mit diesen Worten wird Bird (Kathryn Prescott; "Skins", "24: Legacy") auf der Kostümparty ihrer Highschool-Mitschülerin Avery (Katie Stevens; "Haunt") empfangen. Sie geht als Rotkäppchen, nicht aus freien Stücken, sondern gezwungen von ihrer besten Freundin Kasey (Samantha Logan; "All American"). Bird ist nicht so das Partygirl, das sich gern unter Menschen mischt. Sie ist still, introvertiert. Bird mag keine Fotos von sich, aber sie liebt die Fotografie, denn sie will Reporterin werden. Auch deshalb jobbt sie neben der Schule in einem Antiquitätengeschäft.

Bird mag den Laden, denn Kunden verirren sich fast nie in ihn. Nur Tyler (Davi Santos), der Neffe des Besitzers ist etwas zu verliebt in sie und damit kann Bird nicht umgehen. Eines Tages schenkt er ihr eine alte Polaroid-Kamera, von einem Flohmarkt. Bird ist aus dem Häuschen: "Oh mein Gott, das ist eine SX-70! Heilige Scheiße!" Ja, das Teil hat was, denn es wurde nur ein paar Jahre gebaut, in den 1970ern. Ein Film und eine Tasche sind auch dabei. Bird ist Feuer und Flamme, sie macht zum Test ein Bild von Tyler, der die Gelegenheit nutzt und Bird küsst. Sie rennt aus dem Laden - und sieht Tyler nie wieder.

Bitte lächeln - und dann sterben

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"Polaroid" enthält durchaus Schockelemente. Es hätten aber mehr sein können.

(Foto: Capelight)

Die alte Sofortbildkamera hat Bird nun auch auf der Kostümparty dabei. Zum Glück, denn durch die Polaroid kommt sie mit ihrem großen Schwarm Connor (Tyler Young) ins Gespräch. Bird kann es nicht fassen. Aber es kommt noch besser: Ihre Freunde wollen ein Gruppenfoto machen, um den Spaß, den sie alle auf der Party haben, für immer fest- und in Erinnerung zu behalten. Birds Polaroid kommt zum Einsatz - und während sich das Gerät mit einem lauter werden Summen auflädt, zählen die Freunde von fünf abwärts. Sie rufen "Fotobombe" und lachen laut, der Blitz flammt kurz auf. Dann Ruhe.

Während die Fotografierten fröhlich weiterfeiern, ist Bird irgendwie anders. Als ob sie in einer Trance steckt: Die sie umgebenden Party-Geräusche scheinen leiser und leiser zu werden, ein ungutes Gefühl in ihr wird dafür lauter und lauter. Dann ist plötzlich wieder alles in Ordnung und Bird schüttelt sich kurz, schaut sich um. Was war das eben?

Diese Frage könnte ihr Tyler beantworten. Aber er weilt nicht mehr unter den Lebenden. Als er sich Bilder anschaut, erkennt er darauf etwas Komisch, etwas, das ihm Angst macht. Dann ein Surren - und zack, ist er tot. Denn Birds alte Polaroid vom Flohmarkt hat eine Besonderheit: Bist du erst einmal auf einem Foto von ihr, wirst du kurz darauf das Zeitliche segnen.

Und so geht das muntere Sterben weiter: Auf Tyler folgt die Party-Ausrichterin Avery. "Was für 'ne verrückte Scheiße. Ich hab gehört, dass ihre Eltern sie am Fuß der Kellertreppe gefunden haben und ihr Kopf total verdreht war, so voll Exorzist-mäßig", erzählt Kasey Bird in der Schule. Die hat bereits eine Vermutung, dass ihre Polaroid irgendetwas mit dem Ableben der beiden zu tun hatte.

Bilder können töten

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"Polaroid" ist bei Capelight auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Capelight)

Bird will die anderen warnen, klärt sie über den "Fleck" auf dem Gruppenfoto auf, der scheinbar von einem zum nächsten wandert, dieser "Schatten" bringe den Tod. Bird wird ausgelacht, aber als die nächsten Opfer zu beklagen sind, rauft sich die Gruppe zusammen: Brainstorming für das eigene Überleben. Wem gehörte die Kamera?

Initialen und eine Jahreszahl: Die Spuren führen ins Jahr 1974, als drei Teenager von einem Fotografielehrer entführt und ermordet worden sind. Er starb beim Versuch der Festnahme. Die Kamera gehörte einem Mörder? Hat sie seine dunkle Seele absorbiert? Ganz so trivial und vorhersehbar ist "Polaroid", der Film des Regisseurs Lars Klevberg ("The Wall", "Child's Play") dann doch nicht. Er hat den ein oder anderen Twist parat - aber auch die ein oder andere Schwäche.

Wie wär's mit einem Polaroid-Selfie?

"Polaroid" braucht fast 40 Minuten, um so richtig auf Touren zu kommen. Insgesamt bringt er es auf knapp 80 Minuten, es bleibt aber das Gefühl, dass es auch 70 getan hätten. Das ist wohl der Tatsache geschuldet, dass "Polaroid" ursprünglich ein Kurzfilm war, der dann noch auf Spielfilmlänge getrimmt wurde.

Auch die Besetzung hätte stärker ausfallen können. Die Idee mit der mordenden Kamera erinnert zudem an den Genre-Klassiker "Ring", oder auch "V/H/S". Ein Vergleich mit der "Final Destination"-Reihe schwirrt dem Zuschauer auch durch den Kopf. Letzten Endes bleiben zwei Dinge haften: "Polaroid" ist Teenie-Horror, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Und: "Wir machen ein Foto, sonst ist es nicht passiert." Ganz Mutige greifen nun zur Polaroid und knipsen ein Selfie ...

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Quelle: n-tv.de

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