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Die Nazis und ihr Mordspielzeug "Puppetmaster" ist Horror im 1980er-Stil

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"Es" will doch nur spielen!

(Foto: Pierrot Le Fou )

Postville, Texas, 1989: Die Polizei erstürmt ein Hotel, in dem der "Puppetmaster", Massenmörder Andre Toulon, sein Unwesen treibt. 30 Jahre später, das gleiche Hotel: Wieder sterben Menschen. Splatter, Gore, 1980er-Jahre-Chic: Das bietet der 12. "Puppetmaster"-Film.

Die "gute alte Zeit", wer wünscht sie sich nicht zurück: Für manchen ist sie mit Kindheitserinnerungen verbunden. Andere denken dabei an die Geburt des eigenen Kindes oder die Hochzeit. Wenn Horrorfilmfans an die gute alte Zeit denken, sind es die 1980er-Jahre. Das ist eine unumstößliche Tatsache. Damals schien es keine Grenzen für Drehbuchschreiber und Regisseure zu geben: Das Kunstblut floss in Strömen, Massenmörder waren nie wortkarger und skrupelloser: "The Texas Chainsaw Massacre", "Tanz der Teufel", "Hellraiser", "Poltergeist", Nightmare on Elm Street", "Die Fliege" - und "Puppetmaster".

"Puppetmaster" verband Nazis, Spielzeug und das Streben nach Unsterblichkeit miteinander und ließ den Puppenmeister Andre Toulon auf die Filmwelt los. Der hatte 1939 ein Elixier entwickelt, das Puppen zum Leben erweckt. Die Nazis bekommen Wind davon und wollen es in die Hände bekommen. Toulon versteckt sich, die Puppen und das Elixier in einem Hotel. Als die Nazis auftauchen, erschießt er sich. 50 Jahre später geht die Geschichte im gleichen Hotel weiter, als jemand die Puppen und das Elixier entdeckt. Ab da wird es dann blutig.

Ende der 1980er kam das sehr gut an. Verständlich, denn "Puppetmaster" verband kruden Humor, dämonische Puppen und eines der Lieblingsthemen Hollywoods, Nazis, miteinander. Fortsetzungen folgten, insgesamt ein Dutzend Filme. Der letzte "Puppetmaster", mit dem Originaluntertitel "The littlest Reich", aus dem im Deutschen "Das tödlichste Reich" wurde, erscheint nun fürs Heimkino - und entführt in die gute alte Horrorzeit der 1980er-Jahre.

Udo Kier gibt den Puppenmeister

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Lass' besser die Finger davon!

(Foto: Pierrot Le Fou )

Naja, nicht ganz: Er beginnt zwar 1989, springt aber dann schnell in die "Gegenwart" und zu Comiczeichner Eddgar Easton (Thomas Lennon; "Reno 911!", "Nachts im Museum"). Der hat sich gerade von seiner Frau getrennt und zieht wieder zu Hause bei seinen Eltern ein. Er will sein Leben neu ordnen, es auf die Reihe kriegen. Sein Vater steht dem mehr als skeptisch gegenüber, schließlich will Edgar weiter im örtlichen Comic-Buchladen arbeiten - ein erwachsener Mann?!  

Edgar bezieht sein altes Zimmer, durchwühlt ein paar alte Sachen und findet dabei eine skurril aussehende Marionette. Die Puppe hat eine schwarze Sonnenbrille im John-Lennon-Stil auf, trägt einen schwarzen Hut und einen schwarzen Umhang. Ganz geheuer ist Edgar nicht, als er sie findet, denn die Puppe gehörte seinem Bruder, der bei einem Ferienlagerbesuch gestorben ist.

Edgar beschließt, die Puppe zu verkaufen, Geld kann er derzeit schließlich gut brauchen. Gemeinsam mit seiner neuen Flamme Ashley (Jenny Pellicer; "Cocaine Godmother", "Barbie: Spy Squad") und seinem Kumpel und Comicladen-Chef Markowitz (Nelson Franklin; "New Girl") plant er, eine Convention zu besuchen und die Puppe dort zu verhökern. Das Ganze findet in einem Hotel statt, in dem vor 30 Jahren der verrückte Puppenmeister Andre Toulon (Udo Kier) gehaust und gewirkt hat. Das Hotel wurde seinerzeit von der Polizei gestürmt, die dann zum Teil grausig zugerichtete Frauenleichen fand.

Splatter, Gore, schräger Humor

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"Puppetmaster: Das tödlichste Reich" ist bei Pierrot Le Fou als Mediabook erschienen.

(Foto: Pierrot Le Fou )

Wer als Zuschauer jetzt eins und eins zusammenzählt, weiß, wie der aktuelle "Puppetmaster" von den Regisseuren Sonny Laguna und Tommy Wiklund weitergeht: Die Puppen morden sich durch die Gäste des Hotels und das Blut fließt in Strömen. So weit, so gut. Brauchte es den 12. "Puppetmaster"? Hm, ja, doch, irgendwie schon, denn: "Puppetmaster: Das tödlichste Reich" entführt in die gute alte Zeit.

Der Großteil der Handlung ist zwar in der Gegenwart angesiedelt, aber die Regisseure verzichten auf den heutigen technischen Schnickschnack: Das Internet? Wird nur beiläufig mal erwähnt. Smartphones? Maximal zum Telefonieren. Ansonsten entspricht alles dem Chic der 1980er-Jahre.

Zudem werden die Regisseure nicht müde, Verbindungen zum Ur-"Puppetmaster" herzustellen: Da wäre natürlich Toulon, der diesmal mit den Nazis kollaborierte und sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA verdünnisierte, wo er seinen Puppenbau weiter perfektionierte. Da wäre des Weiteren das Hotel, in dem am Ende freudig gemeuchelt wird, mit viel Gore und noch mehr Splatter. Und da wären natürlich die Puppen, die Stars des Films. Wenn man so will: Hommage satt.

Und da auch der Humor nicht zu kurz kommt, teilweise schräg und unter der Gürtellinie, unterhält auch der 12. "Puppetmaster" hervorragend. Tja, so war sie, die gute alte Zeit. 

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Quelle: n-tv.de

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