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Würden Sie diesen Typen zu Weihnachten ins Haus lassen?
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Dienstag, 17. Oktober 2017

Oh, du fröhliche ...: "Red Christmas": Horror im B-Movie-Style

Von Thomas Badtke

Weihnachten kommen die McKenzies zusammen, um gemütlich das Fest der Liebe zu begehen. Da klopft es an der Tür, ein nuschelnder Typ in schwarzem Gewand bittet um Einlass. Die McKenzies treffen die falsche Entscheidung.

Weihnachten bei den McKenzies. Das Fest der Liebe? So hat es sich Mutter Diane (Dee Wallace; "Hills Have Eyes", "The Howling", "Cujo") vorgestellt. Sie hat ihre Kinder samt deren Familien eingeladen. Beschaulich soll alles werden: das gemeinsame Essen, die Bescherung. Aber dann klopft es an der Haustür.

Ein Typ in einem schwarzen Mantel steht vor der Tür. Er sagt verschwurbelt, er habe einen Brief für Diane. Die ist zwar verdutzt, als sie die Tür öffnet und die dunkle Gestalt sieht, die nicht wie ein typischer Postmann oder Zusteller aussieht, aber herein bittet sie ihn dennoch. Es ist ja schließlich Weihnachten. Ein heißer Tee für den Gast sollte da rein aus Nächstenliebe schon drin sein.

Stille Nacht, heilige Nacht, ...

"Red Christmas" ist bei SchröderMedia erschienen.
"Red Christmas" ist bei SchröderMedia erschienen.

Der Gast macht es sich gemütlich, argwöhnisch beäugt vom Rest der Familie. Da wäre etwa Joe (Geoff Morrell), der zweite Mann Dianes, ihren ersten Ehemann Bob hat sie an den Krebs verloren. Die Töchter Suzy (Sarah Bishop) und Ginny (Janis McGavin), die unterschiedlicher nicht sein könnten. Suzy ist mit Peter zusammen, einem Pater, und versucht seit Jahren schwanger zu werden. Aber nicht einmal Gottes Beistand scheint da zu helfen. Wohingegen in Ginnys Bauch bereits ein Kind heranwächst, von Scott, der ebenfalls bei der Familienweihnachtsfeier dabei ist, ebenso wie jede Menge Joints.

Auffällig ist aber vor allem Jerry (Gerard Odwyer), Mutters Liebling, wie es scheint, und zurückgeblieben. Er wurde mit dem Down-Syndrom geboren. Ein lustiger Haufen also - bis auf den Gast. Der spricht komisch, fast so wie Jerry. Und als er beginnt, den Brief an Diane vorzulesen, kippt die Stimmung abrupt. Diane verliert die Fassung und nach ihr auch der Rest der Familie. Der Unbekannte wird aus dem Haus geworfen, mit Schimpf und Schande - und dann beginnt das fröhliche Sterben.

... ein Kind den Tod dir gebracht

Aus dem Brief des mysteriösen Gastes geht hervor, dass er ebenfalls ein Kind Dianes ist. Die streitet zunächst alles ab, gesteht dann aber, nachdem sich die Reihe der familiären Weihnachtspartygäste bereits merklich des fröhlichen Sterbens wegen lichtet, dass sie den Gast doch kennt.

Die Vergangenheit ist eine dreckige Hure.
Die Vergangenheit ist eine dreckige Hure.

Als Dianes erster Mann Bob im Sterben liegt, war sie wieder einmal schwanger. Die Ärzte sagten ihr, dass auch dieses Neugeborene am Down-Syndrom leidet. Nach Jerry ein weiteres behindertes Kind und dann noch ohne Mann? Nein, das ist zu viel für Diane. Sie will das Kind abtreiben lassen. Allerdings geschieht das noch in einer Zeit, als es wegen des Themas Abtreibung noch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt.

Auf die Abtreibungsklinik wird ein Anschlag verübt, in dem anschließenden Chaos verliert Diane das Kind, nur um dann Jahre später herauszufinden, dass es doch überlebt hat und nun an ihrer Tür geklingelt hat, um sich an ihr und der restlichen Familie blutig zu rächen. Damit gibt es keinen Weihnachtspunsch, sondern einen splatterigen Horrorsalat im B-Movie-Style, yeehah!

Weihnachten kommt dieses Jahr früher

Thrashig durch und durch kommt Craig Andersons "Red Christmas" daher. Der Film lebt vom Namen Dee Wallace, die im Horrorgenre längst zur Legende geworden ist und deren Name noch immer für ein wohliges Bauchgefühl bei so manchem Splatter-Slasher-Freak sorgt.

Genau das ist auch der Grund, sich "Red Christmas" anzuschauen. Die Story an sich (Unbekannter meuchelt Familie dahin) ist nicht neu. Dass es gerade an Weihnachten passiert, na und. Aber aus dem Darstellerensemble ragt Dee Wallace eben heraus und hebt den Film daher aus dem blutigen Einerlei heraus.

Machen wir uns nichts vor: "Red Christmas" ist ein B-Movie in Reinkultur. Wahrscheinlich haben selbst deutsche Studentenfilme ein höheres Budget. Aber auch das stört nicht, ganz im Gegenteil. Der Film ist wie gemacht für die lange zurückliegenden Freitagabend-Horrorshows im Fernsehen. Er erinnert an die gute alte Zeit, als das Kunstblut noch in Strömen floss und man sich unter CGI eine ansteckende Krankheit vorstellte. Wer das mag und Dee Wallace auch, für den beginnt Weihnachten in diesem Jahr etwas früher - und sehr viel blutiger.

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Quelle: n-tv.de