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Michael Myers wird zum Opfer Schockt "Halloween" noch immer?

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Die Rolle der Laurie Strode in John Carpenters "Halloween" macht Jamie Lee Curtis zur Horror-Ikone und "Scream Queen".

(Foto: Concorde)

Jahrzehnte nach John Carpenters Kulthorror "Halloween" ist Michael Myers zurück. Er saß 40 Jahre in einer Psychiatrie, abgeschottet von der Außenwelt. Nun ist er frei und mit ihm seine angestaute Wut, sein Hass, sein pures Böses. Eine Oma muss ihn stoppen.

Wenn jemand im Alter von sechs Jahren bereits Menschen auf bestialische Weise tötet, kann man durchaus vom "reinen Bösen" sprechen - oder in der Horrorwelt Hollywoods von Michael Myers. Mit einer weißen Maske vor dem Gesicht und einem recht großen Küchenmesser tötete der 1963 seine ältere Schwester: Er stach ihr in den Rücken, in den Kopf und das mit einer Vehemenz, dass ihr Schädel dabei geöffnet wurde, die Kopfhaut in Fetzen herunterhing. Myers wurde festgenommen und kam in die Psychiatrie. Gefahr gebannt, der Schock sitzt dennoch tief.

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Denkste. Bereits beim Klassiker "Halloween" des Kultregisseurs John Carpenter 1978 konnte Myers irgendwann ausbrechen: Mit 23 und an Halloween kam er zurück in seine Heimatstadt Haddonfield und versetzte die Einwohner in Angst und Schrecken. Ganz oben auf seiner imaginären Todesliste steht die junge Babysitterin Laurie Strode. Aber eigentlich ist es egal, wer ihm vor das Messer kommt, der Weg ist das Ziel - und Haddonfield erlebt seine Nacht des Grauens. Die Legende vom Schwarzen Mann, der des Nachts kommt, um die Kinder zu holen, scheint lebendig zu werden.

40 Jahre "Halloween"

So viel zum 1978er Original. 40 Jahre später kommt erneut ein "Halloween"-Schocker in die Kinos und nun in die Heimkinos. Es ist kein Remake, es ist vielmehr ein weiterer Teil in der langen, mal mehr, mal weniger erfolgreichen "Halloween"-Reihe, in der sich auch schon Rob Zombie als Regisseur horrortechnisch auf seine düstere Art und Weise austoben konnte. Regisseur des 2018er "Halloween" ist David Gordon Green ("Eastbound & Down", "Stronger").

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Der Schwarze Mann, das "reine Böse" – so sieht Michael Myers aus.

(Foto: Universal)

Auch diesmal sitzt Michael Myers in der Psychiatrie. Auch diesmal kommt er frei - bei einer Verlegung verunglückt der Gefängnisbus. Auch diesmal macht er Jagd auf Laurie Strode. Doch die ist vorbereitet. Die mittlerweile zur schrulligen Großmutter mutierte Laurie lebt allein in einem Haus, das Fort Knox nicht ganz unähnlich ist. Laurie weiß: Solange Myers lebt, ist weder sie noch ihre Familie sicher. Also muss sie auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Als Myers dann entkommt - es ist wieder Halloween, die Nacht des Grauens -, ist Laurie gefordert. Sie erwartet Myers in ihrem mit Fallen gespickten Haus und mit jeder Menge Feuerkraft. Am Ende geht Greens "Halloween" in Flammen auf.

Stille Wasser sind tief - und mörderisch

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Erwachsen, reif, emanzipiert: Laurie Strode in Greens "Halloween".

(Foto: Universal)

Das sind die beiden Filme, die derzeit die Reihe umklammern. Der 2018er "Halloween" wird nicht der letzte Film über und mit Michael Myers gewesen sein. Dafür ist die Figur einfach zu gut: Myers spricht nicht. Niemand weiß, was ihn zum Monster werden ließ. Niemand weiß, wie es in ihm aussieht. Das macht die Faszination aus. Er ist einfach das pure Böse, zudem mit weißer Maske und schwarzem Overall bekleidet, kann er von jedem Schauspieler verkörpert werden.

Bei Laurie Strode sieht das schon anders aus. 1978 spielt sie die junge Jamie Lee Curtis, wird durch Carpenters Film zur "Scream Queen", zum Inbegriff der für die US-amerikanischen Slasherfilme so typischen schreienden jungen Frau. 2018 wird Lauri Strode ebenfalls von Jamie Lee Curtis verkörpert.

Die Rolle der Frau

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Auch bei Greens "Halloween" wird kräftig geschrien.

(Foto: Universal)

Und wie die heute 60 Jahre alte Curtis selbst hat sich auch die Rolle Strodes mit der Zeit weiterentwickelt. 1978 war Laurie eben die angsterfüllte, junge, schreiende Frau. 2018 hat sie sich emanzipiert. Wenn ihr jemand an den Karren pinkelt, macht er das nur einmal. Diese Weiterentwicklung ist es, die Greens "Halloween" sehenswert macht.

Klar lässt der Film wieder die Herzen der Slasher-Fans höher schlagen. Klar gibt es auch einen treibenden Score samt typischer "Halloween"-Melodie. Klar werden wieder nicht alle offenen Fragen beantwortet. Das ist alles keine Überraschung. Erwartbare Kost. Erst die "neue" Laurie Strode macht Greens "Halloween" einzigartig. Ihm gelingt es damit zudem auch, den 1978er "Halloween" zu konterkarieren. Damals musste sich Carpenter eine Menge Kritik zur Rolle der Frau in seinem Film anhören: schön, aber schwach, das perfekte Opfer.

Tja, nun heißt das Opfer Michael Myers und das pure Böse ist eine Großmutter. So etwas nennt man wohl Emanzipation. Für so manchen Myers-Fan dürfte das ein großer Schock sein.

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Quelle: n-tv.de

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