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"The Trench": Weltkriegs-Horror Stadlober und der Bunker des Grauens

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Robert Stadlober gibt den bösen deutschen Forschungsarzt ohne Skrupel.

(Foto: Tiberius)

Nordfrankreich, 1918: Zum Ende des Ersten Weltkriegs bekommen einige englische Soldaten den geheimen Auftrag, unter den blutgetränkten Schlachtfeldern eine verlassene Bunkeranlage der Deutschen zu durchsuchen. Es geht um eine dort angeblich entwickelte Geheimwaffe.

Eines vorweg: Das Ende des Ersten Weltkriegs liegt nun 100 Jahre zurück. Augenzeugenberichte von Überlebenden sind daher schon von Natur aus eher Mangelware. Und auch Blockbuster-Hollywood arbeitet sich nach wie vor lieber an Schlachten oder Helden-Epen rund um den Zweiten Weltkrieg ab, wie "Dunkirk" beispielsweise zeigt. "The Trench - Das Grauen in Bunker 11" ist da anders: kein Zweiter Weltkrieg, kein großes Hollywood-Kino, kein reines Helden-Epos. Stattdessen wartet der Horrorfilm mit B-Movie-Charme und einer fiktiven Story auf, die am Ende des Ersten Weltkriegs spielt.

Und auch der deutsche Charakterdarsteller Robert Stadlober ("Sonnenallee", "Crazy", "Diplomatie") spricht eindeutig für "The Trench". Er allein garantiert Schermans Film das Prädikat "besonders sehenswert". Und wie es in einem Kriegsfilm so Mode ist, mimt Stadlober den Oberbösewicht: den skrupellosen Arzt Dr. Reiner. Er forscht streng geheim in einem extra dafür angelegten Bunkersystem nach Möglichkeiten, aus normalen Soldaten einen gewissenlosen Supersoldaten zu kreieren.

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Britische Geheimmission: Forschungsbunker des deutschen "Projekt Wotan" finden – möglichst unauffällig, mit einer Handvoll Soldaten.

(Foto: Tiberius)

Doch zum Ende des Krieges müssen die Deutschen ihre Stellungen räumen, darunter auch Reiners Forschungsbunkerhölle - und das auch noch kurz vor dem Durchbruch. Aber der Befehl von ganz oben heißt: Rückzug und das Bunkersystem komplett zerstören. Leider gibt es da zwei kleiner Probleme: Zum einen zündet eine Sprengladung nicht, zum anderen bekommen die Briten Wind von den Forschungen und von der ungefähren Lage des Bunkers.

Mjaor Jennings erhält den geheimen Auftrag, einen kleinen Trupp Männer zusammenzustellen und nach dem Bunker und dem "Projekt Wotan" zu suchen. Mit dabei sind ein paar US-amerikanische GIs, die den Krieg so richtig satt haben und von Jennings daher nicht viel halten, und der Tunnelbauer Burton (Rossif Sutherland; "Mekong Rush", Sohn von Donald und Halbbruder von Kiefer Sutherland). Dass er mit von der Partie ist, hebt die Stimmung der Gis wieder, denn Burton ist ein Kriegsheld, war bei der Rettungsmission von Kameraden selbst verschüttet worden und hatte sich dann eigenhändig an die Erdoberfläche zurückgekämpft - binnen zwölf Tagen.  

Superwaffe oder Apokalypse?

Dass der Trupp das Bunkersystem findet, ist wohl logisch. Dass die Deutschen ebenso Leute losschicken, die die Sache - die Zerstörung der Forschungsbunker - zu Ende bringen sollen, leuchtet ebenfalls ein. Für den Showdown von "The Trench" ist damit alles in Stellung gebracht. Dr. Reiner, Teil des deutschen Trupps, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Er will nicht, dass seine Forschungsergebnisse so kurz vor dem Durchbruch dem Erdboden gleichgemacht werden. Ihm war es auch schon zu verdanken, dass die eine Sprengladung nicht detoniert war. Und schon bald bekommen Jennings Leute das Grauen, das Reiner tief unter der Erde bei Wagner-Klängen aus dem Grammofon und mithilfe eines besonderen Parasiten erschaffen hat, zu sehen und zu spüren.

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"The Trench" (Tiberius) erscheint am 4. Juli auf DVD und BD.

(Foto: Tiberius)

Burton und selbst Jennings wird schnell klar: Wenn Reiners "Brut" die Erdoberfläche erreicht, wird die Welt eine andere werden - egal, ob man Deutscher, Brite, Franzose, Kanadier oder US-Amerikaner ist. Auf zum fröhlichen Jagen!

Stadlober kann auch Horror

Der Einsatz von Chemiewaffen im Ersten Weltkrieg ist dokumentiert. Dass darüber hinaus ebenso an biochemischen Kampfstoffen geforscht wurde, darf aber auch angenommen werden. Und natürlich steht Deutschland dabei im Fokus. Also warum nicht das Thema mal als Horrorfilm auf die große Leinwand bringen? Parasit, Supergrippe, Zombie-ähnliche Gestalten: Das ist dann der Bereich, in dem man "The Trench" als Zuschauer nicht mehr ganz so ernst nehmen sollte.

Wer diesem Rat folgt, hat mit "The Trench" Unterhaltung, Spaß und Grusel gleichermaßen. Ein paar werden sich sicher fragen, weshalb Robert Stadlober sich zu solch einem Film herabgelassen hat. Die Mehrheit wird sich dagegen allerdings wünschen, dass mehr deutsche Charakterdarsteller sich in Horrorfilmen versuchen. Das wertet das gesamte Genre auf. Vielleicht reicht es ja auch einmal zu einem deutschen "Helden", sprich Überlebenden. Wobei, vielleicht hat ja "Jemand" oder besser "Etwas" in "The Trench" überlebt ...

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The Trench: Das Grauen in Bunker 11
EUR 3,99
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Quelle: n-tv.de

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