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Sechs Freunde, Koks und Terror "The Evil in us": Lass es raus!

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Schlecht geschlafen? Kalter Kaffee? Kein Sex? Oder doch schlechtes Koks? Egal: Lass es raus!

(Foto: Tiberius)

Sechs Freunde, Independence Day: Eine Hütte auf einer einsamen Insel dient als Party-Location. Alk und Koks machen die Runde. Dann rastet der erste aus. Blut fließt. Jason William Lees Film erinnert an Eli Roths "Cabin Fever" - und dann legt er erst so richtig los.

Wie feiert man als junger US-Amerikaner den Independence Day? Unter Freunden, feucht-fröhlich, mit Feuerwerk: Man lässt es also so richtig krachen! Das hat auch das Pärchen Brie (Debs Howard) und Steve (Danny Zaporozan) vor, als sie sich gemeinsam mit ihren Freunden Bash, Roxy, Trish und John Wheeler (Ian Collins; "Hit the Road") auf eine einsame Insel nahe Seattle übersetzen lassen und ein etwas heruntergekommenes Häuschen im Wald belegen. Ray, der sie auf die Insel bringt, gibt ihnen noch den Tipp, wenn sie Hilfe bräuchten, nur das CB-Funkgerät zu benutzen. Handys gingen sowieso nicht.

Die Freunde nicken, verabschieden den mürrischen Mann und ab da heißt es nur noch: Party! Bash präsentiert einen Schnaps aus dem Hochland Costa Ricas. Er schmeckt nicht, ist aber mal was anderes als immer nur Jim, Jack und Johnny. Die Stimmung steigt entsprechend dem Alkoholpegel. Als die Dunkelheit hereinbricht, fliegen die Raketen gen Himmel und lassen das Haus und den nahen Wald in einem gespenstischen Licht erscheinen. Danach geht die Party im Haus weiter.

Happy Independence Day!

John hat Koks dabei. Bash will eine Line abhaben und schon macht das weiße Pulver seine Runde. Nur Brie und Steve lassen die Finger davon. Sie haben dem Zeug abgeschworen. Was Steve aber kurz darauf, als Brie nicht im Raum ist, nicht davon abhält, doch ein wenig von dem weißen Pulver zu schnupfen. Was soll's? Für ihn ist es eine Art Belohnung, denn er hat Brie kurz zuvor seine Liebe gestanden und dass er sie "eines Tages" heiraten wird.

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Guck, was will von draußen rein? Hollahi hollaho ...

(Foto: Tiberius)

Dann eskaliert die Lage: Wie aus heiterem Himmel haut John Bash eine runter. John scheint wie von Sinnen. Dass Bash davor mit Johns Flamme rumgemacht hat, ist nicht besonders hilfreich, um die explosive Lage zu entschärfen. Auch die Tatsache, dass sich Johns Augen irgendwie verändert haben, dass aus ihnen die pure Wut spricht und er sich auch durch Zureden von Trish, Brie, Roxy und Steve nicht wieder in den Griff bekommt, lässt die Freunde erahnen, dass hier etwas nicht stimmt.

Wenn die Wut Regie führt

John schreit noch einmal auf und rennt dann aus dem Haus. Die anderen blicken sich ratlos an. Die Vermutung, dass John nicht ganz bei Sinnen zu sein scheint, untermauert Steve, der ihn Medikamente hat nehmen sehen. Lithium. Hat John eine bipolare Störung? Oder leidet er an Paranoia? Einer Psychose? Was weiß die Gruppe überhaupt über ihren Freund? Sie haben ihn schließlich seit Jahren nicht gesehen. Bash war übrigens auch verschollen, mehrere Jahre irgendwo unterwegs, hat sich nie wirklich gemeldet.

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"The Evil in us" erscheint am 5. September bei Tiberius auf DVD und BD.

(Foto: Tiberius)

Zeit zum Grübeln bekommt die Gruppe nicht, denn auch die anderen beginnen nun durchzudrehen, rasend zu werden, um sich zu schlagen. Es dauert nicht lange und die Freunde schlachten sich gegenseitig ab. Nur Brie zeigt keinerlei Anzeichen davon, womit auch immer die anderen befallen gewesen sind.

Bis hierhin ist "The Evil in us" eine Hommage an Eli Roths "Cabin Fever" - und könnte eigentlich vorbei sein. Ray rettet Brie von der Insel, alles gut. Aber denkste. Klar, Ray kommt auf die Insel, aber er verlässt sie nicht lebend. Und die kleine einsame Insel nahe Seattle ist auch nicht der einzige Ort, an dem plötzlich die Raserei um sich greift. Aus den ganzen USA werden Vorfälle dieser Art gemeldet. Die Polizei bekommt einen Notruf nach dem anderen rein, hat aber bei Weitem nicht genug Einsatzkräfte, um der Lage Herr zu werden. "28 Weeks Later" lässt grüßen.

Auf jeden Fall mehr davon!

Aber jetzt legt "The Evil in us" noch einen Twist hin - und wird politisch. Es geht um stockkonservative Republikaner und einen Präsidenten, der weg muss. Es geht um Macht und Verschwörung. Jetzt klingt "The Evil in us" eher nach "Rampage" und Uwe Boll. Die filmischen Vorbilder, auf die Regisseur Jason William Lee für seinen Horrorstreifen zurückgreift, können sich durchaus sehen lassen, sind zum Teil bereits Klassiker. Dazu wird es für "The Evil in us" nicht reichen. Nicht ganz.

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Aber man auch klar konstatieren: "The Evil in us" hat Potenzial. Dass Lee selbst auch als Drehbuchautor ("Demons in the Dark") und Schauspieler ("Doomsday") unterwegs war, merkt man seinem Regiewerk an. Lee weiß, wie er Spannungsbögen setzt, weiß, wann er der Story einfach seinen Lauf lassen muss. Das bringt Atmosphäre und sorgt gleichzeitig für Kurzweil.

Die Darstellerriege ist jung und hat mit "The Evil in us" durchweg ein Statement abgegeben, für weitere Filme, vielleicht sogar abseits des Horrorgenres. Hervorzuheben sind Ian Collins als John Wheeler und Debs Howard als Brie. All das nimmt man als Zuschauer sehr gern mit - und natürlich auch: Finger weg von Drogen! Wer weiß, welcher neutropischer Virus sich ins Kokain oder Marihuana verirrt hat.

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Quelle: n-tv.de

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