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Die sechste Staffel ist die beste "The Walking Dead": Blut wird fließen

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Auf Rick kommt in der sechsten Staffel von "The Walking Dead" eine Menge Arbeit zu.

(Foto: WVG Medien)

Rick und seine Gruppe richten sich in Alexandria ein. Sie glauben, eine neue Heimat gefunden zu haben. Doch sicher ist sie nicht. Eine Zombie-Herde steht vor den Mauern - und ein eiskalter Mördertrupp will seine "neue Weltordnung" durchsetzen.

"Die Menschen die man liebt, machen einen zu dem, der man ist. Sie bleiben immer ein Teil von einem. Hört man auf, man selbst zu sein, wird das letzte bisschen von ihnen, was noch in uns ist und uns ausmacht, auch sterben." (Glen) Willkommen in der sechsten Staffel "The Walking Dead". Was sich zu Beginn etwas crude anhören mag, trifft mitten ins Herz der aktuellen Staffel.

Glen (Steven Yeun) spricht die Worte gelassen aus und denkt dabei an Maggie (Lauren Cohan) und sein ungeborenes Kind. Aber gleichzeitig auch an den Rest der Gruppe Überlebender, angeführt vom Rick (Andrew Lincoln). Gemeinsam mit Carol (Melissa McBride), Daryl (Norman Reedus), Michonne (Danai Gurira), Abraham (Michael Cudlitz), Rosita (Christian Serratos), Eugene (Josh McDermitt) und neuerdings auch dem alten Bekannten Morgan (Lennie James) heißt es wie in allen Staffeln vorher auch: Nur wer kämpft, hat die Chance zu überleben.

Home Sweet Home

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Ist Alexandria endlich das friedliche neue Zuhause für Rick, Carl und den Rest der "Familie"?

(Foto: WVG Medien)

In Alexandria, der Stadt, in der die Gruppe nun Einzug hält, bedeutet Überleben auch Zivilisation: fließend Wasser, Elektrizität, Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf und ein frisch gemachtes Bett unter dem Hintern. Aber wie auch in allen bisherigen Staffeln von "The Walking Dead", der erfolgreichsten Kabel-TV-Serie der USA, gibt es das alles nicht umsonst.

Die vermeintliche Ruhe und Geborgenheit, das Durchatmen ist nie von langer Dauer. Das war einst im Gefängnis so, bis der Governor kam - und es ist auch diesmal in Alexandria so. Irgendjemand will einem immer ans Leder. Am ehesten waren das bisher die Zombies. Die Untoten, Beißer genannt. Sie gibt es noch immer zuhauf und ihr Hunger auf Menschenfleisch ist maßlos. Eine Herde von ihnen steht direkt vor den Mauern der Stadt. Ein Durchbrechen ist nur eine Frage der Zeit.

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Michonne und Rick kommen sich in der sechsten Staffel deutlich näher ...

(Foto: WVG Medien)

Und so schmiedet Rick, neuer starker Mann in Alexandria, einen Plan: Zum einen werden die alten Bewohner der Stadt im Kampf ums Überleben geschult (kein einfaches Unterfangen, mussten sie doch bisher nicht gegen Beißer kämpfen). Und zum anderen muss die Herde umgelenkt werden, weg von der Stadt. Beides kann nur Hand in Hand gehen - und beim ersten Mal schief. Ein Angriff einer feindlichen Gruppe auf die Stadt bringt einen Teil der Herde wieder zurück an deren Pforten - und den einen oder anderen Charakter der Serie um.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Noch kann der Zuschauer aber aufatmen: Von Ricks Gruppe ist Glen zwar verschollen bei einem Außeneinsatz, aber der Rest kämpft und tötet wie eh und je - und lebt. Neuerdings aber eben mit Gewissensbissen. Kampfesmüde suchen sie nach einem neuen Sinn im Leben, ohne zu töten. Allen voran Morgan.

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Carol kommt ins Grübeln ... und will die Gruppe verlassen. Ein tödlicher Fehler?

(Foto: WVG Medien)

Seine Bekehrungsversuche sind für den Zuschauer verständlich, der während der Staffel einen tieferen Einblick in die jüngere Vergangenheit des Aikido-Kämpfers erhält. Da er sie aber immer wieder von neuem an den Mann oder Frau (speziell Rick und Carol) bringen will, fängt sein Charakter an, den Zuschauer zu nerven. Carol hält lange dagegen und stand, aber in ihrem Inneren hat Morgan den ersten Zweifel gesät und er beginnt zu keimen und zu wachsen. Ein Abschied aus der Serie deutet sich an.

Bis dahin kann der Zuschauer aber wie gewohnt mit Glen und Maggie zittern, mit Morgan im Kopf diskutieren, mit Daryl auf seinen Jagd- und Sammelausflügen mitfiebern, mit Abrahams rauem bärbeißigem Redneck-Charme sympathisieren und über Eugenes trockenen Nerd-Humor lachen. Man lernt Denise (Merritt Wever) kennen und lieben sowie Dwight (Austin Amelio) abgrundtief hassen.

"Sim City" trifft "Mad Max"

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"The Walking Dead", die komplette sechste Staffel, erscheint am 19.Dezember auf DVD und Blu-ray.

(Foto: WVG Medien)

Als Zuschauer kommt es einem so vor, als wäre man Teil einer "Sin City" trifft "Mad Max"-Simulation. Eine Stadt aufbauen und zusammenhalten, in einer post-apokalyptischen Welt mit nur einer Regel: Der Stärkste sagt, wer überlebt.

Das hält die Spannung hoch und man kann der Routine von Versorgungsausflügen weiterhin etwas Positives abgewinnen. Auch deshalb, weil dabei nach wie vor alle möglichen Themen und Probleme unter vier Augen besprochen werden. Neuerdings geht es dabei um Partnerschaft, Liebe, gemeinsame Zukunft und Sex. Keimt da etwa Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf?

Aber wie im wahren Leben heißt es auch bei "The Walking Dead": Gerade wenn du denkst, es geht dir gut, schlägt das Schicksal gnadenlos und mit voller Härte zu. Ein altes Erfolgsgeheimnis der Serie, das sich auch in der aktuellen Staffel wieder bewahrheitet.

There's a new bad guy in Zombieland

Und so kracht es gewaltig. Gewaltiger als jemals zuvor. Die Saviors tauchen auf der Bildfläche auf. Sie sind eine Art post-apokalyptische Schutzgeld-Mafia. Die Gruppe, ihre Größe ist unbekannt, terrorisiert die Städte und Siedlungen der Umgebung, verspricht Schutz vor den Beißern und ihnen selbst gegen die Hälfte der Ernte beispielsweise.

Als Ricks Gruppe einer Nachbargemeinde hilft und die Saviors von dort vertreibt, ahnt der Ex-Polizist nicht, dass er sich gerade einen Gegner geschaffen hat, gegen den der Governor ein liebreizendes Mauerblümchen gewesen ist. Und so beginnt der Blutzoll deutlich zu steigen und die Lebensgefahr durch Zombies in den Hintergrund zu treten. Es zeichnet sich ein vor Gewalt triefender Showdown ab, der aber erst in der siebten Staffel ausgefochten wird. Perfekter Cliffhanger, herzlich willkommen: Jeffrey Dean Morgan!

Der Hollywoodstar ("Texas Killing Fields", "Desierto") greift als Anführer der Saviors ins "Walking Dead"-Geschehen ein. Ein Besetzung die zeigt, dass die TV-Serie auch bei den Filmemachern in Hollywood deutlich an Akzeptanz gewonnen hat. Morgan verleiht der Serie einen zusätzlichen Glanz (die beispielsweise dem Ableger "Fear the Walking Dead", 2. Staffel ab 4. November auf DVD erhältlich, komplett abgeht). Zudem steigt die Lust auf Staffel 7 nochmals ungemein. Der Zuschauer ahnt, dass das Ende für so manchen alteingesessenen und lieb gewonnenen Charakter gekommen sein könnte. Glens Ausspruch könnte daher nicht treffender sein.

Die sechste Staffel von "The Walking Dead" läuft ab 5. November bei RTL II und erscheint am 19. Dezember auf DVD und Blu-ray.

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Quelle: n-tv.de

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