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Was würdest du noch tun? "These Final Hours", dann der Weltuntergang

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James hat urplötzlich ein kleines Mädchen am Hals und muss sich entscheiden, ob er ihm helfen will oder die letzten Stunden auf Erden Party macht.

Studiocanal

Es ist so weit: Ein Meteoriten-Einschlag im Nordatlantik löscht ganz Westeuropa auf einen Schlag aus. Nordamerika und Westafrika sind betroffen. In Australien bleiben den Menschen noch zwölf Stunden bis zum sicheren Tod. Aber nicht jeder will einfach so sterben.

"Hier ist PK60F mit der ersten Durchsage für heute. Ist da draußen irgendjemand? Das war's Leute. Es ist passiert. Der ungefähre Ort des Einschlags: der Nordatlantik. Ungefähre Zeit des Einschlags: 7.30 Uhr morgens, Ortszeit Perth. Also vor etwa zehn Minuten … Die Ostküste von Nordamerika ist betroffen, ebenso die westafrikanische Küste. Zu diesem Zeitpunkt ist ganz Westeuropa verschwunden. Ausgelöscht. Während ich jetzt zu euch spreche, bahnt sich die Katastrophe ihren Weg zu unserem geliebten Land. Es wäre keine Schande, freiwillig abzutreten. Tut, was ihr tun müsst. Es ist wahr. Was hier passiert, ist echt. Uns bleiben noch zwölf Stunden Leute - mehr nicht."

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Wie würdest du die letzten Stunden auf Erden verbringen?

(Foto: Studiocanal)

Zwölf Stunden bis zum sicheren Tod. James (Nathan Philips; "Wolf Creek") will diese Zeit nicht mit seiner Familie verbringen. Auch nicht mit seiner Freundin, die er nach einem letzten Fick verlässt, obwohl sie ihm sagt, dass sie schwanger ist. James will weg, sich nur noch zudröhnen, keine Schmerzen spüren, wenn es so weit ist und er mitsamt dem Rest der Menschheit von der Erde getilgt wird. Als hätte er nie existiert. Drogen, Spaß haben, eine letzte große Party feiern - das will James. Und so macht er sich in seinem Auto auf den Weg. Doch weit kommt er nicht.

Per Odyssee in die Apokalypse

James wird überfallen, sein Auto gestohlen, aber er kann entkommen. Nun sucht er einen fahrbaren Untersatz, findet aber nur einen Van, der einem Pädophilen gehört, der gerade versucht, ein kleines Mädchen zu entführen. James setzt sich in das leere Auto - aber so ein Arschloch ist er dann doch nicht, das Mädchen seinem Schicksal zu überlassen. Er tötet den Pädophilen und rettet die kleine Rose (Angourie Rice). Die ist auf der Suche nach ihrem Vater.

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"These Final Hours" ist bei Studiocanal auf DVD und Blu-ray erschienen.

(Foto: Studiocanal)

Aber dessen Auto ist verlassen. Rose meint, er sei bestimmt schon bei Tante Janice. Da wollten sie beide hin, eine Mutter habe sie nicht mehr. James denkt nach, ist durcheinander, weiß nicht, was er tun soll - und entscheidet sich dafür, Rose zu seiner Schwester zu bringen. Dort angekommen, findet er seine Schwester und deren Familie allerdings tot auf. Sie haben sich umgebracht.

Also nimmt James Rose mit zur Party. Vielleicht findet sich dort ja eine Mitfahrgelegenheit für das Mädchen. Aber tief im Inneren weiß er, dass es nicht so ist und es anders kommen wird. Doch darüber will er sich erst Gedanken machen, wenn er bei der Party angekommen ist …

Was würdest du tun?

Die finalen Stunden, wie würdest du sie verbringen? Was würdest du machen? Feiern bis zum wirklich letzten Umfallen? Ein letztes Mal die Sau rauslassen, auf den Putz hauen? Oder der Mensch bleiben, der man bisher gewesen ist? Anderen helfen? Versuchen, menschlich zu bleiben? Diese Fragen stellt sich der australische Regisseur Zak Hilditch mit seinem Film "These Final Hours". Eine Antwort liefert er gleich mit.

James macht seinen Frieden mit sich und der Welt, bevor diese endgültig den Bach hinuntergeht. Das ist eindrucksvoll und ergibt mit den typisch apokalyptisch anmutenden Aufnahmen der australischen Einöde einen Endzeitthriller, der sich sehen lassen kann.

"These Final Hours" erinnert dabei an den ruhigen und umso eindrucksvolleren "Perfect Sense". Aber auch "The Rover" oder "The Last Days" finden sich wider. Hilditchs Werk reiht sich somit in eine Reihe äußerst sehenswerter Weltuntergangsfilme ein, die nicht mit lautem Getöse und Actiongeballer daherkommen, sondern sich leise und unaufdringlich ihren Weg in das Gehirn des Zuschauers bahnen. Dort bleiben sie dann für eine sehr lange Zeit. "These Final Hours" vielleicht ja bis zu den wirklich letzten Stunden …

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Quelle: n-tv.de

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