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"Cabin Fever: The New Outbreak" Trinkt nicht das Wasser!

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Ein kleines Kind mit Maske? Die Gruppe denkt sich nichts dabei. Ein tödlicher Fehler.

(Foto: Tiberius)

Wenn Studenten nach den Prüfungen Druck ablassen wollen, sind einsam gelegene Hütten im Wald perfekt. Dort wird dann getrunken, gefeiert - und gestorben. Das war bei Eli Roths Meisterwerk "Cabin Fever" 2002 der Fall. Und beim Remake?

"Frieden und Erholung": Das versprechen sich Paul, Karen, Jeff, Marcy und Bert von einem Trip in eine einsam in einem Wald gelegene Hütte. Dort wollen sie Bier trinken, Party machen, sich vom Prüfungsstress erholen. Paul will zudem endlich bei Karen landen, die er seit der vierten Klasse kennt - und liebt. Jeff und Marcy wollen nur vögeln - und Bert? Der Videospiele-Junkie hat sein halbautomatisches Gewehr mitgenommen, um seine Gamer-Skills in natura zu trainieren.

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Feiern nach dem Prüfungsstress? Es wird eine Party des Todes!

(Foto: Tiberius)

Das Haus am See liegt idyllisch. Aber es gibt kein Telefon, kein Fernsehen und Handyempfang samt Internetzugang nur sporadisch. Das schockt Bert und er widmet sich den ersten Bieren, während Paul und Karen sich am See näherkommen und Jeff und Marcy bereits im Schlafzimmer Körperflüssigkeiten austauschen. Der Vorfall von der Hinfahrt scheint fast vergessen:

Als die Gruppe mit ihrem Jeep Cherokee im nächsten Dort an einem Laden zum Tanken und Biereinkauf hält, stoßen sie auf einen kleinen bissigen Jungen und dessen unsympathischen Vater. Hillbillie-Einheimische, mit denen man nichts zu tun haben will. Aber dieser Wunsch soll sich nicht erfüllen.

Skurrile Typen

Am ersten Abend sitzen die fünf am heimeligen Lagerfeuer. Sie trinken Bier, lauschen den Geräuschen in der Umgebung und einer Gruselgeschichte. Da taucht ein Mann auf, mit seinem furchterregend aussehenden Hund "Dr. Mambo". Als er eine Tüte Gras zückt, heißt ihn die Gruppe willkommen, allen voran Bert.

Der Durchgeknallte war am Nachmittag mit seiner Waffe im Wald, ein "Einsatz im Feindgebiet" gewissermaßen. Doch er war nicht allein: Ein sehr krank aussehender Mann lief ihm über den Weg, bat um Hilfe. Aber Bert verwehrte sie, zu schrecklich sah der Typ aus. Doch mit etwas Gras kann man so eine Begegnung vielleicht vergessen.

Burn Motherfucker, burn!

Ein heraufziehendes Gewitter trennt die neuen Freunde und die Gruppe Studenten zieht sich allein ins Haus zurück. Als die nächste Runde tiefgreifender Gespräche beginnt, klopft es an der Tür. Alle rechnen mit dem Camper und weiterem Gras. Doch vor der geöffneten Tür steht der Kranke. Sein Zustand hat sich weiter verschlechtert. Die Tür fliegt zu. Niemand will ihn im Haus haben.

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Nicht lange gefackelt - aber es ist schon zu spät: Die Gruppe hat sich anderweitig infiziert.

(Foto: Tiberius)

Also macht sich der Kranke am Jeep zu schaffen, steigt ein und erbricht sich im Wageninneren. Das Geschrei ist groß. Das Gewehr wird gezückt, Schüsse fallen, treffen das Auto. Der Kranke wird aus dem Auto gezerrt, fällt ins Lagerfeuer und rennt schreiend als menschliche Fackel in den Wald.

Fragen über Fragen

Was nun? Hilfe holen? Sich irgendwie zur Polizei durchschlagen? Abwarten? Abhauen? Erst einmal etwas trinken, zur Abwechslung und auf den ersten Schock auch mal Wasser aus der Leitung, und dann schlafen. Morgen sieht alles besser aus.

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Der Virus ist absolut tödlich ...

(Foto: Tiberius)

Doch das ist ein Trugschluss, ein tödlicher, wie sich schon bald herausstellt. Der Kranke war von einem unbekannten Virus befallen. Und der greift nun auch in der Gruppe um sich. Die Infizierten erbrechen Blut und werden regelrecht von innen heraus zerfressen. Karen zeigt zuerst Symptome. Sie wird kurzerhand unter Quarantäne im Bootshaus festgehalten. Doch es ist bereits zu spät. Auch für die anderen - oder gibt es vielleicht doch Hilfe aus dem Dorf?

Man kann, man sollte, man muss!

Nein, gibt es natürlich nicht. Warum auch? Wer will schon feiernde Partykids? Die machen doch nur Ärger. Und genau dieses Vorurteil der Einheimischen bewahrheitet sich. Das war bereits bei "Cabin Fever" aus dem Jahr 2002 so und ist es auch 14 Jahre später beim Remake "Cabin Fever - The New Outbreak". Braucht es das Remake dann überhaupt?

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"Cabin Fever - The New Outbreak" ist bei Tiberius erschienen.

(Foto: Tiberius)

Gute Frage - und eine, an der sich die Geister und die Meinungen von Filmfans scheiden. "Evil Dead", "Carrie", "Poltergeist": Remakes liegen derzeit zumindest im Trend. Sie richten sich an eine neue Generation von Horrorfans. Eine, die sich nicht mehr erschreckt, wenn eine Tür im Dunkeln knarzt oder der Vollmond samt Wind für schaurige Schattenspiele an den Wänden sorgt. Eine, die viel offener mit Gewaltszenen umgeht, die Unmengen an Kunstblut gewöhnt ist. Eine, die mit CGI-Effekten und nicht mit handgemachten Pappmaschee-Monstern groß geworden ist.

Blutiger als das Original!

Genau für diese Generation ist auch "The New Outbreak". Auch wenn man sagen muss, dass zwischen dem Original von Eli Roth und der Neuverfilmung nur eine relativ kleine Zeitspanne liegt und dass das eher untypisch ist. Auch dass Roth wieder mitmischt, diesmal im Produzententeam und nicht als Regisseur, entspricht eher nicht der Remake-Regel.

Es zeigt aber auch, dass Roth das Projekt "Cabin Fever - The New Outbreak" wichtig war. Regie führte diesmal Travis Z., der sich bisher in erster Linie als Production Designer - etwa der Adam-Green-Werke "Holliston", "How to catch a Monster" - einen Namen gemacht hat. Sein Erstling kann sich durchaus sehen und hören lassen. Der große Spaß beginnt aber erst etwa ab Minute 75. Danach lässt es Travis Z. 20 Minuten lang so richtig krachen.

Was bleibt am Ende von "Cabin Fever - The New Outbreak"? Zum einen das Gefühl, dass Remakes durchaus Sinn haben. Zum anderen, dass Fans von Roths Original wohl nur schwer für die Neuauflage zu begeistern sein werden. Das ist einfach so. Dafür bringt der neue Ausbruch von Travis Z. zu wenig neue Aspekte oder Sichtweisen mit. Z.s Version wirkt hochwertiger, es war mehr Geld im Spiel. Aber die Darstellerleistungen bleiben eher Durchschnitt. Und das verzeiht man einem Low-Budget-Streifen eben eher.

Was bleibt, ist aber auch die Tatsache, dass es wie beim Original ein - naja, sagen wir mal - relativ offenes Ende gibt und damit das "Cabin Fever"-Franchise fortgesetzt werden dürfte. In welcher Form auch immer. Und es bleibt auch dabei: Wenn US-Studenten Frieden und Erholung in einer abgelegenen Hütte suchen, endet das zumeist in einem Massaker.

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Quelle: n-tv.de

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