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"Matriarch: Sie will dein Baby" Wehe, wenn das Auto liegen bleibt

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So nett Agnes auch erscheinen mag, begegnen sollte man ihr dann doch besser nicht.

(Foto: Tiberius)

Die hochschwangere Rachel und ihr Ehemann Matt haben in der englischen Provinz eine Autopanne. Jede Hilfe ist in der einsamen Gegend willkommen - und so landen sie auf der Farm der alten Agnes. Auf den ersten Blick freundlich, entpuppt sie sich schon bald als wahres Monster.

Wenn ein Film mit einer Autopanne irgendwo im Nirgendwo beginnt, kann man sicher sein, dass es ein Horrorstreifen ist. "Texas Chainsaw Massacre", "Hitchhiker" oder "Calvaire" sind nur ein paar Beispiele. "Matriarch - Sie will dein Baby", der gerade bei Tiberius fürs Heimkino erschienen ist, schlägt in die gleiche Kerbe. Aber kann er sich mit den anderen Autopannen-im-Nirgendwo-Horrorfilmen messen?

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Rachel ist hochschwanger und weiß noch nicht, dass es für sie und ihr Baby bald ums nackte Überleben geht.

(Foto: Tiberius)

In "Matriarch" fahren Matt (Scott Vickers; "River City") und seine hochschwangere Ehefrau Rachel (Charlie Blackwood; "Clay's Redemption") durch die englische Provinz, als sie auf eine Umleitung treffen und wenig später einen Unfall bauen. Matt hat einen Moment nicht aufgepasst, muss scharf bremsen und schon hat sich die Weiterfahrt erledigt. Verletzt ist zum Glück keiner, aber der Schock sitzt erst einmal tief. Zu Fuß machen sich die beiden auf, um nach Hilfe zu suchen.

Der freundliche Helfer

Sie haben Glück im Unglück, treffen wenig später auf ein Auto. Der Fahrer, Bob (Alan Cuthbert; "The Gaelic King"), macht ihnen aber klar, dass sie sich auf Privatgrund befinden und doch bitte schleunigst das Weite suchen sollen. Matt kann es nicht fassen, es wird bald dunkel und Rachel braucht eine Mahlzeit und ein warmes Bett. Aber der Autofahrer will davon nichts wissen. Erst als er erfährt, dass Rachel hochschwanger ist und einen Jungen erwartet, wendet sich das Blatt. Bob spricht in ein Funkgerät und nach einem kurzen Wortwechsel packt er die beiden in sein Auto.

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Bob hatte seine Frau am Funkgerät, die zwar keinen Bock auf späten Besuch hat, aber die Worte "hochschwanger" und "Junge" haben sie dann doch weich werden lassen. Und so scheinen Rachel und Matt endlich gerettet zu sein: Ein Telefonat mit dem Pannendienst, vielleicht etwas zu essen und eine Übernachtungsmöglichkeit lassen sie bereits frohlocken.

Die unheimliche Alte

Aber als sie auf der abgelegenen Farm ankommen und sie eine weißhaarige Frau namens Agnes ("Fresh Meat", "Coronation Street") begrüßt, haben Rachel und Matt bereits ein komisches Gefühl in der Magengrube: Agnes, ihr Mann und die zwei Söhne scheinen in einer anderen Zeit zu leben, streng religiös zu sein. Zudem hat das Ehepaar noch eine Tochter, wie sich beim Smalltalk während des Abendessens herausstellt. Nur ist diese Tochter derzeit nicht auffindbar. Ein Bild von dem Mädchen löst etwas in Rachel aus: Sie glaubt, das Mädchen von irgendwo her zu kennen.

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"Matriarch" ist bei Tiberius auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Tiberius)

Als Rachel und Matt dann wenig später in ihrem Gästebett liegen, schreckt Rachel wie von der Tarantel gestochen hoch: Das Mädchen gilt als seit geraumer Zeit vermisst, vielleicht entführt oder verschleppt. Das "vielleicht" streicht Rachel nun, nachdem sie eins und eins zusammengezählt und Matt endlich dazu überredet hat, schnellstmöglich Agnes' Farm zu verlassen. Die Flucht gelingt nicht. Matt landet in einem Sarg lebendig begraben auf dem Grundstück in der Erde, Rachel in Ketten in einem Zimmer im Haus. Ihre Fragen nach dem Warum und Wieso beantwortet Agnes schnell und eiskalt: Sie will ihr Kind!

Die überzeugende Julie Hannan

Der Rest des Films ist leider vorhersehbar: Agnes bekommt das Kleine. Matt kann sich aus seinem Grab befreien. Es kommt zu einem Showdown. Der allerdings wartet dann doch mit ein, zwei überraschenden Twists auf - durchaus ein Pluspunkt.

Auch die Figur der Agnes ist von Julie Hannan gut gespielt. Ihr wirrer Blick, ihre gesamte Erscheinung sorgen immer wieder für Gänsehaut ("Ihr seid die Kranken, wir sind das Licht!"). Dagegen fallen Rachel und vor allem Matt leider ab. Vielleicht hätte Scott Vickers, der den Matt spielt, sich stattdessen voll auf die Regie konzentrieren sollen.

So bleibt "Matriarch" am Ende zwar erfreulich unblutig, aber auch etwas zäh. "Texas Chainsaw Massacre" oder "Calvaire" stellen da ganz andere Filmkaliber dar - auch wenn "Matriarch" deutlich macht, dass eine Autopanne in der englischen Pampa um jeden Preis vermieden werden sollte.

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Quelle: n-tv.de

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