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"Last Rampage": True Crime Story Wenn der Vater zum Massenmörder wird

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Robert Patrick spielt Gary Tison eindrucksvoll.

(Foto: Tiberius)

1978: Dem Mörder Gary Tison gelingt mithilfe seiner Söhne die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Auf ihrer Flucht hinterlassen sie eine blutige Spur des Schreckens. Der Ausbruch wird zum Medienereignis - und nun mit "T-1000" zum fesselnden Heimkino-Event.

Für einen Jungen gibt es kein größeres Vorbild als den eigenen Vater. Das gilt auch für die drei Brüder Donnie, Ricky und Ray. Ihr Vater Gary Tison  sitzt allerdings in einem Hochsicherheitsgefängnis ein - wegen Mordes. In den Augen seiner Jungs ist er aber unschuldig. Ihr Vater ein kaltblütiger Killer? Dieser gottesfürchtige und tiefgläubige Mann? Niemals. Und so schmiedet die Familie einen Ausbruchsplan und setzt ihn dann auch in die Tat um.

Ein Junge lenkt die Wärter ab, ein anderer hält sie dann mit Waffengewalt in Schach und so spazieren Gary Tison und sein Knastkumpel Randy Greenwalt aus dem Knast in die Freiheit. Per Auto macht sich die Familienbande mit Anhängsel auf den Weg zu einem zuvor vereinbarten Treffpunkt. Dort soll Garys Bruder mit einem kleinen Flugzeug warten und alle Mann dann nach Mexiko fliegen. So weit, so gut.

Ein Schuss, der Augen öffnet

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Gary Tisons spektakulärer Ausbruch und die anschließende Flucht waren 1978 ein Medienereignis.

(Foto: Tiberius)

Das erste Problem taucht auf, als die Gang das Auto wechselt. Das neue Gefährt hat Garys Bruder besorgt und statt eines geländetauglichen, geschlossenen Pick-ups erwartet die Tisons ein klappriger Chrysler. Gary flucht, aber wenn Gott es so will, geht es halt mit dieser Schrottkiste zum Treffpunkt. Aber Gott scheint an diesem heißen Fluchttag irgendwie anders beschäftigt zu sein: Eine Reifenpanne macht die Suche nach einem neuen Gefährt nötig.

Und so langsam bekommt auch die heile Vater-Söhne-Welt Risse. Zum einen geraten Donnie und Garys Knastbruder Randy immer wieder aneinander. Zum anderen stößt sich Donnie auch an dem Befehlston seines Vaters. Die Lage eskaliert, als die Flüchtenden einen Wagen stoppen, um ihn zu kapern, in dem eine junges Pärchen in den Flitterwochen sitzt, samt Kleinkind auf der Rückbank. Mit vorgehaltener Waffe ist das Auto schnell in Besitz gebracht. Dann tuscheln Gary und Randy miteinander: Sie wissen, dass das Pärchen sie identifizieren könnte. Ein paar Schüsse später kann es das nicht mehr. Auch das Kleinkind muss dran glauben - und Garys Söhne ahnen, dass ihr Vater doch nicht der Heilige ist, für den sie ihn immer gehalten haben.

Shootout als Showdown

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Heather Graham überzeugt als Reporterin, die eine heiße Story und damit einen Karrierekick wittert.

(Foto: Tiberius)

Mittlerweile ist die Flucht auch in den Medien ein Thema. Sheriff Cooper, der Gary einst ins Gefängnis gebracht hat, sieht es als seine Pflicht an, ihn nach dessen Ausbruch auch dort wieder hinzuschaffen. So schnell wie möglich und auch ohne Blutvergießen. Ein erfolgloses Unterfangen, wie er beim Fund des schrottreifen Chryslers und der ermordeten Familie einsehen muss. Er erkennt, dass er andere Register ziehen muss und bedrängt Garys Bruder, ihm zu helfen. Eine Falle ist schnell gestellt - und statt eines vollgetankten und abflugbereiten Flugzeugs wartet ein Polizeigroßaufgebot auf die Familie.

Doch Gary riecht den Braten, verflucht seinen Bruder und kann abermals entkommen. Sein Bruder fürchtet nun die Rache Garys und um sein Leben. Sheriff Cooper lässt ihn überwachen und so kommt, was kommen muss: ein blutiger Showdown mit mehreren Toten. Gary ist aber nicht darunter. Er nimmt den Weg durch die Wüste.

"Agentin mit Herz" trifft "Falling down"

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"Last Rampage" ist bei Tiberius auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Tiberius)

So einen Plot kann nur das Leben selbst schreiben. Hat es auch. Gary Tison gab es wirklich, seine blutige Flucht ebenso. Ein Medienereignis war das Ganze auch, denn eine junge Reporterin bekam Wind von der ganzen Sache und versuchte über Garys Frau an eine heiße Story zu gelangen. Das Ganze spielte sich 1978 ab. 40 Jahre später nahm sich Regisseur Dwight Little ("Mord im Weißen Haus", "Anacondas") der wahren Geschichte an und machte daraus eine fesselnde True-Crime-Story.

Dass das gelang, liegt nicht nur am Plot, sondern vor allem an der Besetzung: Garys wird von Robert Patrick ("Terminator 2", "The Faculty") gespielt, die junge Reporterin Dorothy von Heather Graham ("From Hell", "Bowfingers große Nummer"), bekannten Hollywood-Größen also, die auch Charakterrollen stemmen können. Bruce Davison ("X-Men", "Hexenjagd") als Sheriff Cooper und Chris Browning ("Bright", "Ray Donovan") als skrupelloser Oberbösewicht Randy Greenwalt runden das ausgewogene Ensemble von "Last Rampage: Der Ausbruch des Gary Tison" ab.

Heute wäre ein solcher Gefängnisausbruch nicht mehr möglich. "Last Rampage" ist damit auch ein Stück US-amerikanischer Zeitgeschichte - und ein Muss für Fans von handwerklich gut gemachten True-Crime-Storys mit Familiendrama-Attitüde.

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Quelle: n-tv.de