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Mähdrescher gegen Untote "Zombies!" - so geht also die Welt unter

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In Richtung Filmende fliegt eine Menge Blei durch die Luft.

Luke hat nach der Zombiecalypse gerade seine große Liebe Rena wedergefunden, da sehen sich die beiden samt Familienanschluss einer Horde Zombies gegenüber. Tausend Untote gegen vier Menschen. Da muss technische Hilfe her!

Wenn ein Film "Zombies!" heißt, worum wird es da wohl gehen? Pinkfarbene Einhörner mit Blümchen auf dem Fell? Niedliche Feen mit Glitzerstaub im Haar? Oder vielleicht doch: Untote? So etwas nennt man wohl eine rhetorische Frage. Also wieder ein Zombie-Film. Der x-te in den letzten Jahren. Um beim Zuschauer zu punkten, muss er also ein paar krasse neue Sachen zeigen. "Zombies!" tut das.

Die Story ist, wie sollte es anders sein, schnell erzählt: Ein Mann ist in der Zombiecalypse auf der Suche nach seiner großen Liebe. Es geht aber auch etwas ausführlicher: Die Welt geht unter, die Untoten sind plötzlich da und fressen sich durch die menschlichen Überlebenden einer Katastrophe, die nicht näher bekannt ist. In Minnesota stellen sich ein paar Wagemutige den immer hungrigen Hirntoten in den Weg. Zu ihnen gehören Detective Sommers (Tony Todd; "Hatchet", "Candyman") und Luke (Steven Luke; "War Pigs"), der Sommers sein Leben verdankt.

Für Liebe geht man(n) durch die Hölle

Luke schlägt und schneidet sich meist allein durch die Massen von Untoten, um eingeschlossene Menschen zu befreien und sich in vermeintliche Sicherheit zu bringen. Aber tief im Inneren weiß er, er tut das nicht aus Nächstenliebe: Luke will nur seine große Liebe Bena (Raina Hein; "Bat Romance") finden.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wird er den Wahnsinn lange genug überleben, um seine Geliebte wieder in seine Arme schließen zu können? Die Antwort: Na aber hallo! Als sie sich wiedersehen, retten Bena und ihre Schwester Luke den Arsch, der von einer Meute Zombies verfolgt wird, die ihm an sein Fleisch wollen.

Das nenne ich potenziellen Schwiegervater!

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Das Landleben ist auch nicht mehr das, was es einmal war.

Luke nimmt die beiden mit zu Sommers. Doch es dauert nicht lange und das neugefundene Trio macht sich auf den Weg zu Benas Elternhaus. Dort gibt es bereits zwei Todesopfer - und ihren Vater. Der schießt erst und stellt dann die Fragen. In der Zombiecalypse keine schlechte Angewohnheit.

Doch die traute Familienidylle stört, dass eine Horde Zombies Kurs auf das abseits der Großstadt gelegene Farmgrundstück nimmt. Rund tausend Untote gegen vier Menschen - das kann nicht gut ausgehen. Aber wo eine Farm in den USA ist, gibt es in der Regel zwei Dinge immer: einen Waffennarren mit einer Garage voller Feuerwaffen, mit deren Hilfe man alle vom Zahn gebrochenen Nachbarschaftsstreitigkeiten gewinnt - und einen funktionierenden Mähdrescher. Yippie-ya-yeah, Schweinebacken!

Es flutscht - bei Cast und Ton

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"Zombies!" ist bei Tiberius erschienen.

Das ist "Zombies!" des Regisseurs Hamid Torabpour - und dessen Debüt kann sich mehr als sehen lassen, was vor allem drei Gründe hat: Da wären die Darsteller. Am bekanntesten wohl Horror-Ikone Tony Todd. Dazu kommt mit Raina Hein eine Frau, die bereits als Catwoman ("Bat Romance") zu sehen war. Und nicht zu vergessen Steven Luke.

Bei seinem Gesicht denkt der Zuschauer sofort: Hoppla, den Jungen kennst du doch?! Serienjunkies fällt "GZSZ" ein. Wenn man daraus das Aussehen der beiden Charaktere Paul Wiedemann (Niklas Osterloh) und Philip Bachmann (Jörn Schlönvoigt) mixt, bekommt man Steven Luke. Musikfans denken dagegen vielleicht eher an einen etwas muskulöseren Clueso.

Kurzum: "Zombies!" kann sich darstellerisch sehen lassen. Ein zweiter Pluspunkt ist die Geräuschkulisse. Wenn Luke sich mit seinen Schwertern durch die untoten Massen scheidet, klingt das wie einst bei "Grill den Henssler", wenn es Tunfisch-Tartar gab. Für Zuschauer mit schwachen Mägen könnte der eine oder andere explodierende Zombie-Kopf des Guten zu viel sein. Genrefans werden die Soundkulisse dagegen lieben!

Und dann wäre noch das dritte Highlight: der Mähdrescher. Pistolen, Gewehre, Handgranaten, Schwerter, Stöcke, Messer, Baseballschläger, ja sogar Bratpfannen - alles wurde in unzähligen Zombiefilmen schon im Kampf gegen die Untoten eingesetzt. Aber mal ehrlich: Will man möglichst viele Zombies auf einmal dahinmetzeln, ist der Mähdrescher das perfekte Werkzeug - wenn man einen strapazierfähigen Magen hat.

Alles in allem ist "Zombies!" also weit mehr als der x-te Zombiefilm der letzten Jahre. Er ist für hartgesottene Einzelgänger ebenso geeignet wie für schmachtende Frischverliebte. Das Ende von "Zombies!" hält dann noch zwei Überraschungen bereit, die man nicht unbedingt hat sehen kommen. Aber sie sind die Kirsche in der Mitte der Sahnesorte, das Tüpfelchen auf dem i bei "Zombies!".

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Quelle: ntv.de