Essen und Trinken

Ein warmes Gefühl 100 pro Jahr

"Nein, meine Suppe ess' ich nicht!" Wer kennt sie nicht, die Mär vom Suppenkasper, der nicht essen wollte und am fünften Tag tot war! Zum Trost aller Eltern sei gesagt: Deutschlands Kinder sind keine Suppenverweigerer; etwa 60 Prozent der Kinder essen mindestens einmal pro Woche eine Suppe. Sicher nicht jede, denn die Geschmäcker sind schon im Kindesalter sehr eigen und auch ausgeprägt. Zum Glück ändern sich auch Essgewohnheiten, und so mancher, der als Kind lieber Milchreis als Reissuppe aß, macht's heute genau umgekehrt.

Hierzulande gehört die Suppe oder der Eintopf zu den beliebtesten Nahrungsmitteln - über 100 Teller Suppe werden im Jahr pro Kopf gegessen. Nach Angaben des Verbandes der Suppenindustrie ist noch nicht einmal jede zweite Portion selbst gekocht. Ein Grund liegt sicher in den veränderten Verzehrgewohnheiten: Heutzutage soll es meistens schnell gehen und am besten ohne großen Aufwand. Es ist schon so, gut Ding will Weile haben. Und eine gute Suppe braucht nun mal ihre Zeit.

Deshalb verrate ich ihnen heute zwei Suppenrezepte: eins für die schnelle Küche und eins, das mehr Zeit benötigt. Letzteres ist aber gut vorzubereiten, ist absolut lecker und erinnert mich an meinen Freund Charly und seine Frau Christa, die leider schon gestorben ist. Christas Pilzsuppe und dazu Charlys selbstgebackene Brötchen waren nach ausgedehnten Winterspaziergängen der Hit!

Schnelle Pilz-Kartoffelsuppe

30 g durchwachsenen Speck
300 g Feinfrost-Champignons in Scheiben
1 Zwiebel
2 Gemüsepaprika
1 Pä Kartoffelpüreeflocken
2 EL saure Sahne/Schmand
1 EL Öl
Salz, Pfeffer, Knoblauch, Thymian, Petersilie

Zubereitung:

Paprikafrüchte entkernen und in feine Streifen schneiden. Speck und Zwiebel fein würfeln und in dem heißen Öl schön anrösten. Vom Feuer nehmen, ein wenig abkühlen lassen, die Pilze, die Paprikastreifen, eine zerdrückte Knoblauchzehe und wenig gerebbelten Thymian hinzugeben. Alles eine Viertelstunde dünsten lassen.

Mit 1 l warmem Wasser auffüllen. Den Topf vom Feuer nehmen und die Kartoffelflocken einrühren. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken und mit saurer Sahne verfeinern.

Tipp: Statt frischen Knoblauchs kann auch Knoblauchpulver verwendet werden. Dann erst zum Schluss ein wenig beim Abschmecken mit dazugeben. Außerdem können Speck und Knoblauch auch weggelassen werden. Insgesamt benötigt man für die Suppe nicht länger als 20 Minuten.

Pilz-Zwiebel-Suppe la Christa

Zutaten:

1 l klare Rindsbrühe (am besten aus einer Beinscheibe)
1 Bd. Wurzelgemüse
2 mittelgroße Zwiebeln
2 Handvoll Trockenpilze (Steinpilze, Maronen)
ein wenig Hackfleisch
Eischnee von 1 Eiweiß
etwas Butter, Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung:

Wurzelwerk saubern, klein schneiden. Fleisch säubern und zusammen mit dem Suppengrün in genügend kaltem Wasser ansetzen. Nach dem Aufkochen den Eiweißschaum entfernen und auf kleiner Flamme ohne Topfdeckel gar köcheln lassen. Salzen. Zwischenzeitlich verkochte Flüssigkeit mit heißem Wasser (kein kaltes) ersetzen. Ist die Brühe irgendwann fertig, sollte man 1 l davon haben.

Ist das Fleisch gar (nicht die Geduld verlieren, eine Beinscheibe braucht ihre Zeit, ergibt aber eine wohlschmeckende Brühe), nimmt man es aus der Brühe heraus. Abkühlen lassen, Knochen, Sehnen und Fett entfernen und klein schneiden.

Damit man eine schöne klare Brühe bekommt, wie folgt klären: Die Brühe mit etwas Hackfleisch und Eischnee aufkochen. Nun die Brühe etwa eine Stunde leicht sieden lassen. Nach dem Auskühlen kann die geronnene dicke Schicht abgeschöpft werden und man erhält eine ausgezeichnete klare Brühe. Sie lässt sich problemlos bereits am Vortag zubereiten.

Die geputzte Zwiebel halbieren und feine Scheiben schneiden. In Butter mit etwas Salz bis kurz vor dem Braunwerden dünsten. Danach die getrockneten Pilze (nicht einweichen!) zugeben und umrühren. Mit Brühe ablöschen, etwas Brühe auffüllen und etwa eine Viertelstunde köcheln lassen.

Dann diesen Ansatz in die restliche Brühe geben, das klein geschnittene Fleisch zugeben, mit frisch gemahlenem Pfeffer und evtl. nochmals mit etwas Salz abschmecken.

Diese Suppe schmeckt ausgezeichnet als feine Vorsuppe oder ist mit gebuttertem Toast ein leckeres kleines Mahl. Auch als Seelentröster für Singles zu empfehlen!

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de