Essen und Trinken

Offenbarung mit Winfred An der Ehre gekitzelt

Es macht immer wieder Freude Menschen zu begegnen, mit denen man schnell ins Gespräch kommt, sich die Hand gibt und sogleich das Gefühl hat, einen guten Freund getroffen zu haben. So ergeht es einem mit Winfred Günther.

Der sympathische Mann ist mit Etlichem gesegnet und ein hervorragender Koch. So kam er die Idee auf, einmal im Monat einen Menüvorschlag und eine Weinempfehlung zu verbinden und hier zu präsentieren. Heute erfolgt nun die Prämiere. Hier sind Geschichte und Rezept von Winfried Günther:

Ich war wieder einmal bei meinem Fischhändler, der gerade einen Marmorkarpfen filetierte. Nun weiß nicht jeder, wie so ein Marmorkarpfen aussieht, geschweige denn, wie er schmeckt. Spiegelkarpfen, vielleicht einen Armur-Karpfen kennen schon noch einige. Wie bereitet man aber gar einen Marmorkarpfen zu?

Da gibt es dann den einen oder anderen, der meint, Marmorkarpfen seien ja eigentlich Silberkarpfen und den kennen nun wieder mehr Leute. Leider gefehlt. Beide sehen sich sehr ähnlich, sind aber unterschiedliche Fische. Ich bekomme also eine ganze Seite (ein halber Fisch der Länge nach an der Mittelgräte entlang geteilt) vom besagten Marmorkarpfen mit dem Spruch des Fischhändlers, daraus könne nicht jeder ein gutes Essen zubereiten. Folglich fühle ich mich ganz schön an meiner Ehre gekitzelt. Also lud ich ihn und ein paar Gäste zum Karpfenessen ein. Den Marmorkarpfen la Günther habe ich so zubereitet:

Zutaten für ca. 6 Personen:

½ Marmorkarpfen ca. 2.000 Gramm
ein großes Bund Thymian
ein großes Bund Rosmarin
5 – 6 Blätter Salbei
von 2 unbehandelten Zitronen geriebene Zitronenschalen
von 2 unbehandelten Orangen geriebene Orangenschale
ca. 10 Jahre alter Aceto balsamico
Meersalz

Zubereitung:

Zunächst wäscht man den Fisch und zieht die großen Gräten mit einer Fischpinzette heraus. Danach schneidet man aus dem Fisch Portionsstücke. Die Thymian- und Rosmarinblätter von den Stielen abstreifen und zusammen mit den Salbeiblättern hacken.

Den Fisch salzen und auf die Hautseite legen. Die Kräuter mit der Zitronen- und Orangenschale mischen und auf die Oberseite der Fischstücke streuen. Nun die Fischstücke vorsichtig in einen Bratschlauch legen, den Aceto balsamico darüber geben und den Bratschlauch fest verschließen. Wer kann, sollte vakuumieren. Alles für ca. 24 Stunden in die Kühlung legen.

Am nächsten Tag den Fisch herausnehmen und in einer Pfanne bei kleiner Hitze auf der Hautseite etwa 5 Minuten braten und danach unter einem Elektrogrill fertig garen. Den Fisch sofort auf den Teller bringen und mit ein par Salzkartoffeln oder Bandnudeln anrichten.

Alle Gäste haben den Marmorkarpfen aufgegessen - was schon mal ein erster Erfolg war. Selbst mein misstrauischer Fischhändler hatte am Ende einen leeren Teller. Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Winfred Günther.

Quelle: ntv.de