Essen und Trinken

Der Verführung zweiter Teil Auf die Dosierung achten

Eine gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg. Zu einer anheimelnden Atmosphäre gehören bekanntermaßen nicht nur die Seidenbettwäsche und das Neglig.

Vanille ist eigentlich eine Kletterorchidee, "vanilla planifolia". Jede Blüte existiert nur einen Tag lang, bildet dann nach ihrer Bestäubung eine grüne Fruchtkapsel - die Schote, die kurz vor der Reife geerntet wird. Bis hierher ist alles noch ziemlich geruch- und geschmacklos. Das von uns so heiß begehrte Aroma, das Vanillin, entwickelt die Vanilleschote erst durch die Fermentierung, meist durch abwechselnd Dämpfen und Trocknen (Bourbon-Verfahren). Dadurch bekommt sie auch ihre braune Farbe.

Was die Vanille eigentlich in unserem Körper bewirkt, ist nicht so genau 'raus. Vanille soll das Herz stärken, Angst und Müdigkeit vertreiben und gilt besonders in der Verbindung mit Kakao als Stimmungsaufheller und Kraftspender. Wissenschaftler meinen, sie wirke ähnlich wie Spanischer Pfeffer (Chili), der in entsprechender Dosierung in entsprechenden Körperregionen Erregung zu stiften vermag.

Vielleicht trug aber lediglich die spanische Namensgebung der Vanille den Ruf als Aphrodisiakum ein. Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Vanille entdeckten, trug sie den unaussprechlichen Namen tlixochitl. Vermutlich gaben ihr die Eroberer die Namen "vainilla" (kleine Schote), weil die Samenkörnchen in kleinen Schoten enthalten sind. Und "vainilla" stammt von "vaina" - lateinisch "vagina"!

Die Chilenen lieben ein Getränk namens "Affenschwanz". Warum das so heißt, entzieht sich meiner Kenntnis. Sie trinken "cola de mono" (im Original mit Pisco hergestellt) gerne zu Weihnachten. Dem Hörensagen nach auch gern beim Tête-à-tête. Warum, weiß ich nicht. Ich kenne vermutlich zu wenig Chilenen. Aber auch bei Mädchen-Abenden ist der Trank ein Hit! Hier gilt wie immer im Leben die alte Weisheit von Paracelsus: "Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist".

Zutaten:

3 l Milch (3,5 % Fett)
1 Stange Vanille
5 Gewürznelken
2 Stück Stangenzimt
2 Kaffeetassen sehr starker Mokka
700 ml Wodka
Zucker, geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Das Mark gut aus der Vanilleschote kratzen. Milch, Zucker nach Geschmack (großzügig dosieren) und Gewürze (außer Muskatnuss) unter Rühren einmal aufkochen. Abkühlen lassen und dann erst den Mokka zufügen. Etwa 2 Stunden stehen lassen. Durchseihen, Wodka zugeben, umrühren und nochmals 1 Stunde ziehen lassen. Muskatnuss zufügen, in Flaschen abfüllen und in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag schön kalt servieren.

Reste bitte kühl aufbewahren (maximal 3 Tage). Erfahrungsgemäß bleibt aber nicht sehr viel übrig. Für Stunden zu Zweit lässt sich der "Affenschwanz" auch gut aus der Hälfte der Zutaten herstellen.

Kommen Sie gut über die Feiertage und hinein in das Jahr 2006! Viel Spaß wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de