Essen und Trinken

Ball flach halten Das freut den Knirps und Opapa

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(Foto: picture alliance / dpa)

Buletten, Frikadellen, Klopse - wenn einem fürs Mittagessen nichts mehr einfällt, muss Hackfleisch herhalten. Ist dazu noch preiswert und gelingt (meistens) auch ungeübten Köchen. Bulette mit Brot und Senf gibt’s an jedem Imbiss-Stand. Vielleicht ist es diese Beliebigkeit, die Hackfleisch mitunter den Ruf des Gewöhnlichen einbringt. Sehr zu Unrecht, denn wieso ist Vielfalt ein Zeichen von Langeweile?

Kaum ein Lebensmittel wird in der Küche so vielfältig eingesetzt wie Hackfleisch - urdeutsch als leckere Frikadelle mit brauner Kruste, Senf, Gürkchen, Graubrot und Bier, neudeutsch als (Ham)”Börger”, eingesperrt in eine schlappe Semmel und mit stets nach den Seiten driftenden Saucen eingeschmaddert, sonntagstauglich eingehüllt in Blätterteig oder mit internationalem Touch als Chili con Carne, Bolognese-Soße zu Pasta oder Moussaka.

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Russlands Präsident Dmitri Medwedew (l) und US-Präsident Barack Obama frühstücken in Ray's Hell Burger Restaurant in Arlington. Unbekannt bleibt, ob beide Politiker Burger-Fans sind.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bulette wird hierzulande gern "gutbürgerlich” mit feingehackter Zwiebel, eingeweichtem Brötchen und Ei zubereitet. Doch alleine durch den Griff ins Gewürzregal eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten: Mit Thymian, Petersilie, getrockneten Tomaten, Oliven oder Sardellen wird die Frikadelle mediterran. Mengt man noch ein paar geröstete Pinienkerne in die Fleischmasse, wird so eine "Mittelmeer-Bulette” ganz besonders köstlich. Kreuzkümmel und Koriander verleihen dem Fleischkloß eine orientalische Note, mit Ingwer und Sojasauce wird er asiatisch. Und mit Peperoni und Schafskäse erinnert er an den Balkanurlaub. Auch Majoran, Paprika, natürlich Knoblauch, Senf oder auch Rosinen sind geeignet - sehen Sie einfach nach, was sich bei Ihnen in der Küche so findet. Man kann einfach nichts falsch machen!

Durch die verschiedenen Garmethoden werden die Varianten noch potenziert. So liegt der Reiz des Königsberger Klopses in seiner zarten Saftigkeit, die beim sanften Garen entsteht. Köfte oder Cevapcici schmecken am besten vom Holzkohlegrill. Und eine urdeutsche Bulette braucht unbedingt die schon erwähnte köstliche Kruste: In der heißen Pfanne bei Mittelhitze anbraten und am besten erst bewegen (und wenden), wenn eine braune Kruste sichtbar ist. Nicht zu heiß anbraten, sonst werden die Frikadellen möglicherweise außen schwarz und bleiben innen roh. Deshalb sollte sie auch nicht zu dick sein, damit sie auch innen heiß und gar ist.

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Sterne-Koch Alfons Schuhbeck testet in Berlin eine Bulette.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Hacksteaks sind beliebt in allen Altersgruppen, sowohl bei kaufaulen Kids als auch bei mümmelnden Omas und Opas. Ganz ungefährlich ist allerdings der Umgang mit dem Gehackten nicht. So warnte kürzlich ein Professor für Zahnmedizin von der Nationalen Yang-Ming Universität Taiwans vor Kieferproblemen durch das Verspeisen von Riesen-Burgern. Der menschliche Kiefer sei nicht dazu angelegt, bedeutend weiter als vier Zentimeter aufgerissen zu werden, so Hsu Ming-lang. Manche Burger seien aber mehr als acht Zentimeter hoch! Hsu musste bereits etliche Patienten behandeln, die nach dem Verzehr eines solchen Riesen-Burgers ihren Mund nicht mehr richtig öffnen konnten, weil die Verbindung zwischen Kieferknochen und Schläfenbein vor den Ohren beschädigt war.

Reißen Sie den Mund also nicht zu weit auf! Bei "Hacksteaks mit Schafskäsefüllung” besteht diese Gefahr übrigens nicht:

Zutaten (4 Personen):

500 g Rinderhack
60 g Schafskäse
2 EL Joghurt
1 Ei
1 Zweig Rosmarin
1 fein gehackte Knoblauchzehe
1 altbackenes Brötchen
etwas Chilipulver, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Öl zum Braten
Milch zum Einweichen

Zubereitung:

Rosmarinzweig abspülen, trockenschütteln. Nadeln abstreifen und sehr fein hacken. Brötchen in kalter Milch einweichen, dann gut ausdrücken und zerpflücken.

Schafskäse in 8 Würfel schneiden. Hackfleisch mit Joghurt, Ei, den Brötchenflocken, Rosmarin, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Chili gut verkneten. Die Masse mit feuchten Händen zu 8 Kugeln formen, je 1 Schafskäsewürfel in die Mitte drücken, die Fleischmasse rundherum gut verschließen und etwas platt drücken.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Frikadellen bei Mittelhitze von beiden Seiten je 5 Minuten braten.

Dazu schmeckt am bestens frisches Weißbrot, aber auch Kartoffelpüree.

Tipp: Statt Rosmarin lässt sich Oregano verwenden. Auch fein abgeriebene Bio-Zitronenschale, gehackte schwarze Oliven oder Tomatenmark eröffnen ungeahnte Möglichkeiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de