Essen und Trinken

ER ist wieder da Der Urtrieb in uns

Spüren Sie es auch? Kein Sträuben hilft, kein Verschließen aller Sinne, wie es die drei Affen tun. Man möchte “Neiiin” rufen - aber jede(r) unterliegt.

neandertaler_Ausstellung.jpgJetzt ist es wieder da, das Sehnen nach frischer Luft und Sonne - und nach dem unwiderstehlichen Duft von Gegrilltem! Wie erklärt sich eigentlich die zeitlose Beliebtheit des Grillens? Es ist wohl genau diese Kombination von ungezwungener Freiheit mit Freunden und/oder Familie in der Natur und den verlockenden Bratdüften. Wie oft habe ich schon gestöhnt: “Nur nicht wieder grillen“ (denn wer macht immer diesen schrecklichen Rost wieder sauber?), aber wie will man den höchstens mit Balkon verwöhnten Hauptstädtern den innigen Wunsch nach ländlicher Idylle verwehren? Geht gar nicht! Denn hier, auf einem Fleckchen Grün, hinter duftender Hecke und unter schattenspendender Linde bricht ER sich wieder Bahn - der Urinstinkt des Menschen nach Feuer und in diesem Feuer gegrilltem Fleisch.

grillen.jpgDer Mensch mit all seinen Bedürfnissen, so wie wir ihn heute kennen, ist eine „Konstruktion“, die 15.000 bis 40.000 Jahre alt ist. Als unsere Vorfahren als Jäger und Sammler gelebt haben, waren sie schon so angelegt wie wir es heute sind. Legen wir mal Jeans und T-Shirt ab und stellen wir uns ein Stückchen Mammutfell um Lenden und Schultern vor: Damals wie heute machen die Frauen den Kartoffelsalat und die Männer scharen sich ums Feuer. Bei unseren urdeutschen Ahnen bestand der „Grill“ aus drei Feldsteinen und neudeutsch heißt das Ganze Barbecue oder BBQ oder Bar-B-Q. Kommt aber alles aufs Gleiche heraus. BBQ ist nichts weiter als die Übernahme einer uramerikanischen Angelegenheit.

bush.jpgIn den US-Südstaaten isst man zum BBQ gerne Hushpuppies. Nicht wundern, an dieser Stelle sind damit weder die Schuhe noch die Mitglieder einer französischen Band gemeint, obwohl die auch so heißen und ihre Namen wohl von diesem Schmalzgebäck haben. Dieses Traditionsgebäck ist so einfach, dass man einst auch die Hunde damit fütterte: Der Name soll von dem Ausruf “Hush, puppy” (Kusch, Hündchen) kommen. In den “Carolinas” (Nord- und Süd-Carolina) sind die kleinen frittierten Bälle regelmäßige Beilage zum Barbecue. Oft werden die Maismehlbrötchen im selben Öl frittiert wie der Fisch und bilden zusammen mit Coleslaw (Krautsalat) die typische Beilage zu dem Bratfisch. Grillen Sie doch mal Fisch und bringen Sie als ungeahnte Überraschung “Hushpuppies” auf den Tisch:

Zutaten:

250 g Maismehl
50 g Weizenmehl
250 g Buttermilch
2 Eier
1 fein gehackte Zwiebel
½ TL Natron
2 TL Backpulver
1 TL brauner Zucker
½ TL Salz
1 TL schwarzer gemahlener Pfeffer
Öl zum Frittieren

Zubereitung:

Die Mehlsorten mit Backpulver, Natron, Zucker, Salz und Pfeffer in einer Schüssel mischen.

Die Eier verquirlen und mit der Buttermilch und den Zwiebelwürfeln verrühren. Die Masse zu dem Mehl geben und rasch nur so lange verrühren, bis die trockenen Zutaten feucht sind. Vermeiden Sie zu kräftiges und zu langes Rühren.

In einer Friteuse (oder einem hohen Topf) das Öl erhitzen. Von dem Teig mit einem Teelöffel tischtennisgroße Bälle abstechen und diese vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen. Portionsweise rundherum goldbraun ausbacken (etwa 3 Minuten). Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und warm servieren.

Tipp: Sie können die Küchlein mit verschiedenen Zutaten variieren: mit geriebenem Käse, fein gehackten Paprikaschoten, Maiskörnern oder Chili.  Die Zwiebel lässt sich auch gut durch Frühlingszwiebeln ersetzen.

Die abgestochenen Bällchen können auch etwas flach gedrückt werden und in einer Pfanne in heißem Öl von beiden Seiten je 2 Minuten gebraten werden.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de