Essen und Trinken

Sonne im Herzen Die Qual der Wahl

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Marktleben im Orient.

(Foto: © Eleonore Teitzer / PIXELIO)

"Eisige, schneereiche Winter gehören der Vergangenheit an.” Das habe ich neulich gelesen. In einem 2005 erschienenen Buch. So schnell kann’s gehen und man liegt auf dem Müllhaufen der Geschichte. Dieser Winter war durchaus eisig und auch schneereich, doch auch er fühlt sein Ende nahen: Die zu Eiskanälen (jedenfalls in der Bundeshauptstadt) mutierten Bürgersteige gestatten bereits, dass man sich den im Winter zugelegten schlurfenden Watschelgang so langsam wieder abgewöhnt. Das Eis gibt stückchenweise seine "Schätze” frei: jede Menge Sand und Split und die so lange vermissten Hundehaufen.

An Sonne allerdings fehlt es meistens noch. Fehlt die Sonne vor dem Fenster, muss man sie sich ins Herz zaubern - zum Beispiel mit farbenfrohen Südfrüchten. Exoten haben in den Wintermonaten Saison und bereichern das magere inländische Fruchtangebot mit wertvollen Vitaminen.

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Landwirt Anton Schott erntet im November 2009 das erste Mal Kaki-Früchte. Nach Schotts Angaben ist seine Anlage zwischen Weinbergen im südbadischen Kaiserstuhl die bisher einzige in Deutschland.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Entgegen landläufiger Meinung sind exotische Früchte in der Regel kaum mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Das hat jedenfalls eine Analyse von Stiftung Warentest ergeben. Die Lebensmittelprüfer hatten bei großen Handelsketten, in Bio-Supermärkten und in einem Online-Shop 48 Exoten eingekauft und im Labor auf rund 500 Pflanzenschutzmittel untersuchen lassen. Besonders gut schnitten bei der Stichprobe Bio-Produkte ab: Alle getesteten Früchte waren vollkommen rückstandsfrei. Wir können also ohne Sorge zu Ananas, Feigen, Kaki, Mango oder Maracuja greifen.

Sehr gering belastet waren zehn der 16 getesteten Ananas und neun der 15 untersuchten Mangos. Die Pflanzenschutzmengen erreichten dabei weniger als zehn Prozent der gesetzlichen Höchstwerte. Eine etwas höhere, aber noch geringe Belastung fanden die Tester bei drei Mangos. Der Höchstwert lag hier bei 25 Prozent der zulässigen Höchstwerte - auch das sei ungefährlich. Bei den getesteten Kakis, Feigen und Maracujas gab es keine oder nur eine sehr geringe Belastung mit Pestiziden.

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(Foto: © Erich Keppler / PIXELIO)

Ökologisch unproblematisch sind die Südfrüchte dennoch nicht: Die langen Transportwege wie auch die Lagerung, Reifung und Kühlung am Zielort verursachen einen hohen Kohlenstoffdioxidausstoß und schaden so dem Klima. Ob die Früchte per Schiff oder - klimaschädlicher - per Flugzeug importiert werden, erfährt der Verbraucher leider nicht. Allerdings ist der Steakliebhaber auch kein vorbildlicher Vermeider von klimaschädlichen Gasen. Zwar segelt Methan immer noch im Schatten des großen Klimakillers Kohlendioxid, hat aber eben auch erhebliche Bedeutung für den Klimawandel. So stammt etwa die Hälfte der Methangas-Emissionen der irischen Landwirtschaft von Wiederkäuern.

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Sieht aus wie eine Tomate, ist aber keine.

(Foto: © wrw / PIXELIO)

Wer die Wahl hat, hat die Qual! Entscheiden wir uns heute mal für die Kaki: Sieht aus wie eine Tomate, schmeckt aber wie eine Mischung aus Birne und Aprikose mit einer Spur Vanille. Die orangerote zarte Frucht ist im Fernen Osten beheimatet und wird heute so gut wie in allen warmen Ländern angepflanzt. Kakis gehören zur Familie der Ebenholzgewächse und heißen in fast jedem Land anders. Die botanische Bezeichnung "Diospyros kaki" ist griechisch und bedeutet "göttliches Feuer". Das Fruchtfleisch ist geleeartig und enthält acht Kerne, wenn es sich nicht um eine der kernlosen Züchtungen handelt, die als "Sharonfrucht" aus Israel zu uns kommen.

Wenn möglich, nehmen Sie die "echten" Kaki; sie machen zwar etwas mehr Mühe als die "pflegeleichten" Sharons, aber die sind vor allem für den Handel interessant: Kakis und Sharons werden wie die meisten Südfrüchte unreif transportiert. Kakis erreichen ihr volles Aroma erst in richtig reifem Zustand, sind dann aber kaum transportfähig. Sie müssen hier also nachreifen. Das dauert und ist teuer. Sharons dagegen haben keine Kerne, eine dünnere Schale und sind schon in festerem Zustand genießbar.

Egal, welche Sorte Sie von diesen Früchtchen bekommen können, das "Kaki-Eis-Dessert" schmeckt Ihnen auf alle Fälle:

Zutaten (2 Personen):

2 bis 3 Kakis
100 g Schlagsahne
1 Pä Vanillezucker
30 g Amarettini
6 EL Cassis-Likör
200 g Stracciatella-Eis
30g Pinienkerne

Zubereitung:

Die Pinienkerne fettlos in einer Pfanne bei Mittelhitze goldgelb rösten. Abkühlen lassen.

Die Kakis vorsichtig waschen, den Kelch herausdrehen und die Haut vorsichtig abziehen. (Werden Sharonfrüchte verwendet, muss die Haut nicht abgezogen werden.) In Stücke schneiden und auf zwei Dessertschälchen verteilen.

Die Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen. Die Amarettini fein zerbröseln (in einem Plastikbeutel mit dem Fleischklopfer), die Hälfte auf die Kakis krümeln und mit der Hälfte des Likörs beträufeln. Darauf die Eiscreme geben, mit dem Rest der Amarettini und den Pinienkernen bestreuen. Mit der Schlagsahne verzieren und alles mit dem restlichen Likör beträufeln.

Ein feiner Espresso dazu ist lecker. Lassen Sie sich’s schmecken, das wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de