Essen und Trinken

Ob blond, ob braun … Es geht nicht immer um die Frauen

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In Spanien werden Tomaten nicht nur gegessen, sondern auch geworfen: Tomatina heißt die Schlacht mit der roten Beere.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sie sind klein und ziemlich anmutig oder kräftig gebaut und handfest. Hellhäutig, dunkelhäutig, bieder oder exotisch - die Geschmäcker sind halt verschieden und noch hat jeder Topf seinen Deckel gefunden. Denn es sollte sich doch langsam herumgesprochen haben: Sie tun Männern sooo gut!

Männer behaupten gern zu wissen, was für sie gut ist: ein ehrliches Bier und ein anständiges Steak. Das lieben Männer, aber zum Glück konsumieren sie das nicht jeden Tag. Was viele nicht wissen ist, dass Tomaten viel, viel besser sind für Männer als Steak und Bier. Vor allem das "Männerorgan" profitiert von der Kraft der Tomaten. Die nur etwa kastaniengroße Prostata kann dem starken Geschlecht nämlich großen Ärger bereiten. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 60.000 Männer an Prostatakrebs, bei rund 12.000 führt eine entartete Vorsteherdrüse zum Tod. Auch wenn nicht gleich der schlimmste Fall eintritt, auch eine gutartige Vergrößerung dieser Drüse bereitet mehr als nur Verdruss. Das Problem setzt früher oder später bei fast jedem Mann ein: Bei den über 50-Jährigen trifft es bereits jeden Zweiten.

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In Europas Tomatenparadies am Neusiedlersee im Burgenland baut Erich Stekovics mehr als 3000 Sorten an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hier nun kommt die Tomate ins Spiel. Dieses Fruchtgemüse, denn botanisch gesehen ist die Tomate eine Beere, ist während der gesamten Reifezeit in hohem Maßen dem Sonnenlicht ausgesetzt. Durch die  intensive UV-Strahlung werden viele freie Radikale gebildet, wogegen die Tomaten eine Schutzstrategie entwickelt haben. Als Radikalenfänger wirkt der rote Tomatenfarbstoff Lycopin. Dieser sekundäre Pflanzenstoff, der zu den Carotinoiden gehört, entfaltet seine nutzbringende Wirkung nicht nur in der Tomate, sondern auch im menschlichen Körper. Das National Cancer Institute, ein US-amerikanisches Krebsforschungszentrum, hat in Studien nachgewiesen, dass durch die vermehrte Aufnahme von Lycopin die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, signifikant gesenkt wird.

Auch die Gefahr von Arterisklerose, Schlaganfällen und Thrombosen kann mit regelmäßigem Tomatenkonsum verringert werden, weil Lycopin die Umwandlung von Cholesterin in die besonders aggressive Form des oxidierten Cholesterin verhindert, das sich an den Wänden der Arterien ablagert. Wissenschaftler im finnischen Kuopio haben 12 Jahre lang 1031 Männer im Alter zwischen 46 und 65 Jahren beobachtet und dabei festgestellt, dass die Patienten mit dem höchsten Lycopin-Gehalt im Blut ein um 55 Prozent niedrigeres Schlaganfall-Risiko hatten als diejenigen mit dem niedrigsten Lycopin-Level.

Männer, esst Tomaten ...

... kann man da nur sagen, weil die Früchtchen nicht nur effektive Krebshemmer sind, sondern auch helfen, das Herzinfarkt-Risiko zu reduzieren. Und das ist ja bekanntlich eine weitere Stolperfalle für Männer jenseits der 50. Ein Kilo reife Tomaten enthält dreißig bis vierzig Milligramm Lycopin. Das ist die Hälfte der wöchentlich empfohlen Dosis. Außerdem liefern Tomaten reichlich Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.

Im Gegensatz zu Vitaminen, von denen durch Erhitzen viel verloren geht, wird Lycopin erst beim Kochen freigesetzt und kann vom menschlichen Organismus verwertet werden. Der Körper kann es am besten in der Kombination mit Öl aufnehmen. Täglich 330 ml erhitzter Tomatensaft mit ein paar Tropfen Olivenöl sind eine optimale Gesundheitsvorsorge. Dass Männer lieber im Flugzeug Tomatensaft trinken als beim Grillfest liegt nicht daran, dass sie über den Wolken klüger sind als am Boden. Das Rätsel wurde vom Fraunhofer-Institut gelöst. Demnach nehmen die Flugpassagiere den Geschmack von Tomatensaft am Boden bei Normaldruck und auf Flughöhe bei niedrigerem Luftdruck völlig verschieden wahr. So wird ein am Boden als muffig beschriebener Geruch von Tomatensaft in 10.000 Metern Höhe angenehm fruchtig.

Ob Sie nun die kleinen oder die großen lieben - Tomaten zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten. Pro Jahr isst jeder Bundesbürger im Durchschnitt 16 kg Tomaten. Sie heißen Eier-, Fleisch- oder Kirschtomate, es gibt sie in feurigem Rot, zitronengelb, leuchtend orange, braun bis fast schwarz, grün mit Streifen und, und, und; sie wachsen an Stangen, hängend oder in Büschen. Die Sortenvielfalt ist beträchtlich. Weltweit soll es über 4000 verschiedene registrierte Tomatensorten geben - und noch mal so viele namenlose nichtregistrierte. Im heutigen Rezept finden Sie gleich drei Mal Tomaten - damit’s richtig hilft:

Gazpacho

Zutaten (4 Pers):

1 kg vollreife Tomaten
1 EL Tomatenmark
4 EL Tomatenketchup
2 große Zwiebeln
50 ml Olivenöl
300 ml Gemüsebrühe
100 g Frischkäse
1 Zucchini
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, zusätzlich etwas Olivenöl

Zubereitung:

Die geschälten Zwiebeln fein würfeln und in dem Olivenöl andünsten. Tomaten vom Stielansatz befreien, in kochendem Wasser blanchieren, enthäuten und würfeln. Die Hälfte der Tomatenwürfel mit 2/3 der Zwiebelwürfel, dem Tomatenmark, dem Ketchup, dem Frischkäse und der Brühe pürieren. Die restlichen Tomaten- und Zwiebelwürfel unterheben. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Die Suppe abkühlen.

Zucchini waschen und klein würfeln, in etwa 2 EL Olivenöl andünsten, salzen und pfeffern und damit die kalte Tomatensuppe garnieren.

Gesundes Genießen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de

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