Essen und Trinken

Im Bett und in der Küche Genießen wie Casanova

Kochen und Essen haben etwas mit Leidenschaft zu tun. Leidenschaftliche Menschen lieben beides. Auch Casanova liebte die Freuden der Tafel - natürlich nur an zweiter Stelle. Zum Kochen war der Weiberheld vermutlich zu faul, verbrachte er doch seine Zeit lieber mit der Köchin. Dennoch geht die Bezeichnung einiger weniger Speisen auf den galanten Liebhaber zurück. So soll er auf Schloss Dux in Böhmen für ein Treffen mit einer Nonne (!) einen Salat erfunden haben. Ob's stimmt, weiß man nicht so genau. Ob's geholfen hat, noch weniger. Aber immerhin gehören Sellerie und hartgekochte Eier in den "Casanova-Salat".

Jedenfalls liebte er es scharf: Die Speisen für Casanova mussten kräftig gewürzt sein. Wildbret sollte nicht nur ein bisschen Hautgout haben, sondern musste bitte schön schon ein wenig arg müffeln. Allerdings: "Süß war mir allzeit der Geruch der Frauen, die ich liebte." Der Frauenkenner wusste natürlich um die Liaison von gutem Essen und gutem Sex: "Mein herzhafter Geschmack hat mich glücklich und genussfähiger als die Mehrzahl der Menschen gemacht."

Auch Gioacchino Rossini entfaltete nicht nur sein musikalisches Genie, sondern verfiel ebenso häufig in hemmungslose Schlemmerei. Er kochte ebenso mit Leidenschaft wie er "Othello", den "Barbier von Sevilla" oder "Aschenputtel" komponierte. Vor allem in späteren Lebensjahren soll der Gourmet mehr Zeit und Energie auf die Küchenkunst als auf die Musik verwendet haben. Rossini, dessen Leibesfülle auch den Gourmand verriet, hat nach eigenem Bekunden zweimal in seinem Leben geweint: Einmal, als er Paganini Geige spielen hörte und zum zweiten Mal auf einem Schiff, "als ein mit Trüffeln gefüllter Truthahn direkt vor mir über Bord fiel".

Rossini erging es mit dem Kochen und Essen vermutlich so wie "Normalsterblichen": Der Maestro fand Inspiration bei gutem Essen, und in depressiven Phasen aß er sich seinen Frust aus dem Gemüt. Er liebte Delikatessen aus aller Herren Länder und ließ sie sich liefern. Böse Zungen lästerten, eine Oper hätte Rossini gegen einen Schinken eingetauscht. Jedenfalls stand sein Talent als Createur in der Küche seinem musikalischen Schaffen nicht nach. In einem Brief schrieb er einmal: "Was Sie wohl ebenso sehr wie meine neue Oper interessiert, ist die Entdeckung eines neuen Spargelrezepts, das mir soeben gelungen ist." "Spargel mit Parmesan" soll auf Rossini zurückgehen, ob's stimmt, ist eigentlich auch egal:

Zutaten für 2 Personen:

1 kg frischer grüner Spargel
100 g geriebener Parmesan
½ Stück Butter
1 Bund grob gezahnte (italienische) Petersilie
Salz, Pfeffer aus der Mühle, frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Den Spargel waschen. Grüner Spargel muss, wenn überhaupt, nur am unteren Drittel leicht geschält werden. Die harten Enden immer abschneiden. Übermäßige Sparsamkeit hat schon so manches Spargelessen getrübt. Spargel darf gerne dünn, sollte aber unbedingt gleichmäßig geschält werden.

Den Spargel schräg in etwa 5 cm lange Stücke schneiden. In reichlich kochendem Salzwasser etwa 10 Minuten knapp bissfest garen. Gut abtropfen lassen.

Dann den Spargel mit der Butter in einer Pfanne bei kleiner Flamme erwärmen, salzen und pfeffern, etwas Muskatnuss darüber reiben und mit dem geriebenem Parmesan und der fein gehackten Petersilie bestreuen. Sofort auf angewärmten Tellern servieren.

Quelle: ntv.de