Essen und Trinken

Was Männer mögen Herd und Matratze

Erst unlängst war im deutschen Blätterwald zu lesen: Männer mögen Döner, Pommes und Hamburger. Kochen? Fehlanzeige! Die GfK Marktforschung nämlich hat herausgefunden, dass etwa 80 Prozent der Männer hierzulande edles Schlemmen, möglichst noch kalorienbewusst, ziemlich wurscht ist. Sie achten darauf weder beim Einkauf noch bei der Zubereitung. Fast jeder dritte Mann (31,8 Prozent) isst mehrmals in der Woche Fast Food wie Döner, Pommes frites oder Hamburger. Jeder Vierte (23,1 Prozent) verzehre häufig Fertiggerichte mangels Lust oder Zeit zum Kochen. 32,2 der Männer behaupteten zudem, sie könnten gar nicht richtig kochen.

Vielleicht kann man den Herren der Schöpfung mit ein paar Weisheiten auf die Sprünge helfen: Nur mit Butterbrot und Bier im Magen kommt nämlich ein Liebhaber nicht weit, wie Stendhal über die Braunschweiger schrieb. Der französische Schriftsteller Stendhal war während der napoleonischen Feldzüge als Adjutant nach Braunschweig gekommen und schrieb 1808 in sein Tagebuch: "Diese braven Deutschen essen vier bis fünf Butterbrote, trinken zwei große Glas Bier und zuletzt Schnaps. Eine solche Lebensweise kann den lebhaftesten Menschen phlegmatisch machen."

Ein anderer Franzose, Freunden einer gut gedeckten Tafel als der eigentliche Erfinder der Gastronomiekritik bekannt, nannte die Dinge des Lebens beim Namen: Herd und Matratze! Alexandre Balthasar Laurent Grimod de la Reynire (1758 ? 1838) war eigentlich Advokat am königlichen Gericht, scherte sich aber wenig darum, sondern nutzte seine Zeit vor allem dazu, Freunde zu Schmausereien einzuladen, die wegen ihrer ungeheuren Fantasie noch heute einen gewissen Ruf haben. Dieser exzentrische Feinschmecker schrieb also: "Anregende Speisen sind nicht nur nützlich, sondern werden oft auch sehnlich herbeigewünscht. Es gibt Situationen, wo ein Liebhaber weit unter seiner Höchstform bleiben würde, eilte ihm nicht die kulinarische Kunst zu Hilfe." Dass man nicht übertreiben sollte, zeigt allerdings das Beispiel des Großvaters von Grimod III. Dieser soll an einer Gänseleberpastete erstickt sein?

Kehren Sie also der Pommes-Bude den Rücken und zurück an den heimischen Herd, schenken Sie Oscar Wilde Glauben, der behauptete, dass Männer für gutes Essen empfänglich sind: "Sie sind Bestien, darum ist es höchst wichtig, die Kerle gut zu füttern."

Das können Sie zum Beispiel mit einer Wildente (Fleisch von wilden Tieren gilt schon seit Jahrhunderten als Potenzmittel). Das Rezept "Römer-Ente" ist unkompliziert, mit ein wenig gutem Willen schafft's auch der Kochunkundige ? und man hat zwischendurch viel Zeit:

Zutaten (2 Personen):

1 Wildente
100 g Schweinemett (Hackepeter)
100 g Frühstücksspeck in dünnen Scheiben
1 Glas Geflügelfond
1 Möhre
¼ Knolle Sellerie
2 kleine Zwiebeln
1 Schuss trockener Rotwein
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
etwas Sauerrahm-Butter

Zubereitung:
Die küchenfertige Wildente unter fließendem Wasser waschen, gut abtrocknen, innen und außen mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Das Mett mit Salz, Pfeffer und einer fein gehackten Zwiebel abschmecken. Damit die Ente füllen; mit Küchenzwirn oder Rouladennadeln verschließen.

Den gewässerten Römertopf mit Speckscheiben auslegen, die Wildente darauf setzen und mit den restlichen Speckscheiben abdecken. Den Fond, das geputzte und klein geschnittene Suppengrün und die geschälte und gehackte zweite Zwiebel dazu geben. Den Römertopf verschließen und im Ofen bei ca. 200 Grad etwa 90 bis 120 Minuten garen.

Eine Viertelstunde vor Garende den Römertopf aus dem Ofen nehmen. Die Ente herausheben, die Herdtemperatur erhöhen und die Ente auf dem Grillrost bräunen. Den Bratensaft aus dem Römertopf in einen Kochtopf gießen, mit einem Schuss Rotwein verfeinern und kurz aufkochen. Vom Feuer nehmen und mit ein paar Flöckchen kalter Butter montieren: Die Butter mit dem Schneebesen in die Flüssigkeit schlagen. So entsteht eine feine Soße mit samtiger Konsistenz. Sie darf beim Zufügen und danach aber nicht mehr kochen, sonst verliert sie ihre Bindung wieder.

Die Ente halbieren, ebenso die Füllung, und mit Kroketten und Rosenkohl oder mit Salzkartoffeln und Rotkohl auf den Tisch bringen.

Gutes Gelingen wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de