Essen und Trinken

Glühwein statt Maibowle Kein Genuss ist vorübergehend

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Und den Regenschirm nicht vergessen!

(Foto: M. Großmann / pixelio.de)

Der "Wonnemonat" Mai ist zum Glück vorbei. Das einzig Positive war, dass das Bier schön kalt blieb. Die Füße allerdings auch. Nun kann es nur noch wärmer werden. Bis das Wetter nach unserem Geschmack ist, machen wir uns warme Gedanken. Feinschmecker genießen nämlich immer - egal, wie das Wetter ist.

Der Mai soll ja der Monat sein, in dem das Gras und die Gefühle sprießen. Wo derzeit nicht gerade "Land unter" ist oder gar die Schneeketten wieder hervorgekramt werden müssen, dort sprießt zwar ob der Regenmengen das Gras - aber die Gefühle? Für ein Picknick zu zweit ist es entweder viel zu nass oder viel zu kalt oder meistens beides. Meine Katze bevorzugt den Platz an der Heizung und meidet den Garten. Ich auch.

Angesichts des nasskalten Wetters lohnt es sich, ein Weilchen am warmen Herd zu stehen. Man kann sich ja schließlich nicht unentwegt mit Glühwein oder Grog warmhalten.

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Nach den frühen sommerlichen Temperaturen ist die Spargelernte im Osten bereits sehr weit fortgeschritten. Nun stehen auch in Wachau bei Leipzig die Felder vielfach unter Wasser.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Auch der Spargel hat mancherorts kalte Füße. Normalerweise gibt es den ersten heimischen Spargel Anfang April. In diesem Jahr gab es beim Spargel allerdings eine Wettertrennung: Während es im Westen viel zu kalt war, gab es im April im Osten Temperaturen weit über 20 Grad - in den westlichen Anbaugebieten ließ sich der Spargel nicht blicken und in den östlichen konnte gut geerntet werden. Derzeit allerdings ist es überall viel zu kalt und viel zu nass. Insgesamt wird daher die Spargelsaison in diesem Jahr kürzer ausfallen als gewöhnlich, denn schließlich ist am 24. Juni Schluss mit der Spargelernte. Grund genug, das köstliche und kostbare Saisongemüse immer wieder auf den Tisch zu bringen, damit die Erinnerung bis zum nächsten Jahr nicht verblasst. Oder, um es mit den Worten des Meisters der Dichtkunst und des Genusses zu sagen: "Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend." Meinte jedenfalls Johann Wolfgang von Goethe.

Spargel ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Zudem besteht er zu rund 90 Prozent aus Wasser und ist dadurch sehr kalorienarm. Der viel beschworene gewichtsreduzierende Effekt allerdings kann glatt vergessen werden; schließlich schmeckt Spargel erst so richtig gut mit einer nicht zu klein gehaltenen Portion Butter. Entweder zerlassen und ganz leicht gebräunt oder verarbeitet in einer Sauce hollandaise. "Die Sauce ist für die Kochkunst, was die Grammatik für die Sprache", sagen die Holländer. Wer kennt sie nicht, die leckere "Holländische Sauce", die am besten zu Spargel und Fisch passt? Versuchen Sie doch einmal eine Variante dieser - zugegebenermaßen recht kalorienreichen - Tunke. Die Sauce mousseline ist eine mit Weißwein und Schlagsahne verfeinerte Variante der Sauce hollandaise:

Spargel-Lachs-Pfanne in Sauce mousseline

Zutaten (4 Pers):

250 g frisches Lachsfilet
500 g weißer Spargel
500 g grüner Spargel
2 Frühlingszwiebeln
40 g Butter
½ Bd Petersilie
Zitronensaft, Salz, Zucker, Pfeffer

Zubereitung:

Den weißen Spargel schälen und die unteren Enden abschneiden. Beim grünen Spargel nur das untere Drittel schälen und die Enden abschneiden. Alle Stangen schräg in etwa 3 Zentimeter lange Stücke schneiden.

In einem Topf Wasser aufkochen, 20 g Butter, Salz und Zucker zugeben und den weißen Spargel darin etwa 5 Minuten köcheln. Dann den grünen Spargel zugeben und alles weitere 5 Minuten sanft kochen. Anschließend abgießen. Der Spargel sollte noch recht bissfest sein, weil er etwas nachzieht. Lieber einen Tick eher aus dem Wasser nehmen.

Den Fisch in etwa 2 cm große Stücke schneiden, mit 2 EL Zitronensaft beträufeln, wenig salzen und pfeffern. Die geputzten Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden.

In einer Pfanne 20 g Butter erhitzen und die Lachswürfel darin  vorsichtig und von allen Seiten etwa 3 Minuten garen. Dann die Frühlingszwiebeln zugeben und kurz mitbraten. Alles aus der Pfanne nehmen und im verbliebenen Bratfett die Spargelstücke kurz andünsten. Den Fisch mit den Frühlingszwiebeln wieder zugeben und die gehackte Petersilie unterheben. Warm stellen.

Sauce mousseline

125 g Butter
2 Eigelb
125 g geschlagene Sahne
1 Glas trockener Weißwein
Zitronensaft, Salz, Cayennepfeffer

Für die Sauce mousseline die Butter sanft schmelzen, aber nicht aufschäumen. Kurz stehen lassen, damit sich das Molkeeiweiß absetzen kann. Die klare Butter in ein anderes Gefäß abgießen. Eigelbe mit einer Prise Salz und dem Weißwein im Wasserbad mit dem Schneebesen dickschaumig aufschlagen. Nach und nach (zuerst teelöffel-, dann esslöffelweise) die flüssige Butter unterschlagen. Falls die Mischung zu dick wird, einige Tropfen Zitronensaft zufügen.

Aus dem Wasserbad heben und mit Zitronensaft, Salz und Cayennepfeffer pikant abschmecken. Zum Schluss die geschlagene Sahne unterziehen. Die Sauce mousseline unter die Lachspfanne heben und sofort servieren. Am besten passen Reis oder Salzkartoffeln dazu.

Guten Appetit und besseres Wetter wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de