Essen und Trinken

Die Klage des Prinzgemahls Königs Küche

"Ich bekomme nie hausgemachtes Essen zu sehen. Ich bekomme immer nur dieses ausgefallene Zeug", klagte einst Seine Königliche Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh und Prinzgemahl der britischen Königin Elizabeth II. Dabei erlebt "Hausmannskost" trotz Tütensuppe, Fast Food und Sushi gerade eine kleine Renaissance, aber ohne Rückfall ins Opulente.

Der Begriff stammt wohl schon aus dem 16. Jahrhundert und bezeichnete einfache, nahrhafte und preiswerte Speisen, wie sie meist Bauern, Arbeitern und auch im Mittelstand gegessen wurden. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde der Herr des Hauses bei der Ernährung bevorzugt, er bekam meist mehr und gehaltvoller zu essen als der Rest der Familie. Hausmannskost ist stark regional geprägt; sie wird mancherorts auch als Bauernküche bezeichnet, oftmals auch abwertend gemeint. Mitunter wird auch die sogenannte bürgerliche oder gutbürgerliche Küche als Synonym für Hausmannskost verwendet, sie ist aber zum Beispiel mit großen Braten und feinen Wildgerichten aufwändiger und verwendet auch teurere Zutaten wie Spargel.

Unsere heutige Hausmannskost oder bürgerliche Küche besteht nicht mehr aus totgekochtem Kohl, fettem Schweinefleisch und dicken Mehlsuppen. Wir bemühen uns um frische Zutaten, kennen auch andere Gewürze außer Salz und verwenden viele Kräuter. Selbst Meisterköche experimentieren gern mit alten überlieferten Rezepten. Wir stehen auch nicht mehr Stunden lang am Herd, denn in der Alltagsküche muss es schnell gehen. Die zeitlich aufwändigeren Gerichte wie Gänsebraten und Lammkeule bleiben Fest- und Feiertagen vorbehalten. Und das ist auch gut so.

Zurück zum klagenden Prinzgemahl. Ich hoffe nicht, dass er unter "ausgefallenem Zeug" auch Spargel versteht. Dieses königliche Gemüse sprengt natürlich den Begriff "Hausmannskost" und ist auch nicht ganz billig. Andererseits benötigt der wohlschmeckende Spargel auch kein großes Drumherum. Zwar kann man mit ihm sehr raffinierte Gerichte zaubern - aber eben auch ganz einfache. Kurz vor Ende der "fünften Jahreszeit" zu Johanni (24. Juni) möchte ich Ihnen noch einmal ein Spargelrezept vorschlagen. "Gebratener Spargel mit neuen Kartoffeln" ist nicht allzu zeitaufwändig (beim Spargelbauern kann man die Stangen auch schon geschält kaufen) und macht auch nicht dick, es sei denn, Sie gehen mit der Butter zu verschwenderisch um:

Zutaten (4 Personen):
2 kg frischer weißer Spargel
neue Kartoffeln
3 EL Olivenöl
100 g Butter
etwas Petersilie
evtl. 1 EL Semmelmehl
Salz, Zucker

Zubereitung:
Reichlich Wasser mit Salz und einer Prise Zucker zum Kochen bringen. Den gut geschälten Spargel einlegen und nach dem Aufkochen bissfest köcheln lassen. Dann in Eiswasser abschrecken und anschließend sorgsam auf Küchenkrepp abtrocknen. Mit dieser Schocktherapie bleibt der typische Spargelgeschmack sehr gut erhalten.

Olivenöl erhitzen und den Spargel darin anbraten. Dabei zum Schluss die Butter zugeben und schmelzen lassen. Den Spargel mit der Buttermischung auf einer vorgewärmten Platte servieren, mit ein wenig gehackter Petersilie bestreuen und neue Kartöffelchen dazu reichen. Wer will kann den Spargel kurz warmstellen, in der Butter noch etwas Semmelmehl bräunen und den Spargel auf der Servierplatte damit begießen. Einfacher geht's doch wirklich nicht – und dürfte auch Seiner Königlichen Hoheit schmecken.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de