Essen und Trinken

Zu heiß zum Sex? Komm kuscheln, Kerl!

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Frostbeule!

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dieser Sommer verspricht kuschelige Tage: Die Ausrede, es sei viel zu heiß für gewisse körperliche Aktivitäten, fällt ins Wasser. Die Temperaturen sind oft so, dass man sich kalte Füße holt. Und was hilft dagegen?

Denken Sie bei 35 Grad Celsius im Schatten an einen heißen Liebhaber? Oder eher an einen kühlen Swimmingpool? Die derzeit doch etwas unterkühlten "Sommer”-Tage lassen jedenfalls auch Wünsche der Kategorie I zu: Kuschelzeit! Das hilft gegen kalte Füße. Natürlich nicht nur.

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Schon besser!

(Foto: picture alliance / dpa)

Und falls nicht nur die Füße, sondern auch Ihre Libido aus unerklärlichen Gründen dem Wetter ähnelt, müssen Sie halt etwas mehr einheizen. Manch einer tut’s ja mit Alkohol, das hilft anfangs - und dann nicht mehr. Oder, um es mit Macbeth zu sagen: Der Trunk befördert das Verlangen und dämpft das Tun.

Finger weg von "Black Dog"

Isabel Allende hat solcherart Wirkung (in 8000 Fuß Höhe und im Mondlicht) wunderbar beschrieben: "Beim ersten Schluck von diesem Gesöff verging ihm das Frieren, beim zweiten kam ihm die Erinnerung an die ältesten Sehnsüchte zurück, und beim dritten Schluck, als sein Gehirn drauf und dran war zu explodieren, begannen die Visionen, da erschienen ihm in phantastischen Traumbildern all die schönen Frauen, die er sich in seinem Leben gewünscht hatte.” Was allerdings aus den "Visionen” geworden ist, bleibt im Dunkel der Berge von Colorado. In dem Gesöff namens "Black Dog” befanden sich übrigens Branntwein, Tabaksaft und Schießpulver. Wahrhaft eine explosive Mischung …

Greifen Sie lieber zum Rosé. Der ist leicht, passt zum einfachen Mahl oder zum Picknick (im Bett). Der passt auch zu "Liebesäpfeln”.

Durch "Paradeiser" ins Paradies?

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Wer kann da widerstehen?

(Foto: picture alliance / dpa)

Hinter dieser sinnlichen Umschreibung stecken - Tomaten. Die Spanier brachten sie im 15. Jahrhundert aus Südamerika als "Peruanischer Apfel” oder "Liebesapfel” nach Europa mit. Doch hiesige Botaniker "identifizierten” die Schöne als Nachtschattengewächs - und so galt die Tomate als giftig wie Bilsenkraut und Tollkirsche und fristete mehr als 200 Jahre ein kümmerliches Dasein als Gartenblume statt als gesundes, vitaminreiches Gemüse auf den Tisch zu kommen. Wie so oft im Leben erwiesen sich die Franzosen als mutige Vorreiter. Ihre Experimente am Herd rehabilitierten die Tomate und öffneten Phantasien die Türen. Männer glaubten, sie könnten sich von den "Paradeisern” ins Paradies kugeln lassen, und sie bezahlten Riesensummen für die stimulierende Kraft einer einzigen Tomate.

Auch wenn Sie’s nicht "nötig” haben - greifen Sie zu Tomaten! Sie sind wahre Medizin-Wunder: Ihr Farbstoff Lycopin schützt vor Krebs und baut gefährliches Cholesterin ab. Der Effekt: Das Infarktrisiko sinkt um fast die Hälfte (48 Prozent). Probieren Sie eine "Tomatensuppe aus frischen Zutaten", auch die wärmt Körper und Seele:

Zutaten (4 Personen):

1 kg vollreife Tomaten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Stangen Staudensellerie
2 Lauchzwiebeln
1 Möhre
2 EL Olivenöl
1 Lorbeerblatt
4 Piment
50 g Pinienkerne
Salz, Pfeffer, Zucker
4 Scheiben Weißbrot
2 EL Butter

Zubereitung:

Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie und Möhre putzen bzw. schälen. Bis auf 1 Stange Sellerie alles würfeln und in heißem Öl andünsten. Die zweite Stange Sellerie und die Frühlingszwiebeln in feine Scheibchen schneiden und beiseite stellen.

Die Pinienkerne extra ohne Fett leicht goldgelb rösten. Die Weißbrotscheiben entrinden, würfeln und in der Butter von allen Seiten rösten. Beides beiseite stellen.

Die gesäuberten Tomaten vierteln, dazugeben und kurz durchschmoren. Etwa ¾ Liter Wasser, Lorbeer und Piment dazugeben. Aufkochen, mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und Zucker abschmecken und zugedeckt etwa 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Durch ein Sieb passieren. Ist die Suppe noch zu dünnflüssig, vorsichtig noch etwas einkochen lassen oder mit Soßenbinder o.ä. binden. Die Lauchzwiebel- und Selleriescheiben unterrühren und nur kurz mit erhitzen.

Die Suppe portionieren und jeweils die Pinienkerne und die Croutons darauf streuen - und genießen.

Tipp: Statt Wasser kann auch Gemüsebrühe verwendet werden. Wer keine Wert auf eine vegetarische Suppe legt, kann auch Hühnerbrühe nehmen.

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Hier kuscheln eindeutig einige zuviel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Warme Füße und wahre Wonnen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de