Essen und Trinken

Alles Käse - oder was? Kraftvoll wie Polyphem

Die Entdeckung des Käses soll ein mittelsteinzeitlicher Zufall gewesen sein: Als etwa 10.000 v. Chr. Milch, zur Aufbewahrung in Tontöpfe gegossen, aber zu nah an das warne Höhlenfeuer gestellt wurde, erst sauer und dann dick wurde, war der Käse geboren. Was erst nicht so einladend aussah, aber dann doch überraschend wohlschmeckend war, bereicherte wohl als erster Sauermilchkäse den Speisezettel der Steinzeitmenschen.

Ob Käse zu den Lieblingsspeisen von Pharao Cheops gehörte, vermag keiner zu sagen. Doch ausgegrabene, 5000 Jahre alte Reliefs zeigen, dass Menschen Kühe gemolken haben und dazu hohe Kannen benutzten. Offenbar waren zu jener Zeit Milch und Käse ein übliches Nahrungsmittel der Völker das Alten Orients.

Später wurde Käse zur begehrten Handelsware, Delikatesse, Opfergabe und Aphrodisiakum. Einer der größten griechischen Poeten, Homer, beschrieb in seiner Odysee (8. Jh. v. Chr.) die magische Kraft des Käsegenusses. Die in die Höhle des Zyklopen Polyphem verschlagenen Griechen beobachteten, wie er "von der weißen Milch die Hälfte nahm, sie augenblicklich säuerte, sie ausdrückte und in fest geflochtene Körbe legte". Auch die Rationen der römischen Legionäre bestanden unter anderem aus "Caseus Alpinus", lange haltbarem Hartkäse. Und wer hätte gedacht, dass bereits der griechische Philosoph Aristoteles das erste Fachbuch über Milchverarbeitung verfasste?

Unsere eigentliche Quelle, der wir viel Wissenswertes über den Käse verdanken, sind die mittelalterlichen Klöster. Die Mönche stellten nicht nur hervorragenden Käse her sie beschrieben auch dessen Herstellung und bewahrten so ihr Wissen für die Nachwelt auf. So werden 1115 Gruyre, 1150 Chester, 1184 Gouda und Edamer, 1200 Emmentaler und bayrischer Handkäse und 1282 der Appenzeller erstmals urkundlich erwähnt.

Bei stark riechenden Sorten hat man es natürlich schwer, sich das Stück Käse, dessen Geruch eher an alte Socken erinnert, als Liebes-Heilsbringer vorzustellen. Das ist vermutlich auch nicht ganz wörtlich zu nehmen, denn es geht ja mehr darum, dass Käse ein gesundes Nahrungsmittel ist und den Menschen kräftigt. Auch zum Holzhacken übrigens. Außerdem sollte man zwecks Kräftigung nicht nur auf Käse setzen, man weiß ja, wie die Geschichte mit Odysseus und Polyphem ausging … Versuchen wir' doch mal mit "Appenzeller Gemüseauflauf":

Zutaten (4 Personen):
150 - 200 g frisch geriebener Appenzeller
250 g frisches Gemüse (Möhren, Blumenkohl, Brokkoli, Paprika)
250 g Kartoffeln
250 g Quark
4 EL Milch
2 Eiweiß
1 Bd gehackte Petersilie, Salz, Pfeffer, etwas Butter

Zubereitung:
Das gesäuberte Gemüse in Stücke schneiden. Nach und nach in Salzwasser garen: Erst die Möhrenstücke, denn die brauchen am längsten, dann Paprika und zum Schluss Blumenkohl und Brokkoli zugeben. Die Kohlsorten aufwallen lassen und nur noch kurz ziehen lassen. Das Gemüse muss noch knackig sein. Kochwasser abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken. Wasser abgießen und das Gemüse sehr gut abtropfen lassen.

Die Kartoffeln in der Schale kochen, pellen, vierteln und durch eine Kartoffelpresse drücken. Die Masse mit dem Quark, dem geriebenen Käse und der Milch vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Gemüse und die Petersilie leicht mit der Kartoffelmasse vermischen. Die 2 Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen und unter die Masse heben. In eine ausgebutterte Auflaufform füllen. Die Form darf nur zu zwei Dritteln gefüllt sein. Das Gratin im vorgeheizten Ofen bei etwa 200 Grad 50 bis 60 Minuten backen und sofort servieren.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de