Essen und Trinken

Keine kann widerstehen Ladykiller

Wir ernähren uns gesund. Omas Eingewecktes ist out, Frische ist in. Kaufen nur im Bio-Laden, Geflügel und Kaninchen am besten vom Bauern, den wir kennen. Na gut, ist nicht immer machbar und auf Dauer sowieso nicht konsequent durchzuhalten. Aber Fast food kommt uns natürlich NIE auf den Tisch! Dass die Kinder am liebsten die schlabberigen und Maulsperre verursachenden Burger verschlingen, verschweigen wir tapfer. Wenn Mutter zu Kur ist herrscht eitel Freude am Küchentisch, weil's jeden Abend Pizza vom Italiener an der Ecke gibt. Und die Tütensuppe fürs Büro stecken wir klammheimlich in die Tasche. Dosen lehnen wir selbstverständlich schon aus umweltpolitischen Gründen ab. Tatsächlich? Sind Sie da ganz sicher?

Lassen wir doch die Kirche im Dorf: Konserven sind gut und wichtig. Natürlich möchte ich mich nicht jeden Tag aus der Dose ernähren, das mute ich ja nicht mal meinen Katzen zu. Es gibt auch bestimmte Lebensmittel, die würde ich persönlich nie als Konserve - egal, ob Dose oder Glas - kaufen, weil mir die Konsistenz oder der Geschmack nicht zusagt. Oder beides. Rosenkohl und Grünkohl gehören dazu. Da bevorzuge ich Feinfrostprodukte. Aber das ist Geschmackssache. Doch wie sieht es bei Ananas und Kaviar, Bambussprossen und Thunfisch aus? Die befinden sich doch zumeist in Dosen und gehören ganz einfach ins Vorratsregal.

Die Mischung macht's. Gesund ernährt sich der, dessen Küche vielfältig, abwechslungsreich und ausgewogen zugleich ist. Und in diesen Dreiklang gehören auch Lebensmittel in Dosen. Dazu kommt, dass man mit Dosen jede Menge Zeit sparen kann. Ob im Sommer oder Winter - Lebensmittel aus der Dose gibt es immer.

Untersuchungen zeigen, dass sich Lebensmittel aus der Dose in puncto Vitamingehalt vor verzehrfertigen Gerichten aus frischen Produkten nicht verstecken müssen. Eine Studie des Instituts für Lebensmittelqualität in Willich beweist: Lebensmittel aus der Dose enthalten viel mehr Vitamine und Nährwerte als bisher angenommen. Nach Angaben des Instituts enthalten sie nahezu identische Werte für Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett und Brennwert wie Gerichte aus frisch zu bereiteten Produkten. Die Vitamingehalte der verzehrfertigen Zubereitungen aus Dosenprodukten und Frischware lagen nahezu gleichauf. Lediglich beim Vitamin C wiesen Dosenprodukte im Mittel etwas weniger auf; dafür liegt der Gehalt an Folsäure meist etwas höher.

27 Unternehmen der deutschen Ernährungs- und Verpackungsindustrie haben sich im Jahr 2000 zu einer Initiative zusammengeschlossen, um für Lebensmittel in Dosen zu werben und um die Verbraucher umfassend zu informieren. Seit 2005 bieten "Die Dosenköche" auch ein Kochbuch mit raffinierten Rezeptideen. "Auf die Dose - fertig - los!" wurde gemeinsam mit der Autorin Dagmar von Cramm erarbeitet und vom Aktionskünstler Jim Avignon lustig illustriert. Mehr als 50 attraktive und abwechslungsreiche Gerichte mit Lebensmitteln aus Dosen und frischen Zutaten warten auf den Dosenkoch. Hier ist eins davon: "Lachsnudeln Ladykiller". Dieser cremigen Luxuspasta kann keine Frau widerstehen. Stilecht ist das Gericht, wenn Sie dazu ein Glas Prosecco servieren.

Zutaten für 2 Portionen:

300 g Bandnudeln
200 g Lachsfilet (aus der Tiefkühltruhe)
1/1 Bd Dill
1 Dose Lachscremesuppe (425 ml)
100 ml Orangensaft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Bandnudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanleitung bissfest kochen.

Lachsfilet unaufgetaut in 2 x 2 cm große Würfel schneiden. Dill waschen, trockenschütteln und die Spitzen fein hacken. Lachscremesuppe zusammen mit dem Orangensaft in eine Pfanne geben und bei starker Hitze 5 min einkochen lassen. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen.

Lachswürfel in die Sauce geben und bei ganz schwacher Hitze 3-4 min ziehen lassen. Dill untermischen und mit den abgetropften Bandnudeln servieren.

Tipp: Den Lachs wirklich erst kurz vor dem Servieren in die Sauce geben und nicht länger als 4 min ziehen lassen,  sonst wird er trocken. Besonders edel schmecken die Nudeln, wenn Sie die fein abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange in die Sauce geben.

Variante: Lachscremesuppe lässt sich gut durch Champignoncremesuppe ersetzen. Für einen Auflauf die gekochten Nudeln mit der Lachssauce in eine Auflaufform geben. Eine Kugel Mozzarella klein würfeln und darüber streuen. Im Backofen bei 220 Grad etwa 45 min überbacken.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner.

Lachsnudeln "Ladykiller"
Aus: Dagmar von Cramm, illustriert von Jim Avignon: Auf die Dose-fertig-los!
2005 Eichborn Verlag

Quelle: ntv.de