Essen und Trinken

Botschaft aus den Tiefen der Seele Nicht alle Träume sind Schäume

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Fall Sie von einem lichten Wald träumen: Da wachsen mitunter Blaubeeren!

(Foto: Peter Habereder_pixelio.de)

"Träume sind Schäume", sagt der Volksmund. Doch Traumforscher meinen, aus Geträumtem lässt sich die eine oder andere Erkenntnis gewinnen. Die Erlebnisse der Seele haben durchaus ihre kreativen Seiten. Leider erinnert sich jeder dritte Deutsche nie daran, was er im Schlaf erlebt hat.

Wir träumen jede Nacht viele Male. Das meiste Erlebte vergessen wir mit dem Aufwachen, manche Träume aber bescheren uns am Morgen Ideen und Anregungen. Wann und wie oft wir träumen, wird in Schlaflabors untersucht. Die Wissenschaftler erstellen Schlafprofile, die das Auf und Ab der Nachruhe zwischen Wachzustand und Tiefschlaf anhand der Gehirnströme aufzeichnen. Mittlerweile ist gesichert, dass wir in jeder Schlafphase träumen. Ob aber zwischen den Träumen lange Pausen liegen oder ob die Probanden Erinnerungslücken haben - das zu erkennen, ist nicht so einfach, denn Träume lassen sich nun mal nicht mit Messgeräten einfangen. Die Forscher müssen sich darauf verlassen, was die Probanden ihnen erzählen.

An den Traumdeutungen beteiligen sich seit der Antike Heerscharen von Ärzten und Philosophen, von Aristoteles über Freud und Jung bis in unsere Tage. Warum wir träumen, kann allerdings niemand erklären. Das wird möglicherweise ein ewiges Geheimnis bleiben.

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Klein, kugelrund und blau: Heidelbeeren sind köstlich und gesund.

(Foto: Susanne Richter_pixelio.de)

Professor Michael Schredl, Psychologe und Leiter des Schlaflabors am  Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, klammert das Warum aus, weil es sich seiner Meinung nach nicht klären lässt. Dennoch hält er das Geträumte für so wichtig, dass man es aufschreiben sollte, weil man durchaus die eine oder andere Erkenntnis gewinnen kann. Es kann also nicht schaden, Zettel und Bleistift griffbereit auf dem Nachttisch zu platzieren. Schredl vermutet, dass wir im Schlaf pausenlos träumen: "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass unser Gehirn irgendwann abschaltet."

Klein, blau und köstlich

Falls derzeit etwas Kleines, Rundes und mächtig Blaues durch Ihre Träume geistert, ist das nicht der dicke Nachbar Paul, der immer ziemlich im Tee ist, sondern ein Erlebnis aus Kindertagen: Sie waren beim Heidelbeeren sammeln! Auslöser war möglicherweise das Körbchen mit den blauen Beeren, das Sie fürs Wochenende auf dem Markt erstanden. Geben Sie Ihrem Traum nach und fahren Sie raus ins Grüne, denn die Heidelbeersaison hat begonnen. Hinter dem vollen Aroma der wild wachsenden Beeren bleibt das der Kulturheidelbeeren aus dem Supermarkt um Längen zurück. Der Spaß an der frischen Luft und der gefüllte Korb machen den schmerzenden Rücken vergessen.

Die Zuchtbeeren, die auf Plantagen angebaut werden, haben allerdings einen Vorteil: Sie färben die Zunge und Zähne nicht so blau wie ihren wilden Verwandten. Meistens sind sie Kreuzungen nordamerikanischer Arten. Seit etwa 1900 wird eine systematische Züchtung betrieben. Das Ergebnis sind große, fast kernlose und eben färbungsarme Früchte. Noch eine Unterscheidung zu den Waldheidelbeeren: Die Büsche sind wesentlich höher, etwa anderthalb bis zwei Meter hoch, so dass im Stehen gepflückt werden kann. Im Wald nämlich muss man sich auf die Knie herablassen oder in die Hocke gehen. An den gezüchteten Büschen wachsen auch mehr Beeren am Strauch, was die Ernte erleichtert und den Preis auf dem Markt erschwinglich macht.

Kulturheidelbeeren können wie die im Wald selbst gepflückten Beeren vielseitig verwendet werden: Roh schmecken sie am besten, aber auch einem saftigen Heidelbeerkuchen mit Baiserhaube, einer aromatischen Marmelade oder einem leckeren Dessert aus den blauen Beeren kann sich wohl kaum jemand entziehen.

Vitaminbombe mit vielen Namen

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Kindern macht das Sammeln schon wegen der blauen Zunge viel Spaß.

(Foto: Hofschlaeger_pixelio.de)

Heidelbeeren, auch Blaubeeren, Schwarzbeeren, Bickbeeren, Mollbeeren, Waldbeeren, Griffelbeeren, Hasenbeeri, Krähenaugen, Schnuderbeeri, Taubeeren, Wehlen oder Worbel genannt, schmecken nicht nur köstlich, sie haben auch eine beachtliche gesundheitsförderliche Wirkung. So sind sie durch ihren hohen Kaliumgehalt ideale Helfer beim Abspecken. Sie halten die Arterien elastisch, senken den Cholesterinspiegel und dadurch das Risiko von Herzerkrankungen. Außerdem machen die blauen Beeren resistenter gegen die Folgen von Stress und sie enthalten eine Vielzahl von bioaktiven Substanzen wie den Antioxidantien. Die Beeren sind reich an Vitaminen und haben einen niedrigen Verbrennungswert: 100 Gramm haben gerade einmal 62 Kilokalorien. Heidelbeerblätter (als Tee) und getrocknete Beeren sind bewährte Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen.

Schon die antiken Griechen und Römer verwendeten Heidelbeeren gegen Entzündungen und Darmbeschwerden - und wegen der starken Färbekraft zum Stofffärben. In Forschungen wurde nachgewiesen, dass Heidelbeeren bestimmte Enzyme, die für Entzündungen verantwortlich sind, hemmen. Bei der gesundheitsfördernden Wirkung liegen die Waldbeeren vor den Zuchtformen: Sie enthalten mehr von den gesunden Farbstoffen in ihrer Haut. Hierzulande sind die Waldblaubeeren seit dem 12. Jahrhundert als Heilpflanze bekannt. Hildegard von Bingen nutzte getrocknete Beeren als Kompresse zur Wundheilung und setzte sie gegen Durchfall ein.

Waldheidelbeeren lieben humose, luftdurchlässige Böden und Lichtverhältnisse wie am Rande von Lichtungen. Sie finden Sie in  Heide- und Moorlandschaften oder in lichten Wäldern. Auch wenn Sie Ihr Körbchen noch nicht voll bekommen, für ein leckeres Dessert reicht‘s bestimmt:

Heidelbeeren auf Frischkäse

Zutaten (4 Pers):

300 g frische Blaubeeren
250 g Frischkäse
20 ml Joghurt
20 ml Schlagsahne
30 g Kokosraspeln
2 EL Zucker

Zubereitung:

Die gesäuberten Beeren mit einer Gabel nicht ganz zerdrücken und eventuell süßen. Den Frischkäse, Joghurt, Kokosraspeln und den Zucker verrühren. Die Sahne steif schlagen und unter die Frischkäsemasse heben. Die Creme abwechselnd mit der Beerenmousse in Gläser füllen, mit Kokosraspeln bestreuen und mit ein paar Blättchen Zitronenmelisse oder Minze garnieren.

Viel Erfolg beim Sammeln und Genuss beim Naschen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de