Essen und Trinken

Wechsel im Bett Nur die Fleißigen erleben Sternstunden

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So sexy kann's im Kuhstall sein (Maria posiert auf dem Kalenderblatt "April" für den Jungbauernkalender 2006).

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Manch eine(r) wechselt ziemlich häufig. Mitunter zerfetzt sich darüber sogar die Weltöffentlichkeit. Andere tun‘s auch, sie reden nur nicht darüber, sondern schreiten still zur Tat. Und viel Lob von allen macht dann die Mühe tausendmal wett.

Ohne Fleiß kein Preis - das gilt für viele Lebenslagen. Der Eingeweihte weiß: Hier an dieser Stelle geht es aber nicht um Berlusconis Eskapaden, obwohl er da ja recht fleißig war (und ist?). Allerdings dürfte der Preis zu hoch gewesen sein.

Wenden wir uns lieber den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu - Essen und Trinken. Auch da ist zwischen dem Reste-Aufwärmen in der Mikrowelle und dem fettigen Imbiss an der Wurst-Bude um die Ecke schon mal persönlicher Einsatz in der eigenen Küche erforderlich. Die beste Gelegenheit, einen etwas größeren Aufwand zu betreiben, sind meistens Feiertage, Familienfeste oder einfach die Lust, mit Freunden in einem netten Kreis etwas Gutes zu essen.

Nur etwas für Fleißige

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Heidi (es handelt sich hier um eine zufällige Namensgleichheit) hat's mit Kalb in den Jungbauernkalender 2007 geschafft.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ostern steht vor der Tür - und da man ja nie weiß, wie das Wetter wird, heute schon mal einen Vorschlag von mir, der bestens geeignet ist, bei Kälte und Dauerregen für ein wohliges Klima in den eigenen vier Wänden zu sorgen. Falls in Ihrer Region die Wetterprognosen allerdings Gutes verheißen, sollten Sie sich doch lieber für das Picknick und nicht für den „Frondienst“ in der Küche entscheiden. Denn das hier ist nur etwas für Fleißige!

Traditionell gibt es zu Ostern bei vielen Familien Lamm: Rücken oder Keule, Haxen oder Steak. Brechen Sie einfach mal mit der Tradition und propagieren Sie den Wechsel - legen Sie Kalb statt Lamm ins Gemüsebett!

Kalbfleisch ist genauso lecker und edel - königlich sogar. Das junge Rind war (und ist) so kostbar, dass selbst in den Küchen des Adels von dem Tier nichts weggeworfen wird. Selbstverständlich schwimmt in einer aristokratischen  "Windsorsuppe" nur Edles - in diesem Falle kleingeschnipselte Kalbsfüße. Ja, nicht etwa Lende - die "Schuhe" sind‘s! Und Kalbsköpfe schließlich sind die Retter der Schildkröten. Den "unverkennbaren" Geschmack bekommt die Mockturtlesoup heutzutage nämlich vom Kalbskopf, seit 1988 die Schildkröten vor dem Aussterben bewahrt werden.

Sie sehen, so ein Kälbchen steht dem Lamm in nichts nach - und eine "Glacierte Kalbshaxe" im bunten Paprikabett schmeckt nicht nur lecker, sie ist auf der österlichen Tafel auch ein wahrer Augenschmaus:

Zutaten (4 Personen):

1 Kalbshaxe im Ganzen (ca. 1,3 kg)
2 Möhren
80 g Sellerieknolle
200 g Schalotten
2 Knoblauchzehen
100 bis 200 ml trockener Weißwein
200 bis 400 ml Kalbsfond (Glas)
6 Zweige frischer Rosmarin
1 Bund Petersilie
1 Bio-Zitrone
1 EL Tomatenmark
Oliven- oder Rapsöl
Salz, schwarzer Pfeffer
evtl. saure Sahne

Für das Paprikagemüse:
je 1 rote, gelbe und grüne Schote
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
etwas Schmand
Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung:

Die gesäuberte Haxe mit dem Rosmarin spicken. Dazu mit einem spitzen Messer zwischen Knochen und Fleisch und auch noch im Fleisch selbst Löcher stechen und die Zweige durchziehen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer die Haxe kräftig einreiben und 30 Minuten einziehen lassen. Gemüse putzen: Möhren und Sellerie würfeln, Schalotten achteln, Knoblauchzehen halbieren. Die Schale der Bio-Zitrone abreiben.

Öl in einem Bräter erhitzen und die Haxe von allen Seiten gut anbraten. Gemüse dazugeben und 10 Minuten mitrösten. Tomatenmark einrühren und nochmals kurz rösten. Mit 100 ml Wein und 200 ml Kalbsfond ablöschen.

Bei 180 Grad Celsius in der Röhre garen. Dabei die Haxe sehr oft mit dem Bratenfond beschöpfen, ohne das Gemüse mitzufassen. 2,5 bis 3 Stunden sanft weich schmoren. Beschöpfen Sie das Fleisch in dieser Zeit wirklich oft, das ist sehr wichtig, damit die Haxe glaciert wird. Die Garflüssigkeit kocht immer mehr ein und die Haxe bekommt durch das Beschöpfen den gewünschten Glanz.

Da Sie ohnehin während der Bratzeit ständig in der Küche sein müssen, können Sie in dieser Zeit das Paprikagemüse zubereiten: Die gesäuberten Paprika und die Zwiebel halbieren und in feine Streifen hobeln. Die Knoblauchzehe hacken und alles vermischen. In Olivenöl langsam und nicht zu lange auf kleiner Flamme schmoren. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken und ein wenig Schmand unterziehen.

Die weiche Haxe aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Bratensatz ablösen, alles in einen extra Topf umschütten und bei starker Hitze bis zur gewünschten Konsistenz einkochen. Durch ein Haarsieb geben, dabei das Gemüse gut ausdrücken. Die geriebene Zitronenschale in die Soße rühren.

Die Haxe in die Mitte einer Platte legen, das Gemüse ringsum platzieren und die Haxe mit der sirupartigen Soße überziehen. Mit der gehackten Petersilie bestreuen. Das Prachtstück sollte erst am Tisch portioniert werden.

Dazu schmecken Brat- oder Schwenkkartoffeln - oder Semmelknödel, für die man aber mehr Soße benötigt.

Tipp für Soßen-Fans: Nach dem Herausnehmen der Haxe und dem Ablösen des Bratensatzes nochmals 100 ml Wein und  200 ml Fond zugeben. Alles auf starker Flamme einkochen, dann durch ein Sieb geben und dabei etwas von dem Gemüse passieren. Das macht die Soße sämiger. Zum Schluss die abgeriebene Zitronenschale und etwa 3 EL Sahne unterschlagen und so die Soße etwas binden. Allerdings geht dabei der sirupartige Charakter der Garflüssigkeit verloren. Schmeckt aber auch lecker. Diese Soße nicht auf dem Fleisch verteilen, sondern extra reichen.

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Julia-Christin suchte sich für den Jungbauernkalender 2008 ein Bett im Kornfeld.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Viel Spaß wünscht Ihnen Heidi Driesner

Quelle: ntv.de