Essen und Trinken

Rank, schlank - und jung Papa hat 'ne Neue

Die Neue ist da! Gemeint ist auf dieser Seite für Kochfans und Genießer natürlich nicht eine mögliche neue Flamme der zweitbesten Hälfte, sondern die neue Kartoffel. Schon vor Ostern waren Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum umfangreich in den Supermärkten zu haben. Sie stammen im April vor allem aus unserem Hauptlieferland Ägypten.

Von Januar bis Juni importiert Deutschland nach Angaben der Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) jährlich zwischen 350.000 bis 400.000 Tonnen Frühkartoffeln, davon kamen im vorigen Jahr allein etwa 110.000 bis 120.000 Tonnen aus Ägypten. Nennenswerte Mengen an deutschen Frühkartoffeln wird es voraussichtlich erst ab Mitte Juni geben, da das späte Ende des Winters die Auspflanzungen verzögert hat. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit rund 477.000 Tonnen Frühkartoffeln geerntet.

Neue Kartoffeln sind ausgesprochene Fitmacher und gut für die Frühjahrskur: Außer Vitamin C enthalten sie reichlich B-Vitamine und wertvolles Eiweiß. Dabei schlagen 100 Gramm der tollen Knollen nur mit 65 Kalorien zu Buche. Das Besondere ist aber ihr unschlagbarer Geschmack: fein, aber herzhaft und aromatisch. Sie schmecken solo und als Beilage zu allem, was die Natur jetzt zu bieten hat. Natürlich auch als Beilage zu gegrilltem Hacksteak, zu Lammbraten, als Bratkartoffeln mit Rosmarin oder Salbei, als bunter Kartoffelsalat, im Frühlingseintopf, als Kartoffelpfanne.

Als ich dieser Tage etwas über die Schweden und ihre Kunst zu genießen schrieb, lief mir buchstäblich das Wasser im Munde zusammen. Dort, im Land der kurzen Erntezeiten, ist es nämlich so, dass frische Lebensmittel fast immer einen Grund zum Feiern bieten: die ersten neuen Kartoffeln mit frischem Dill und Butter, die ersten Barsche auf dem Grill, Spargel, Erdbeeren, die erste Pilzpirsch des Jahres, den Topf voller Blaubeeren...

Ja, und dann bekam ich den ganzen Tag das Bild mit den neuen Kartoffeln, Butter und Dill nicht aus meinem Kopf. Als ich Samstagvormittag meinen Kühlschrank öffnete, wusste ich, was es zu Mittag gab. Dill war da und in der Kammer wartete die heimliche Delikatesse. Dazu hatte ich noch frische, selbst gebutterte Butter aus der Uckermark geschenkt bekommen. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas Leckeres noch gibt - und nur 150 Kilometer von Berlin entfernt. Über eins war ich mir natürlich im Klaren: Die Butter hat mehr Kalorien als die neuen Kartoffeln... Ich habe dieses Mahl dennoch ohne Reue genossen.

Mit dem Einzug des Frühlings stehen auch wieder frische Kräuter in Hülle und Fülle zur Verfügung. Das Angebot beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Petersilie, Dill und Schnittlauch. Seit etlichen Jahren wird eine immer größere Vielfalt auf Wochenmärkten, Gemüseläden und Lebensmittelgeschäften angeboten. Aber auch auf speziellen Kräutermärkten, die häufig im Frühling und Sommer stattfinden, entdeckt man interessante Kräuter wie beispielsweise Busch-, Zitronen- oder Thaibasilikum. Auch kann man mit Borretsch, Sauerampfer, Pimpinelle oder Brunnenkresse eine besondere Note in die Speisen bringen. Manche Kräuter sind allerdings nur begrenzt im Frühjahr oder Frühsommer zu bekommen. Dazu zählen Bärlauch, Kerbel und Sauerampfer. Da gilt es, zuzugreifen. Neben ätherischen Ölen, Bitterstoffen oder organischen Säuren, die für das typische Aroma verantwortlich sind, enthalten Kräuter auch Vitamine und Mineralstoffe.

Für "neue Kartoffeln, Butter und Kräuter" empfehle ich Ihnen, in diesem Falle "richtige" Butter zu kaufen und auf alle "light"-, Halbfett-, Joghurt- u. a. Angebote zu verzichten. Ihre Geschmacksnerven werden es Ihnen danken (Ihre Hüften nicht!).

Zutaten:

- neue Kartoffeln nach Bedarf und Hunger
- Süß- oder Sauerrahmbutter, je nach Belieben
- grobkörniges Meersalz
- viel Dill, wenig Petersilie, Schnittlauch, etwas Bärlauch, etwas Kresse

Zubereitung:

Die Kartoffeln bürsten und in der Schale kochen. Die Kräuter fein hacken und vermengen. Wer keine Mischung mag, nimmt einfach nur frischen Dill oder Bärlauch. Die gut gekühlte Butter portionieren. Auf jeden Teller von der Butter, der Kräutermischung und dem Meersalz geben. Oder einfach alles in Töpfen und Schüsseln in die Mitte stellen - und dann schwelgen!

Ein Verdauungsspaziergang ist anschließend zu empfehlen. Viel Spaß wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de