Essen und Trinken

Neues Jahr, neues Glück Schwach werden ist menschlich

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Falls Sie bei Ihren guten Vorsätzen schwach werden sollten, lassen Sie sich die Ohren langziehen - liebevoll natürlich.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nicht etwa zum Geburtstag nimmt man sich vor, sein Leben zu ändern. Nein - Silvester ist wohl weltweit der beliebteste Zeitpunkt für gute Vorsätze: endlich mit dem Rauchen aufzuhören, etliche Kilo abzuspecken, den fremdgehenden "Liebsten” vor die Tür zu setzen (bzw. der zickigen Freundin den Laufpass zu geben), mehr Sport, weniger Alkohol - die Liste lässt sich fortsetzen …

Leider schaffen es die wenigsten Zeitgenossen, langfristig bei der Stange zu bleiben - weil wir unseren inneren Schweinehund unterschätzen. Der hat nämlich überhaupt keine Lust auf Veränderung, der findet das alte Leben in eingeschliffenen Bahnen sooo schön! Da hilft nur, die Messlatte für das "Traumleben” nicht zu hoch zu hängen.

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Wann der "Pelmen" in der russischen Küche auftauchte, weiß wohl niemand genau. Da er aber nie einzeln daher kommt, gibt es ihn eigentlich nur in der Pluralform: Pelmeni.

(Foto: Wikipedia)

Mit einer "Strategie der kleinen Schritte” kommt man zwar langsamer, aber immerhin doch ans Ziel, anstatt die Flinte nach kurzer Zeit entnervt ins Korn zu werfen und dem Sauhund in uns das Feld zu überlassen: Statt zehn Kilo nur vier Kilo Gewichtsabnahme als Ziel, statt 20 Zigaretten pro Tag auf 0 die Menge step by step reduzieren. Und bei Problemen mit Freund/Freundin oder Gatten/Gattin hilft mitunter schon ein lange aufgeschobenes klärendes Gespräch. Vielleicht …

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Wodka überstand die Revolution, Kriege und Perestroika. Zu Pelmeni gehört natürlich auch "Wässerchen", doch sollte die Menge geringer sein als die der Pelmeni.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Zur Verwirklichung guter Vorsätze braucht man gute Freunde, die einem über gewisse Schwachstellen hinweghelfen. Denn nicht nur irren ist menschlich, schwach werden auch. Der Silvester-Abend bietet eine gute Gelegenheit, Mitstreiter zu finden; gute Vorsätze wollte man ja ohnehin fassen. Es macht außerdem eine Menge Spaß, die Feier gemeinsam vorzubereiten: Guten Freunden gibt man nämlich nicht nur ein Küsschen, sondern auch viele Pelmeni.

Pelmeni sind nicht nur das Nonplusultra der russischen Küche, sondern können glattweg als Synonym für russische Gastfreundlichkeit und Geselligkeit gelten: Eine Orgie von gemeinsamen Frondiensten in der Küche wird nahtlos fortgesetzt, bis das letzte Krümel "Pelmeni" verzehrt und das letzte Glas Wodka ausgetrunken ist.

Zutaten (4 Personen):

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Pelmeni werden auch industriell hergestellt, zum Beispiel in der Pelmeni-Fabrik in Rostock. Etwa 40 Tonnen der Teigtäschchen produziert das kleine Unternehmen pro Monat.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Teig:
400g Weizenmehl
2 Eier
125-175 ml Wasser
½ TL Salz

Füllung:
400 g Mischhack (200 g Rind-, 200g Schweinefleisch)
2 mittelgroße Zwiebeln
1-2 Knoblauchzehen
ca. 3 EL Wasser oder Fleischbrühe
Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Das Mehl mit den Eiern, dem Salz und so viel Wasser verarbeiten, dass ein glatter Nudelteig entsteht. Ist er zu klebrig, etwas Mehl hinzufügen. Der Teig muss sich zu einer festen Kugel zusammenballen lassen. Wenn Sie ihn nun eine bis zwei Stunden ruhen lassen (abgedeckt mit einem feuchten Tuch), lässt er sich besser ausrollen.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Die Zwiebeln und den Knoblauch reiben oder möglichst fein hacken. Die Masse mit etwas Wasser oder Fleischbrühe geschmeidig machen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen.

Den fertigen Teig auf einem bemehlten Brett sehr dünn ausrollen (1 - 1,5 mm dick). Der Teig sollte wirklich dünn sein, aber er muss bei der Verarbeitung auch halten und darf nicht platzen.

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Die Komi sind eine in Nordwestrussland lebende finno-ugrische Vielvölkergruppe.

(Foto: Wikipedia/Irina Kazanskaya)

Mit einem Wasserglas (6 - 6 cm Durchmesser) mit möglichst scharfem Rand Kreise ausstechen. 1 reichlichen Teelöffel Füllung auf die eine Hälfte des Kreises geben. Die Ränder mit Wasser anfeuchten oder mit Eiweiß bestreichen. Die leere Hälfte auf die Füllung klappen, die Ränder gut andrücken. Die Finger wieder anfeuchten und die beiden Teigecken anheben und aneinanderdrücken, mit Daumen und Zeigefinder einmal umdrehen, so dass die berühmten "Öhrchen” entstehen. ("Ohr” heißt in der Sprache der Komi "Pelmjan”.)

Wem die "Öhrchen" nicht gelingen, lässt es bleiben: Die Pelmeni schmecken auch ohne. Die fertigen Pelmeni auf Butterbrotpapier oder auf einem bemehlten Brett zwischenlagern.

In einem recht großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Pelmeni in das sprudelnde Wasser geben. Natürlich nicht alle auf einmal, das ergibt höchstens verunglückte Pelmeni! Die Zahl richtet sich nach der Größe Ihres Topfes; die Pelmeni müssen ausreichend Platz haben. Ich trickse meistens und stelle auf alle 4 Kochstellen große Töpfe, so kann ich gleichzeitig eine große Menge Pelmeni garen.

Sind die Pelmeni im Topf, muss die Hitze rechtzeitig so gedrosselt werden, dass das Wasser nur noch leicht siedet und auf keinen Fall mehr sprudelnd kocht. Die Pelmeni platzen sonst.

Im Topf ohne Deckel etwa 10 Minuten garen. Die Pelmeni sind fertig, wenn sie an der Oberfläche schwimmen.

Die heißen Pelmeni russisch stilecht mit saurer Sahne (Da muss der Löffel drin stehen, am besten, Sie nehmen Schmand.), zerlassener brauner Butter oder mit schwarzem Pfeffer gewürztem Essig servieren. Ketchup gilt natürlich als Frevel! Weg mag, kann Schnittlauchröllchen darübersteuen.

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(Foto: Wikipedia)

Kommen Sie gut ins neue Jahr und packen Sie Ihren inneren Schweinehund an den Zotteln! Alles Gute wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de