Essen und Trinken

Schweißtreibende Angelegenheit Sommer, Sonne und ...

schweiss.jpgHausputz und Gras mähen, Prüfungsangst und Wechseljahre, schwül-heiße Sommertage - es gibt so einiges, was uns den Schweiß auf die Stirn treibt. Auch andere körperliche Betätigungen der angenehmeren Art lassen einen schweißgebadet zurück.

schweiss4.jpgVermutlich denken Sie nun ans … Joggen bei 32 Grad Celsius. Also, da gibt es wirklich Schöneres! Zum Beispiel ein leckeres Mahl zu Zweit. Wenn sich dann auch noch der Küchenaufwand - im Sommer ebenfalls eine schweißtreibende Angelegenheit - in Grenzen hält, sollte man einfach ans Werk gehen.

Einer, der sich mit Genüssen aller Art gut auskannte, war Ernest Hemingway. Am 21. Juli 2009 wäre er, einer der berühmtesten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, 110 Jahre alt geworden.

schweiss2.jpgAuch heute noch rast im spanischen Pamplona keine "Fiesta San Fermin” durch die Altstadt ohne den immerwährenden Hinweis auf Hemingway, der das blutige Spektakel durch seinen 1926 geschriebenen Roman "Fiesta” weltberühmt machte. Was gerne verschwiegen wird sind die feinen Unterschiede zwischen einem mittelalterlichen Brauch, den "Helden” aus Hemingways "The Sun Also Rises" (so der amerikanische Originaltitel) und den heutigen, lediglich den "Kick" suchenden Touristen, die in Pamplona vor den Kampfstieren um ihr Leben laufen: Im Mittelalter wurden dieserart die Rinder von den Weiden auf den Markt oder in den Schlachthof getrieben. Wir leben aber nicht mehr im Mittelalter.

Hemingways Jake Barnes, Brett und die anderen Männer und Frauen sind zumeist gescheiterte Existenzen, die versuchen, ihr Dasein durch jede Menge Alkohol und den Besuch von Stierkämpfen in Pamplona aufzupolieren. Der Amerikaner Jake ist dazu noch durch eine Kriegsverletzung impotent. (Vielleicht sind es ja einige der heutigen "mozos" nach der widerlichen Stierhatz ja auch.). Eigentlich alles in allem weniger männlich, sondern eher traurig. Hemingway selbst beschrieb in einem Brief an Francis Scott Fitzgerald, seinen Roman als "eine verdammt traurige Geschichte, in der aufgezeigt wird, wie Menschen zugrunde gehen".

schweiss3.jpgHeute geht es eigentlich nur noch um die Einnahmen von Hoteliers und Gastronomen rings um die "Fiesta". Tierschützer kritisieren die Veranstaltung schon seit Jahren als Tortur für die Stiere, bei der die Stiere sinnlos über 800 Meter weit gehetzt werden, ehe sie am Abend in der Arena von Toreros endgültig erledigt werden. In diesem Jahr gab es einen Toten und über 20 Verletzte bei dem ekligen Schauspiel. Oder, wie die FAZ schrieb: "Ein bisschen Schwund ist immer".

Übrigens soll sich Hemingway am Ende seines Lebens nicht mehr ganz so sicher gewesen sein, ob der Stierkampf wirklich hohe Kunst oder aber eher doch eine ausgemachte "Schweinerei" sei. Das stimmt mich versöhnlich mit "Papa", dessen Werk ich liebe und dessen Begeisterung für Mojito ich teile.

schweiss5.jpgSo darf’s denn heute mal ein wenig spanisch sein. ”Chorizo in Rotwein” hätte Hemingway garantiert auch geschmeckt:

Zutaten:

250 g Chorizo
1 Flasche kräftigen spanischen Rotwein, vorzugsweise einen Tempranillo
1 Peperoni
1 Bd glatte Petersilie

Zubereitung:

Die spanische Wurst ringsum mit einer Gabel einstechen und mit dem Wein in der scharfen Schote in einem Topf zum Kochen bringen. Nach dem Aufkochen zugedeckt auf kleiner Flamme nur noch köcheln lassen.

Die Chorizo in dem Kochsud etwa 3 Stunden abkühlen lassen. Dann aus dem Topf nehmen, in Scheiben schneiden und in einer Pfanne wenige Minuten erhitzen.

Mit gehackter Petersilie bestreuen und noch warm oder kalt zusammen mit Weißbrot und Rotwein (einer neuen Flasche!) auf den Tisch bringen.

Tipp: Falls Sie nicht so ins Schwitzen geraten wollen, lassen Sie die Peperoni weg. Wer‘s schärfer mag, schneidet sie auf oder nimmt zwei. Vielleicht können Sie ja "Choriza de Pamplona" und "Los Mozos"-Rotwein auftreiben…

Kommen Sie gut über den Sommer! Neue "Köcheleien" gibt es wieder ab Mitte September - wenn Sie wollen. Viel Spaß beim Genießen und Schwitzen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de