Essen und Trinken

Nehm' Sie Grün! Stille Farbe

Grün ist die Farbe der Unschuld und Hoffnung, von Unsterblichkeit und Glück, denn sie steht für Wachstum und Leben. Doch Münchner Forscher haben noch einiges mehr herausgefunden: Grün dämpft!

Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft. Das hat dereinst der kluge Jean Paul Sartre gesagt, obwohl er das EM-Finalspiel Deutschland - Spanien gar nicht gesehen hat, denn der französische Schriftsteller und Philosoph ist ja schon 1980 gestorben. Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel, denn 2010 gibt es in Südafrika schon wieder eine Fußball-WM und zwei Jahre später eine Europameisterschaft, diesmal in Polen und der Ukraine.

Wie ich vom Fußball zum Kochen komme? Ganz einfach: Das allabendliche Starren auf den grünen (Fernseh-)Rasen brachte mich darauf. Grün ist Wachstum und Leben - positiver kann eine Farbe eigentlich nicht besetzt sein. In der Farbsymbolik bedeutet sie deshalb seit jeher Unschuld und Hoffnung, Unsterblichkeit und Glück. Doch das Grün bewirkt noch einiges mehr, wie Forscher der TU München herausgefunden haben: Grün beeinflusst unsere Lautstärkewahrnehmung. Es dämpft subjektiv den Geräuschpegel und macht vor allem schrille Geräusche erträglicher. Gilt vielleicht nicht so sehr für Fußballstadien ...

Die meisten Gemüsesorten sind grün, von Artischocke bis Zucchini. Grünes Gemüse soll die Darmgesundheit fördern. Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass einige Blattgemüsesorten wie Broccoli, Rosenkohl, Blumenkohl und grüner Salat die Vorbeugung von Darmkrankheiten unterstützen können. Nach Angaben von deutschen Wissenschaftlern soll sich Petersilie sogar zur Vorbeugung und begleitenden Therapie von Darmkrebs eignen. Der Inhaltsstoff Apigenin könnte die Teilung von Krebszellen verhindern oder zumindest abbremsen. Aber, wie Paracelsus schon wusste: Die Dosis macht, dass ein Ding ein Gift ist - mit Petersilie wurden im Mittelalter sogar Abtreibungen vorgenommen. Schwangere sollten Petersilie also lieber sparsam verwenden.

Ein für heiße Sommertage sehr zu empfehlendes grünes Gemüse ist die Gurke. Die meisten Vitamine befinden sich leider in der Schale, die man bei "normalen" Gurken aus dem Supermarkt lieber abschneiden sollte, denn die Schale speichert auch chemische Rückstände von diversen Spritzaktionen. Außerdem sind die meisten Gurken wegen des Aussehens und der Haltbarkeit gewachst, und das Wachs bekommt man durch Waschen nicht herunter. Die Schalen speichern auch die meisten Bitterstoffe und sind schwer verdaulich. Wer also Wert auf Gurke mit Schale legt, sollte unbedingt Biogurken kaufen.

Ansonsten ist Gurke ein Superschlankmacher, weil sie kaum Kalorien enthält und stark entwässernd wirkt. Sie ist gut gegen Gicht, Rheuma und geschwollene Füße, entlastet das Herz, regt Nieren und Blase an, löst chronische Verstopfungen und senkt das Cholesterin im Blut. Gurken enthalten mehr Elektrolyte als viele Sportdrinks, viel Kalium, Kalzium und pflanzliche Hormone. Auch äußerlich angewendet leistet die Gurke gute Dienste: Gurkenscheiben auf dem Gesicht wirken erfrischend und hautreinigend.

Ein erfrischender Gurkensalat im Sommer ist nicht zu verachten, er kühlt schön - auch nach verlorenen Fußballspielen die erhitzten Gemüter! (Böse, wer jetzt "Gurkentruppe" denkt!!!) Die meisten kennen Gurkensalat mit Dill und saurer Sahne. Es geht aber auch anders, nämlich mit einem asiatisch angehauchten "Gurkensalat mit Mandeln":

Zutaten:
1 frische Salatgurke
1 Möhre
40 g Mandelsplitter
1 gehäufter EL Rosinen

Für die Vinaigrette:
ca. 1 TL Orangensaft
ca. 1TL Honig oder Ahornsirup
Essig, Öl, Salz und schwarzer Pfeffer

Zubereitung:
Die Gurke Schälen, längs teilen und die Kerne mit einem Teelöffel entfernen. In etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden, die Scheiben dann würfeln. Die Stückchen mit der frisch geriebenen Möhre, Mandelsplittern und den Rosinen vermischen. Aus Orangensaft, Honig/Ahornsirup, Essig und Oliven- oder Rapsöl eine Vinaigrette herstellen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer kräftig abschmecken. Die Vinaigrette über das Gemüse geben, vermengen und kurz kühl stellen und durchziehen lassen.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de