Essen und Trinken

Ehrenrettung Stulle mit Musik

Brötchen, Bagel und Croissant machen dem guten alten Butterbrot immer mehr Konkurrenz. Deshalb gibt es weder einen Brötchentag noch eine Bagelwoche, sondern am 30. September den "Tag des deutschen Butterbrotes".

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die einen sagen Bemme, die anderen Stulle oder auch Schnitte. Und wenn ein Hamburger verlangt: "Schmier mir mal ein Brot", ist beileibe nicht ein ganzes Kilo-Brot gemeint, sondern nur eine Scheibe - eben Bemme, Stulle, Schnitte. Oft wird die Brotscheibe in Verbindung mit dem jeweiligen Belag genannt - Butterstulle, Käsestulle, Schmalzstulle - oder mit Ort oder Zeit, wo und wann sie vertilgt wird - Schulstulle, Pausenstulle. Und der bayerische Begriff "Brotzeit" hat sich nicht zuletzt dank der TV-Werbung wohl schon überall herumgesprochen.

Mit Butter und Brot starten wir gut in den Tag, und viele schließen ihn auch ebenso ab. Meist noch mit entsprechendem Belag darauf. Eine Studie der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) über das Frühstücksverhalten ergab, dass 44 Prozent aller Deutschen zum Frühstück Brot essen und 36 Prozent genießen dazu Butter. Doch immer mehr Deutsche verlassen ohne die erste Mahlzeit ihre Wohnung. Zudem machen Brötchen, Bagel und Croissant dem guten alten Butterbrot immer mehr Konkurrenz.

Am 30. September findet nunmehr zum siebten Mal der "Tag des deutschen Butterbrotes" statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Deutschland macht den Buttertest - weil Geschmack überzeugt". Die CMA veranstaltet dazu eine Butterbrot-Testaktion in über 5.000 Bäckereien. Zusätzlich werden zwischen sechs und elf Uhr am Münchner und Uelzener Hauptbahnhof frisch geschmierte Butterbrote an Passanten und Reisende verteilt.

Zehn deutsche Starköche entwickelten für diesen Tag kreative Butterbrotrezepte. Daneben erstellte die CMA zusammen mit der Food-Redaktion von "meine Familie & ich" eine Rezept-Broschüre mit den Butterbrot-Ideen. Diese Broschüre liegt am 30. September 2005 in allen teilnehmenden Bäckereien aus.

Der Rettung des Butterbrotes hat sich auch mein Kollege Alexander Hüsing verschrieben. Unter dem Motto "Rettet das Butterbrot!" hat er eine Homepage ins Leben gerufen, die man nur als Hymne auf die gute alte Stulle bezeichnen kann.

Feiern wir also die Stulle - aber doch mit ein wenig Belag. Zu frischem Grau- oder Schwarzbrot (mit leckerer knuspriger Rinde natürlich) schmeckt "Harzer mit Musik" ganz vorzüglich. Ein einfaches, kräftig-aromatisches Mahl, das allerdings mitunter einsam macht. Wenn Sie wissen wollen, was sich hinter der "Musik" verbirgt - warten Sie ganz einfach Ihre Verdauung ab!

Zutaten pro Person

1 runder Harzer
1 kleine Zwiebel
2 EL Rapsöl
2 EL Weißweinessig
grob gemahlener Pfeffer
Salz; Kümmelkörner

Zubereitung

Beim Einkauf darauf achten, dass der Käse schon reif ist; er hat dann keinen quarkigen weißen Kern mehr in der Mitte. Die Zwiebel grob hacken. Aus dem Öl und dem Essig eine Marinade herstellen: Den Essig unter kräftigem Rühren langsam dem Öl zufügen. Die Marinade sollte schön cremig sein, also gut mit einer Gabel schlagen oder quirlen oder den Mixstab benutzen. Die Zwiebelwürfel untermengen.

Die Käse nebeneinander in ein Gefäß legen und mit der Soße übergießen. Den schwarzen Pfeffer grob darüber mahlen und einige Kümmelkörnchen darüber streuen. Der Käse sollte von der Marinade bedeckt sein. Über Nacht ziehen lassen.

Tipp: Die Frankfurter machen's ähnlich mit ihrem Handkäs. Nur nehmen sie zum Essig noch "Äppelwoi" dazu. Eine sehr leckere Variante!

Ein Spaziergang an frischer Luft ist nach "Harzer mit Musik" zu empfehlen ? Guten Appetit wünscht Ihnen Heidi Driesner

Quelle: ntv.de