Essen und Trinken

Urinstinkte Warum Männer ES gerne tun

Noch sieht das Wetter in Berlin nicht nach Grillfest aus! Doch am Wochenende soll's besser werden, wenn ich denn unseren neuen Wetter-Seiten auf n-tv.de glauben darf: Sonnig und bis 24 Grad  - wenn das nichts ist! Sehen Sie doch auch mal nach, vielleicht bekommen Sie ja auch ein bisschen Sonne ab.

Ich erwarte jedenfalls zum Wochenende langjährige Freunde zum Grillen, und da können wir keinen Regen gebrauchen. Wir haben uns lange nicht gesehen und haben viel zu erzählen. Shenja freut sich wohl am meisten, denn ist von uns allen sicher am wenigsten in der freien Natur, weil er ständig zwischen Berlin und Sankt Petersburg, München und Moskau hin- und herjettet. Und mich freut's auch, wenn ich einen "Grillmeister" habe, denn ich bin ja kein MANN!

Warum grillen Männer nur so gerne? Sie bekommen vor Vorfreude derart glänzende Augen, dass man meinen könnte, es ginge um ganz andere Sachen! So gravierend sind offenbar die Unterschiede nicht, denn es geht ja um tief sitzende Instinkte. Dr. Nina Degele, Professorin für Soziologie und Geschlechter-Forschung an der Uni Freiburg meint, der Grillrost wecke die männlichen Urinstinkte, es trete sozusagen der "Höhlenmensch" zutage, der Bändiger des Feuers, der die Beute verteilt. Der Abwasch hinterher, der stoße allerdings kaum auf Gegenliebe. Diese wenig prestigeträchtige Arbeit, die zudem auch noch im Verborgenen in der Küche und nicht in der lärmenden Horde am Feuer stattfindet, überlässt der "wilde Mann" gern seiner Frau (im Falle Shenjas ist das Gisela).

Und was grillen wir nun? Mammut kann ich nicht bieten. Aber vielleicht kombiniere ich ein typisch thüringisches Rostbrätel einmal nicht mit den üblichen Zwiebelringen, sondern mit einer scharf-würzigen argentinischen Kräutersoße namens Chimichurri? Ich habe auch noch Adshika zu Hause, eine Gewürzmischung für georgischen Schaschlik namens Mzwadi, und könnte also Lammwürfel einlegen. Ich weiß, dass Gisela am Donnerstag immer meine Kochkolumne liest, vielleicht ruft sie ja an und erleichtert meine Entscheidungsfindung.

Für Ihre Grillparty verrate ich Ihnen die Zubereitung von Chimichurri. Diese Sauce wird in Argentinien zu gegrillten Steaks gegessen:

Zutaten:
1/8 l Olivenöl
3 EL milder Weinessig
3 Knoblauchzehen
3 Bd glatte Petersilie
1 TL getrockneter Oregano
4 frische Chilischoten
1 TL Meersalz
etwas frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung:
Die Petersilienblättchen, den Knoblauch und die Chilischoten recht fein hacken. Etwas Pfeffer darüber mahlen. Salz und Oregano dazugeben. Öl und Essig in einer Schüssel mit einer Gabel schlagen. Die Kräutermischung damit gut vermengen.

Die Masse muss mindestens 3 Stunden im Kühlschrank gut durchziehen. Man kann sie auch am Vorabend zubereiten und lässt sie über Nacht stehen. Vor dem Essen aber rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit die Sauce bei Zimmertemperatur ihren vollen Geschmack entfalten kann.

Tipp: Da ich frischen Oregano im Garten habe, nehme ich diesen statt den getrockneten, aber entsprechend mehr. Die Blättchen werden abgestreift und mit den Petersilienblättchen gehackt. Die Sauce lässt sich auch noch mit 1 roten, gerösteten und gehäuteten sowie fein gehackten Paprikaschote farblich und geschmacklich variieren. Auch Tomate (gehäutet, entkernt, gehackt) lässt sich verarbeiten.

Viel Spaß mit Ihrer Horde "wilder Männer" am Feuer wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de