Essen und Trinken

Der ideale Lebenszweck Was der Deutsche liebt

Dank Johann Strauß sang noch im "Zigeunerbaron" der dicke Schweinezüchter Zsupan: "Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh, ist Schweinespeck…" Heutzutage ist das fette Schwein aus der Mode, und möglichst mageres Kotelett oder Filet sind angesagt.

Trotz Sushi und mediterraner Küche essen wir Deutschen Schweinefleisch immer noch am liebsten, derzeit 40 Kilo pro Jahr im Gegensatz zu 9 Kilo Rindfleisch. Natürlich abgesehen von jüdischen und islamischen Haushalten; in diesen Religionen ist der Verzehr von Schweinfleisch streng verboten.

In den Top Ten steht Hackfleisch ganz oben, gefolgt von Schnitzel. Erst ab Rang 7 folgen in der Gunst der Esser Rindfleischrezepte, die sich die restlichen 3 Plätze teilen. Ein nicht unwichtiger Grund dürfte der Geldbeutel der Verbraucher sein, Schweinefleisch ist nämlich günstiger als Rindfleisch. Auch die Zubereitung ist meist einfacher, gelingt immer und dauern nicht so lange.

Eine besondere Delikatesse ist Spanferkel. Wobei dieses Tier nichts mit einem Span zu tun hat. Der Name kommt vom mittelhochdeutschen "spen" und bedeutet Zitze. Spanferkel sind nämlich sogenannte Milchferkel, die noch gesäugt werden. Das Fleisch ist außerordentlich zart und mild. Spanferkelbraten ist nicht so einfach im Supermarkt zu kaufen, aber der "Fleischer Ihres Vertrauens" hilft Ihnen sicher weiter. Ich konnte meinen zu einem Spanferkelrollbraten überreden:

Zutaten (für 6 Personen):

2 kg Spanferkelrollbraten
500 g Tomaten
4 Knoblauchzehen
1Zwiebel
1 Bio-Zitrone
4-6 Zweige Rosmarin
1 Flasche dunkles Bier
1 Glas Bratenfond oder Fleischbrühe (400 ml)
1 EL Ahornsirup
etwas Rapsöl, Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung:

Den Braten abwaschen, trocken tupfen und kräftig mit Salz und Pfeffer einreiben. Den Herd auf 180 Grad vorheizen.

In einem Bräter 2 bis 3 EL Öl erhitzen und den Braten darin von allen Seiten anbraten. Gewürfelte Zwiebel und gehackten Knoblauch dazugeben und kurz mit durchschwitzen. Mit etwas Bier ablöschen, Deckel aufsetzen und in den Herd stellen.

Der Braten muss etwa 2 bis 2,5 Stunden langsam im Ofen schmoren. (Man rechnet auf 100 g Fleisch 6 bis 7 Minuten Bratzeit.) In dieser Zeit öfters mit Bier und Brühe begießen. Etwa zur Hälfte der Bratzeit die halbierten oder geviertelten Tomaten und die mit Schale gewürfelte Zitrone dazugeben. Die gesäuberten Rosmarinzweige auf das Bratenstück legen.

Zur Ende der Bratzeit die Rosmarinzweige entfernen, das Fleisch herausheben und warm stellen. Den Fond durch ein Sieb gießen. Den Sirup dazugeben und die Soße kräftig sprudelnd aufkochen. Eventuell noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwas binden. Soßenkasper wird's freuen: Es gibt reichlich zu tunken.

Bei mir gab es dazu Sauerkraut und böhmische "Knedelki".

Variante: Statt Schwarzbier kann helles Bier verwendet werden. Wer lieber mit Wein kocht, nimmt trockenen Weißwein.

Quelle: ntv.de