Essen und Trinken

Vorfreude - schönste Freude? Weniger ist oft mehr

13309535.jpg

Die Dame hier lockt Kunden ganz offensichtlich nicht mit Schokolade.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Advent, Advent - ein Lichtlein brennt - und eigentlich sollte nun die Vorfreude auf Weihnachten beginnen. Doch der Handel lässt ja schon, kaum dass die Sonne im September etwas tiefer hängt, den Weihnachtsmann-Knüppel aus dem Sack und drischt auf die arme Käuferseele ein. Wenn man in Sandaletten, braungebrannt vom Sommer und den salzigen Geschmack vom Meer noch auf den Lippen im Kaufhaus von Weihnachtsmänner, Baumbehang und Marzipankartoffeln heimgesucht wird, ist das eigentlich eine Vergewaltigung der Sinne! Was macht die arme Käuferseele? Sie sperrt sich ein bisschen, bis die erste Krokantkugel und der erste Dominostein doch den Weg in den Mund finden - und schon hat uns der Handel da, wo er uns haben will: am Ladentisch. So werden wir "gekauft”!

12772037.jpg

Hartnäckig hält sich das Gerücht, alte Weihnachtsmänner bekämen zu Ostern nur eine andere Verkleidung. Und umgekehrt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Münchner Glücksforscher Stephan Lermer hält die Verkaufstaktik des Einzelhandels für psychologisch durchaus geschickt. Durch den "Frühstart" des Weihnachtsgeschäfts werde die Vorfreude - eine der wichtigsten Glücksquellen beim Menschen - verlängert. Aber natürlich nicht aus Nächstenliebe, sondern aus Liebe zu den eigenen klingelnden Kassen, denn die nun permanent im Käufer hockende Vorfreude auf das Familienfest am Heiligabend entwickelt eine unterschwellige Konsumlaune. Und schon sitzt das Portemonnaie lockerer.

Der Handel behauptet, er meine es gut mit den Konsumenten, denn dadurch hätten sie keinen Zeitdruck für die Weihnachtseinkäufe, und die meisten sähen den frühen Beginn des Weihnachtsgeschäfts deshalb positiv. Was aber eigentlich wieder ganz im Sonne der Händler ist - denn häufig werde dann viel zu viel eingekauft...

Allerdings glaubt Lermer, dass sich die "Erfolgsformel" des Weihnachtsgeschäfts in einer materiell größtenteils gesättigten Gesellschaft allmählich abnutzt. "Konsum ist kein Weg zum Glück - schon wieder eine neue Armbanduhr oder eine neue Stereoanlage als Geschenk machen nicht glücklich." Allmählich begreifen die Menschen, "dass es egal ist, ob ich mir neue lila Weihnachtsbaumkugeln kaufe oder die goldenen vom vergangenen Jahr nehme".

Der 1. Advent steht vor der Tür, und bevor Sie lossprinten, um Spekulatius und Lebkuchenherzen zu hamstern, backen Sie doch einfach mal eine "Karamellmandel-Käsetorte" - zugegebenermaßen nicht ganz unweihnachtlich in Geschmack und Aussehen. Und wenn sie gemeinsam mit Ihren Kindern oder Enkeln für den Nachmittagskaffee am Sonntag backen, macht‘s noch viel mehr Spaß:

Zutaten:

750 g Magerquark
400 g Doppelrahm-Frischkäse
150 g Schlagsahne
300 g Zucker
130 g Butter
150 g Löffelbiskuits
100 g Amarettini-Kekse
1 Pä Vanillin-Zucker
1 Pä Vanille-Puddingpulver
4 Eier
200 g Mandelblättchen

Zubereitung:

100 g Butter in einem Töpfchen schmelzen und etwas abkühlen lassen. Die Löffelbiskuits und 75 g der Amarettini fein zerbröseln. Die Brösel in die geschmolzene Butter rühren.

Eine Springform (26 cm Durchmesser) einfetten und die Bröselmasse in der Form zu einem Boden und ringsum zu einemn kleinen Rand andrücken.

Quark, Frischkäse, 150 g Zucker und den Vanillin-Zucker mit dem Rührgerät schön glatt rühren. Nacheinander das Puddingpulver und die Eier unterrühren.

Diese Masse auf den Bröselboden geben, glattstreichen und im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Celsius etwa eine Stunde backen.

Auskühlen lassen und dann die Schnittstellen für die Tortenstücke leicht markieren.

150 g Zucker in einer Pfanne goldgelb karamellisieren lassen. Die ungeschlagene Sahne und 30 g Butter (ca. 2 EL) zugeben und unterrühren, bis alles schön cremig ist.

2 EL von der Karamellsahne abnehmen. Unter die übrige die Mandelblätter heben. Diese Masse auf dem Kuchen zwischen den markierten Schnittstellen verteilen (schneidet sich dann besser).

Die restlichen Kekse vorsichtig mit der runden Seite in das Karamell stippen, fest werden lassen und damit die Torte verzieren.

11246651.jpg

Für Schoki-Muffel: Weihnachtsmänner gibt es auch in Gummi.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Einen besinnlichen Advent wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de