Essen und Trinken

Pop auf dem Teller Wie schmeckt eigentlich Musik?

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Andrang beim 1. Köstritzer Music Cooking Club im Oktober 2015 in Berlin.

(Foto: © Köstritzer)

Musik erzeugt Gefühle, Essen auch. Wie aber lassen sich die Songs, die zu hören sind, in kulinarische Emotionen umsetzen? Ein gewagtes Experiment mit Sternekoch und Sängerin. Und natürlich Bier.

Dass Musik zum Essen passt, ist kein Geheimnis. Egal ob Klassik oder Rock, Jazz oder Blasmusik, die Geschmäcker sind verschieden, sowohl was das Ohr als auch den Gaumen betrifft. Nicht nur Menschen lieben, wenn's beim Essen im Ohr gut klingt, auch Kühe. Diese geben nämlich gerne etwas mehr Milch, wenn sie bei Mozart oder Beethoven wiederkäuen dürfen. Selbst Weinberge sowie Wurst und Schinken werden mitunter beschallt, damit das, was da wächst oder reift, später "harmonischer" schmeckt. Wissenschaftlich belegt ist das alles nicht. Aber was soll’s, probieren geht bekanntlich über studieren. Mit Musik kann man offenbar eine Menge anstellen, man braucht nicht mal immer richtige Instrumente dazu, wie das Wiener Gemüseorchester eindrucksvoll mit Kürbis, Gurke und Möhre demonstriert.

Musik kann man nicht nur hören, sondern auch fühlen; das zumindest ist physikalisch messbar. Hier sind es vor allem die Vibrationen und Tonschwingungen, die von Schlag- und Rhythmusinstrumenten erzeugt werden und vom gesamten Körper gespürt werden. Hörbehinderte nehmen so den Klang der Musik bewusst war. Egal, ob man Musik hört oder ihre Schwingungen spürt – Musik wirkt auf unser Gefühl, das zwar eher als ein unwissenschaftlicher Begriff gilt, dessen ungeachtet dem Menschen aber innewohnt. Musik macht uns traurig oder froh, erzeugt Spannung oder Müdigkeit, provoziert Gänsehaut oder Lachsalven. Kann man aber die Klänge auch schmecken? Dieser Frage sind Brauer und Marketingexperten einer der ältesten Schwarzbierbrauereien Deutschlands im thüringischen Bad Köstritz nachgegangen und herausgekommen ist der "Köstritzer Music Cooking Club". Ziel ist es, den Genuss-Horizont von Bierliebhabern zu erweitern und Geschmack in Verbindung mit Musik neu erlebbar zu machen. Das ist so ähnlich wie bei der Milch und den Kühen: bewiesen ist nix, kommt aber gut an.

Start des ungewöhnlichen Experiments, musikalische Eindrücke kulinarisch umzusetzen, war im Oktober 2015 in Berlin, als Cäthe sang und Franz-Josef Steiner die Songs für den Gaumen interpretierte und mit Köstritzer Bier verfeinerte. Der genussvolle Abend erlebt nun in Weimar seine Fortsetzung. Die Protagonisten der diesjährigen Veranstaltung am 6. Juni im Köstritzer Spiegelzelt in der thüringischen Klassikerstadt sind die Künstlerin Alexa Feser und der Sternekoch Johannes Wallner. Dabei werden drei Songs durch den Kreativ-Koch und einen Biersommelier in drei Menügängen umgesetzt. Gerichte sowie Zutaten sollen die musikalischen Einflüsse, Stimmungen und Stilrichtungen reflektieren.

Alles auf einmal: Hören und Schmecken

Alexa Feser, in Wiesbaden geboren und Wahlberlinerin, geht es nicht nur um Inhalte und Texte. Sie besticht mit ihrer herben und ganz und gar eigenen Art zu singen und will, "dass man die Geschichten nicht nur in den Zeilen lesen, sondern auch in der Stimme hören kann. Ich will auch nicht schön singen, ­ich will so singen, dass man mich emotional versteht." Ihr Album "Gold von morgen" stand im September 2014 erstmals in den Läden, eine Woche später war es in den Charts. Und seitdem begeistert die Sängerin und Songwriterin mit ihren bildhaften, eindringlichen Liedern zahlreiche deutsche Popmusik-Fans. 2015 war "Gold von morgen" für den "ECHO" in der Kategorie Rock/Pop National nominiert.

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Sternekoch Johannes Wallner ist erst seit einem Jahr Küchenchef des Restaurants "Clara".

(Foto: © Kaisersaal Erfurt)

Johannes Wallner gewann in diesem Jahr erneut mit seinem Team einen Michelin-Stern als Küchenchef des Restaurants "Clara" im Erfurter geschichtsträchtigen Kultur- und Kongresszentrum "Kaisersaal". Den ersten Stern erkämpfte sich das "Clara"-Team 2013 unter der damaligen Chefköchin Maria Groß  – bereits mit Wallner als Sous-Chef. In den Jahren zuvor hatte Johannes Wallner unter anderem im "Mirabeau" und im "The Omnia", beide im schweizerischen Zermatt, die Kunst vervollkommnet, internationale Einflüsse besonders fein in kreative Speisen umsetzen. Wallner steht für besondere Leidenschaft und kulinarische Expertise auf höchstem Niveau, für Liebe zum Detail und unbändige Freude am Ausprobieren. Sein Credo: "Unsere Sinne sagen uns schon, was gut ist – wir müssen nur auf sie hören." Der 27-jährige gebürtige Erfurter legt Wert auf den reinen Geschmack der Lebensmittel und auf die Kunst, die einzelnen Zutaten auch in einer Komposition wirken zu lassen. Frisch, regional und saisonal sind für ihn die Schlüsselwörter.

Das Menü am 6. Juni für den Köstritzer Music Cooking Club dürfte eine tolle Mischung aus regionalen Produkten werden, kombiniert mit überraschenden Highlights und kulinarischen Botschaften, die Alexa Fesers Musik schmecken lassen. Vorab verraten wird natürlich nichts – wo bliebe denn da die Überraschung? Nur soviel: Als Vorspeise gibt es "Wir sind hier", ein Song über den Willen, für seine Ideen zu kämpfen:
"... Wir werfen Anker aus Humor
Halten uns an ihnen fest
Und vielleicht ist dieses Leben
Ja tatsächlich nur ein Test
Es gibt Millionen Unterschiede
Zwischen dir und mir ..."

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Alexa Feser begeistert mit einfühlsamen Texten und einer beeindruckenden Stimme.

(Foto: © Warner Music)

Als Hauptgang wird das Herzstück des Albums "Gold von morgen" serviert. Der Titelsong soll Mut machen, nach den wahren Schätzen des Lebens zu suchen:
"... Der Weg von A nach B ist leicht
Nur hat dir leicht noch nie gereicht
Bau dir 'nen Bagger aus Geduld
Fantasie ins Katapult
Dein Segel in den Gegenwind
Du spielst auf Zeit und Zeit gewinnt ..."

Das Dessert bietet mit "Dezemberkind" einen Kontrast zur Jahreszeit und trägt versteckte Botschaften, vielleicht ein bisschen Wehmut und Abschied in sich:
"... Du siehst den Zügen hinterher
Und all den Schiffen auf dem Meer
Bist in Gedanken Passagier
In jedem Flugzeug über dir
Du kennst die Start- und Abfahrtszeiten
Aller Transportgelegenheiten.
So stehst du schweigend neben mir
Und bist schon lange nicht mehr hier ..."

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Hören, schmecken, fühlen: Den 2. Köstritzer Music Cooking Club gibt's in Weimar.

(Foto: © Köstritzer)

Live zu hören und zu schmecken – mehr Genuss an einem Abend geht vermutlich nicht! Genau dieser innigen Verbindung zwischen Kulinarik und Musik hat sich der Köstritzer Music Cooking Club verschrieben. Damit beschreitet die traditionsreiche thüringische Brauerei völlig neue Wege, denn das Kochen mit Köstritzer gelingt seit vielen Jahren Berufs- und Hobbyköchen sehr gut – aber das Hören? Die Köstritzer Brautradition reicht nachgewiesenermaßen bis ins Jahr 1543 zurück; heute ist die Köstritzer Schwarzbierbrauerei in Deutschland Marktführer im Schwarzbiersegment und exportiert ihre mehrfach ausgezeichneten Produkte in über 50 Länder. "Flaggschiff" ist und bleibt natürlich das Köstritzer Schwarzbier; doch auch das Edel Pils und das leichte Spezial Pils (60 Prozent weniger Kohlenhydrate) haben ihre Liebhaber ebenso wie ein Radler und die "bibop black cola", ein Mischgetränk aus Schwarzbier, Cola und Guarana. 2014 haben die Brauer ihr Portfolie um etliche Bierspezialitäten erweitert, hinzugekommen sind ein naturtrübes Kellerbier sowie die "Köstritzer Meisterwerke", die ein Pale Ale, ein Witbier und ein Red Lager umfassen. Dabei haben sich die Braumeister von internationalen Bierspezialitäten inspirieren lassen und sie neu interpretiert.

Natürlich können Sie mit Köstritzer auch zu Hause kochen (und trinken); das Brauerei-Team verrät eines ihrer Rezepte, das übrigens auch schon vom Thüringer Spitzenkoch Hans C. Marcher nachgekocht wurde. Am besten, Sie legen dazu eine Alexa Feser-CD ins Laufwerk. Noch besser: Sie fahren am 6. Juni ins schöne Weimar und gehen der Sache im Köstritzer Spiegelzelt persönlich auf den Grund: Wie schmeckt eigentlich Popmusik?

Lachsforellen-Tatar mit Köstritzer Edel Pils-Schaum

Zutaten (4 Pers):

3 Lachsforellen-Filets
1 grüner Apfel
½ Bund Schnittlauch
1 Bio-Zitrone
5 EL weißen Balsamico-Essig
5 EL Zucker
5 EL Olivenöl
5 EL Lachs-Kaviar
Salz, Pfeffer
200 ml Köstritzer Edel Pils
3 Blatt Gelatine
2 TL Zucker
Sahnesyphon und 1 N2O-Kapsel

Zubereitung Tatar:

Die Haut von den Lachsforellen abziehen. Dunkle Stellen ebenfalls herausschneiden. Die Filets der Länge nach in 5 mm breite Streifen schneiden und anschließend die Streifen würfeln. Den Apfel gut waschen, Kerngehäuse entfernen und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Beides zusammen gut vermengen.

Die Zitrone auspressen und die Schale fein reiben. Den Abrieb zum Lachforellen-Tatar geben. Die Hälfte des Zitronensaftes ebenfalls zum Tatar geben. Den Schnittlauch in feine Ringe schneiden. Den Balsamico-Essig mit dem Zucker erhitzen und reduzieren lassen. Die Flüssigkeit abkühlen lassen und mit dem Olivenöl sowie dem Schnittlauch unter das Tatar mengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zubereitung Pils-Schaum:

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Gelatine ausdrücken und in einem Topf bei kleiner Hitze im Köstritzer Edel Pils auflösen. 3 Esslöffel Zitronensaft und 2 TL Zucker mit einkochen lassen. Die Flüssigkeit durch ein Haarsieb gießen und anschließend in einen 0,5 l Sahnesyphon füllen, 1 Sahnekapsel aufschrauben und kräftig schütteln. Im Kühlschrank 1bis 2 Stunden kühlen.

Das Tatar in einem Ring mit gegebenenfalls etwas Wildkräutersalat auf 4 Tellern anrichten. Den Köstritzer Edel Pils-Schaum aufsprühen, mit dem Lachs-Kaviar dekorieren und sofort servieren.

Viel Erfolg beim Nachkochen und jede Menge Spaß mit Alexa Feser, Johannes Wallner und dem Köstritzer Music Cooking Club am 6. Juni in Weimar wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de