Unterhaltung
Freitag, 29. Januar 2010

Es grünt so grün: Zuverlässige Verbündete

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wer nicht gerade im Ski-Urlaub ist, sondern tagtäglich durch Eis, Schneematsch und Kälte zur Arbeit muss, hat vom Winter wohl die Nase voll. Die Bahn pflegt ihre chronischen Probleme, Flieger bleiben am Boden, die Autobatterie gibt den Geist auf - nur Händler, die Earbags und lange Unterhosen im Angebot haben, klatschen in die Hände.

Mal ehrlich: Wenn man das "Chaos"-Geschrei unbeachtet lässt, ist doch Winter mit Schnee und Eis eher ein anständiger Winter als einer mit Regen und Plusgraden. Allerdings: Nach den Winterferien könnte er sich dann so langsam vom Acker machen …

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Der Winter in seiner strengsten Form ist auch heute noch trotz veränderter Arbeits- und Lebensbedingungen und damit eines geringeren Kalorienbedarfs die Zeit deftiger Gerichte: Kassler mit Grünkohl, Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüree, kräftige Eintöpfe aus Hülsenfrüchten. Und dazu kommt noch das Fest der Feste: Weihnachten mit all den Leckereien, die uns nun im Januar auf der Hüfte hängen. Zeit, nach all den "fetten” Tagen ein paar "magere” einzulegen. Das ist bei dem Angebot im Supermarkt heute einfacher als früher. Man muss dazu nicht Tomaten und Erdbeeren kaufen, die jetzt ohnehin nicht schmecken.

Was also tun, wenn einen nach Kalorienorgien und mitten im Winterweiß die Lust auf etwas Frisches und Knackiges überkommt? Ganz einfach: nachgeben! Denn außer Rosenkohl, Grünkohl, Weiß- und Rotkohl, Chinakohl … usw.-kohl gibt es auch noch Chicorée und Gartenkresse.

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Chicorée und Kresse erweisen sich als zuverlässige Verbündete im Winter. Wer will, kann sich die Kresse aus ein paar Samenkörnern auf einer feuchten Watte- oder Zellstoffunterlage auf der Fensterbank selbst züchten. Alle anderen holen sich eine Schachtel Kresse vom Händler. Und dann beginnt das Spiel mit der Schere: Schnipp, schnapp - ein paar Büschel täglich und keine Krankheit quält dich. Der Einsatz der Kresse kennt keine Grenzen: Kräuterquark und -butter, Reis, Eier- und Blattsalate.

Die grüne "Vitaminbombe" enthält viel Vitamin C, außerdem Eisen, Kalzium, Folsäure und Vitamin B1, soll die Produktion roter Blutkörperchen anregen und macht selbst vergrämte Wintermuffel munter. Es wird auch behauptet, dass Kresse das Herz stärkt, Haarausfall vermindert, Kopfschmerzen und Zahnfleischbluten lindert. Dazu reicht aber ganz sicher nicht ein Schächtelchen …

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Die einjährige Gartenkresse (Lepidium sativum) stammt vermutlich aus dem vorderen Orient. Ihre Samen wurden schon in alten Pharaonengräbern gefunden. Auch von den Griechen und Römern wurde sie geschätzt, und Karl der Große förderte ihren Anbau.

Und natürlich sind die harmlos aussehenden, aber rettichscharfen Blättchen nicht nur etwas für Gesundheit und Gaumen. Die Römer nannten die Kresse wegen ihrer angeblich anregenden Eigenschaften "impudica”, was soviel wie "schamlos" oder "unzüchtig" heißt. Laut Arzt und Botaniker Pierandrea Mattiolus (1501 bis 1577) macht Kresse "lustig und begierlich zur Unkeuschheit" - eventuell auch in einem "Chicorée-Kresse-Salat":

Zutaten (4 Personen):

4-6 Chicorée
1 Schale Kresse
1 kleiner Radicchio
4 Scheiben Vollkorntoast, gewürfelt
50 g gehackte Walnusskerne
etwas Butter

Für die Vinaigrette:
4 EL Birnen- oder Apfelbalsamessig
8 EL Walnuss- oder Kürbiskernöl
½ TL mittelscharfer Senf
1 Prise Zucker
Salz, frisch gemahlener weißer Pfeffer

Zubereitung:

Chicorée und Radicchio putzen, waschen und gut abschütteln. Wem Chicorée zu bitter ist, der sollte den Strunk herausschneiden. Die Stauden mit der Hand entblättern. Die Blätter möglichst ganz lassen oder höchstens einmal brechen. Die Radicchio-Blätter auf etwa die gleiche Größe bringen. Die von den Samenhülsen befreite Kresse ganz lassen, waschen und gut abtropfen lassen.

Chicorée, Radicchio und Kresse in einer Schüssel behutsam mischen.

In einer Pfanne die Butter erhitzen und darin die gehackten Nüsse und die Brotwürfel goldgelb rösten. Zum Entfetten auf Küchenkrepp legen.

Aus den Zutaten eine Vinaigrette rühren und den Salat damit vermengen. Zum Schluss die Nüsse und die Brotwürfel auf dem Salat verteilen.

Varianten:

1. Zusätzlich Gorgonzola über den Salat krümeln
2. Gebratene Geflügelleber dazu reichen
3. Exotisch mit Banane, Apfel und Mandarine mischen.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Quelle: n-tv.de