Essen und Trinken

Wenn Scheherazade zwinkert ... wird der Sultan schwach

Wenn Scheherazade zwinkert, dann … gibt's was zu essen! Schließlich wird die Schöne ja nicht nur Märchen erzählt haben, sonst hätten sie und der Sultan die 1001 Nacht nicht überlebt. Außerdem haben die beiden nicht nur geredet, denn die kluge Tochter des Wesirs soll in dieser Zeit drei Kinder zur Welt gebracht haben!

Wer kennt sie nicht, all die schönen Geschichten aus "1001 Nacht": "Sindbad der Seefahrer", "Ali Baba und die vierzig Räuber" oder "Aladin und die Wunderlampe". Die Sammlung gilt als das populärste literarische Werk des Orients und wird oft mit den Märchen der Gebrüder Grimm verglichen. Kein anderes Buch der arabischen Literatur – außer dem Koran – wurde in so viele Sprachen übersetzt wie diese exotische Mischung aus Märchen, Legenden, Novellen, Anekdoten und Fabeln. Das älteste Handschriftenfragment der "Märchen der 1001 Nacht" datiert aus dem 9. Jahrhundert. Einzelne Stücke der Sammlung waren in Europa bereits seit dem 14. Jahrhundert verbreitet.

Scheherazade beflügelte den russischen Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow zu seiner Tondichtung gleichen Namens, und selbst am Sternenhimmel funkelt sie: Seit 1907 trägt ein Asteroid den Namen der arabischen Geschichtenerzählerin.

Scheherazades erotisches Spielchen mit dem wilden Sultan, der sämtlichen Frauen den Willen zur Treue absprach, ging die besagten 1001 Nacht lang. Sie erzählte die Geschichten, ohne bis zur Pointe zu kommen – und der neugierige Schahriar ging ihr auf dem Leim und gestattete Scheherazade, am nächsten Morgen fortzufahren. "Oh, du meine Wonne, wenn du nicht schläfst, dann erzähle die Geschichte, die du mir versprochen", sagte der eingelullte Sultan. So entging die Kluge dem Henker und heilte ihren Mann von seinem Misstrauen. Am Ende ist Schahriar von der Treue und der Klugheit seiner Frau überzeugt und er lässt sie am Leben.

Vielleicht spricht ja Ihr Sultan eines Tages die Worte: "Oh, du meine Wonne, wenn du nicht schläfst, dann koche das Gericht, das du mir versprochen." Dann unterbrechen Sie kurz ihre haushaltstechnischen Tätigkeiten wie Wäsche waschen, Fenster putzen und Staubsaugen, begeben sich in die Küche und zaubern in Windeseile das leckere Gericht "Scheherazades Geflügelleber". Das überzeugt jeden Sultan!

Zutaten (für 2 Personen):

250 g frische Hähnchen- oder Putenleber
2 kleine oder 1 große Stange Porree oder 1 Bd. Frühlingszwiebeln
1 Dose Mais
1 Dose Mandarinen
2 Tassen Feinfrost-Erbsen
2 Tassen gekochter Reis
Olivenöl, Salz, Pfeffer, evtl. etwas Safran

Zubereitung:

Den Reis nach Vorschrift und am besten mit etwas Safran (wegen der schönen Farbe) körnig kochen. Die gesäuberte Leber in mundgerechte Stücke schneiden. Porree bzw. Zwiebeln in feine Ringe schneiden.

In einer großen Pfanne die Ringe in heißem Olivenöl anschmoren, bis sie glasig sind. Die Leberstücken zufügen und ganz kurz von allen Seiten anbraten, damit sich die Poren schließen.

Mais und Mandarinen (Flüssigkeit auffangen) sowie die Erbsen zugeben und alles bei Mittelhitze etwas einkochen lassen. Dann den Reis in die Pfanne geben und den Saft aus der Mandarinendose zufügen. Salzen, kräftig pfeffern und alles gut vermengen. Nochmals kurz köcheln, damit der Obstsaft einkocht.

Tipp: Die Zubereitung dieses Gerichts dauert wirklich nicht lange. Die Küchenzeit verkürzt sich noch wesentlich, wenn man fertigen Express-Reis verwendet. Ich habe es mit der Sorte "mediterran" probiert, und es hat geschmeckt. Auf diese Art und Weise kann das Essen nach einer Viertelstunde auf dem Tisch stehen.

Und falls Sie noch ein paar Geschichten aus dem Orient und über dessen phantasievolle Küche nebst Rezepten lesen wollen – Sie finden sie im n-tv.de Kochbüchlein "Schuss in den Ofen".

Märchenhaften Spaß und guten Appetit wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de