Kino

Will Smith spielt trauernden Manager Die Schönheit liegt im Verborgenen

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Will Smith ist für jeden Spaß zu haben. Man muss ihm halt etwas schenken.

Er hatte alles: einen tollen Job, eine wunderbare Frau, ein süßes Kind. Doch eine Tragödie beraubt ihn dieser Schätze, er sondert sich ab. Seine Freunde starten daraufhin ein ungewöhnliches Experiment. Im Film "Verborgene Schönheit" geht es um viel.

Nachdem seine sechs Jahre alte Tochter an einer tödlichen Krankheit stirbt, zieht sich der erfolgreiche New Yorker Werbemanager Howard (Will Smith) völlig aus dem Leben zurück. Um wieder zu ihm durchzudringen entwickeln seine verzweifelten Freunde und Kollegen einen drastischen und wirklich mehr als ungewöhnlichen Plan. Denn Howard spricht nicht mehr, er trifft niemanden, interessiert sich für nichts, die Geschäfte lässt er schleifen und alles droht den Bach runterzugehen. Doch Howard beginnt universelle Fragen zu stellen, indem er Briefe an "die Liebe", "die Zeit" und "den Tod" schreibt.

Unerwartet erhält er sehr persönliche Antworten auf seine Notizen, und er beginnt zu begreifen, wie diese ewigen Konstanten untrennbar mit einem erfüllten Leben verbunden sein könnten wie sich selbst im schwersten Verlust Momente von tiefer Bedeutung und großer, verborgener Schönheit offenbaren können. "With a little help from my friends" könnte der Film auch heißen, und dann wüsste man vielleicht auch eher, worauf man sich in diesem kleinen Regiemeisterwerk von Oscar-Preisträger David Frankel ("Marley & Ich", "Der Teufel trägt Prada") verlassen sollte - nämlich auf die Hilfe seiner Freunde.

Silver Linings in Sicht

Howards Freunde, das sind sind Whit (Edward Norton), Claire (Kate Winslet) und Simon (Michael Pena), und sie greifen wirklich zu einem ungewöhnlichen, absolut fantasievollen und auch ein bisschen perfiden Mittel, um ihren Freund wieder ins Leben zurück zu transportieren. Die - nennen wir es "Phänomene" - Liebe, Tod und Zeit nehmen nämlich Gestalt an, und zwar die von Helen Mirren, Keira Knightley und Jacob Latimore.

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Das fantastische Team: Latimore, Mirren, Smith, Harris und Norton.

(Foto: REUTERS)

Soviel sei verraten: Diese Schauspieler spielen in "Verborgene Schönheit" Schauspieler. Und sie machen ihre Sache gut. Sie schaffen es, den Untröstlichen wieder erste Schritte gehen zu lassen. Zum Beispiel in die Selbsthilfegruppe von Madeline (Naomie Harris), in der auch andere über ihren Verlust sprechen und Trost finden.

Wie es langsam, ganz langsam, wieder heller wird an Howards Horizont, wie seine Freunde mit ihm umgehen, mit welcher Behutsamkeit die Geschichte erzählt wird - auch das alles zeugt von eben jener verborgenen Schönheit, von der im, zugegeben leicht kryptischen Titel, die Rede ist. "Verborgene Schönheit" ist ein leiser Film, zuweilen durchaus komisch, aber vor allem unfassbar traurig und sehr gut gespielt. Das Ensemble wirkt ein bisschen wie am Theater, und am Ende fragt man sich selbst, welche Fragen man höchstpersönlich an das Leben, die Liebe, die Zeit und den Tod hätte.

Im Interview mit n-tv.de hat Will Smith gebeichtet, dass das Wichtigste und das Schwierigste in seinem Leben schon immer das Thema Liebe war. Der Mann, der sonst fast immer den Kämpfer darstellt oder die geborene Frohnatur, der nichts, aber auch gar nichts etwas anhaben kann, gibt in "Verborgene Schönheit" eine intensive, starke Vorstellung. Unterstützt wird er von den bereits erwähnten, ebenso grandiosen anderen Darstellern.

"Verborgene Schönheit" ist kein Film für zwischendurch, kein Block-Buster wahrscheinlich und auch kein Feel-Good-Movie, aber er bringt uns zum Nachdenken und lässt uns die richtigen Fragen stellen: An die Liebe, die Zeit und den Tod. Nehmen Sie sich Zeit für die Antwort, nehmen Sie sich Zeit für einen ungewöhnlichen Film.

"Verborgene Schönheit" läuft in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de