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Schöne Bescherung Duran Duran sind wieder da - Eine Zeitreise

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Melden sich mit neuem alten Sound zurück: Duran Duran.

Da sind sie wieder. Auch mehr als 30 Jahre nach Bandgründung werden Duran Duran nicht müde, neue Musik zu machen. Dabei ist die 13. Albumveröffentlichung mit dem bezeichnenden Titel "All you need is now" eine ihrer besten.

Rückblick: Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger Jahre bestimmen in Großbritannien durch Rezession verursachte Arbeitslosigkeit und rapide soziale Kürzungen das bedrückende Lebensgefühl. Die Bedrohung einer atomaren Auseinandersetzung der Großmächte USA und Sowjetunion lauert an jeder Ecke. Gerade erst wurde das ehemalige Weltreich musikalisch durch Punk verwüstetet. Da kreieren fünf smarte Engländer einen hedonistischen Gegenentwurf: Simon Le Bon, John Taylor, Nick Rhodes, Roger Taylor und Andy Taylor machen sich auf, ihrer Heimat die Tristesse zu nehmen, und erobern mit Popsongs die Welt.

Mit ihrer musikalischen Mischung aus Pop, (Glam-)Rock, New Wave und Funkelementen, vorgetragen in stylischen Outfits und gleichermaßen sorgsam und eindrucksvoll inszenierten Videoclips und Konzerten, treffen Duran Duran den Nerv von Millionen Menschen. Sie wirken wie die Prinzen eines modernen Märchens. Duran Duran will die Band sein, zu der die Leute tanzen, wenn die Bomben fallen. Und die Masse tanzt. Mitte der Achtziger Jahre sind Duran Duran die größte Band der Welt, inklusive Millionen verkaufter Platten, riesigen Konzerttourneen, Drogenproblemen und internen Querelen. Vergöttert von Heerscharen weiblicher Fans und wenig geliebt von deren Freunden und Musik-Kritikern. 

Ausverkaufte Konzerte

Als Konsequenz aus zu viel Star-Ruhm verliert die Band im Laufe der Jahre und Jahrzehnte nicht nur drei ihrer Gründungsmitglieder, auch das Interesse des Publikums erlahmt. Die Achtziger Jahre gelten per se als geschmacklos, und Duran Duran haben dem nichts entgegenzusetzen. Sie verlieren sich mehr und mehr bei dem Versuch, musikalisch innovativ zu sein. Anfang der Neunziger gelingt ihnen unerwartet ein kurzzeitiges Comeback, danach wird es ruhig.

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Sie wären auch gerne in der Band gewesen: Der Autor (vorne) und seine Freunde Anfang der Achtziger.

2003 kommt es zur offiziellen Wiedervereinigung der Gründungsmitglieder, und es scheint, als hätte die (Pop)Welt nur auf sie gewartet. Millionenfach besuchte und ausverkaufte Konzerte. Nun erkennen nicht nur ehemals verliebte weibliche Teenager das musikalische Genie der Band, auch die (vermutlichen) Ex-Freunde jener Mädchen und einstige Kritiker trauen sich jetzt, ihre Begeisterung zu zeigen. Erfolgreiche Bands der Gegenwart outen sich als Bewunderer und geben Duran Duran als Inspiration an. Flankiert wird das Comeback mit zwei Studioalben, die aber nicht ganz zu überzeugen wissen. Zu allem Überfluss verlässt 2006 erneut der Gittarist die Band.

Hilfe von Mark Ronson

Duran Duran hätten sicherlich auch zu Viert noch ein paar Jahre erfolgreich Nostalgie-Konzerte geben können, bevor sie vollends den verdienten Ruhestand im Pop-Olymp genießen. Zum Glück haben sie sich anders entschieden und unter dem Zuspruch und der Hilfe des britischen Star-Produzenten, Mark Ronson, ein Album produziert, auf das Fans seit 25 Jahren warten.

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Das Album "All you need is now" gibt es ab 21. Dezember 2010 bei itunes - und ab Februar 2011 im CD-Laden.

"All you need is now" hat alles, was Duran Duran in ihrer Anfangszeit ausgemacht hat: Treibende Rhythmen, pumpende Bässe, gleichermaßen schräge wie geschmackvolle Gitarren und wahlweise akzentuierte Keyboards oder breite Soundteppiche. Gekrönt durch hinreißende Melodien und mitreißenden Gesang sind sie wieder ganz bei sich angekommen. Dabei gelingt ihnen das Kunststück, gleichermaßen nostalgisch wie modern zu klingen. Selten waren Duran Duran jugendlicher, sehnsüchtiger und begeisternder als mit dieser Platte.

Wir tanzen wieder. Willkommen zu Hause, Duran Duran.

Quelle: n-tv.de

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