Kino

Alternativen zur üblichen Adventsmusik Gitarrenpop, der Geschichten erzählt

Pünktlich zum ersten Advent ertönen im Radio weihnachtliche Klänge. Es gibt aber Alternativen: Gitarrenpop von Ulrich Kleemann, der ansprechende Geschichten erzählt. Und Raritäten von Altmeister Rod Stewart.

Gitarrenlastige deutsche Popmusik gibt es dieser Tage eine ganze Menge. Guter deutscher Gitarrenpop ist eher selten. Ulrich Kleemanns Album "Sonne entgegen" gehört dazu. Unaufdringlich kommt der Düsseldorfer daher, begleitet nur von Bodo Staiger oder Achim Wolf am Bass sowie Wolla Hoffmann, der, mal elektrisch, mal akustisch, den Part der Leadgitarre übernimmt.

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Ulrich Kleemann erzählt mit dem Album "Sonne entgegen" unaufdringlich ansprechende Geschichten.

Kleemann selbst spielt die Rhythmusgitarre. Manchmal erkennt man bei Intros und Soli den - möglicherweise gar nicht gewollten - Einfluss eines Mark Knopfler. Die Songs sind durchweg Eigenkompositionen. Kleemanns Texte sind nachdenklich, handeln von Liebe, Sorgen, Lebensfreude. In "Sternenkind" ist in nachgerade dialektischer Weise die Rede von der Suche nach dem Sinn des Lebens. Fäden aus Eis und Tropfen aus Gold begleiten das aus den Tiefen des Alls kommende Sternenkind auf der Reise durch die Ewigkeit. "Lass uns tanzen", Opener und als Radiomix auch Schlusspunkt der CD gibt es auch als Single.

Sympathisch die Verbeugung vor Leonard Cohen, wenn es darum geht, erst in Manhattan, dann in Berlin eine Sohle aufs Parkett zu legen. Auch der Tod wird thematisiert: "Vermissen" beschreibt in zutiefst poetischer Weise das Hinüberwechseln, artikuliert den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen. Die Vielschichtigkeit des Lebens, das Auf und Ab, Glück und Unglück ist Thema von "Tausend Mal". Wie gesagt: Ein rares Beispiel ansprechenden Gitarrenpops, der Geschichten erzählt, die wohl jeder irgendwie einmal erlebt.

Gutes vom Altmeister

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Stewarts "Rarities" - rar und gut.

(Foto: Cover)

Rar ist auch das, was Rod Stewart auf seinem Album "Rarities" veröffentlicht. Und - oft im Unterschied zu dem, was von ihm weniger rar ist - auch noch gut. Als er Anfang der siebziger Jahre mit der Band The Faces erdigen Rhythm & Blues spielte, machte der Mann aus London auch Soloaufnahmen, die sich wohltuend von seinen späteren Schnulzen à la "I Am Sailing" abhob. So finden sich auf der Doppel-CD Alternativ-Versionen, nicht auf einer LP veröffentlichte Singles, B-Seiten, Studio-Outtakes und Mitschnitte von Auftritten bei der BBC. Bei einigen der Aufnahmen ist Ron Wood dabei, der bekanntlich heute bei den Rolling Stones den Platz von Brian Jones beziehungsweise Mick Taylor einnimmt.

Apropos: Den frühen Stones-Hit "It's All Over Now" interpretiert Stewart so, wie ihn Autor Bobby Womack im Original als Mitglied der Soulband The Valentinos gesungen hat. Souliger, weniger rockig als Jagger & Co. Coverversionen gibt es auch vom "Pinball Wizard" der Who aus der Rockoper "Tommy", Bob Dylans "Girl From The North Country" aus dem Album "Nashville Skyline", Jerry Lee Lewis' "What Made Milwaukee Famous (Has Made A Loser Out Of Me) und einigen mehr.

Als würdiger Interpret des "Great American Songbook" erweist er sich mit Cole Porters "Every Time We Say Goodbye". Stewarts Hit "Maggie May" ist als Studioaufnahme bei der BBC zu hören. Der mit dem Kollegen Martin Quittenton von Stewart verfasste Track war bis 1971 übrigens der einzige, der in den USA und in Großbritannien gleich die Verkaufslisten anführt. Insgesamt 24 Mal ein Rod Stewart, wie wir uns ihn wünschen.

Quelle: ntv.de

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