Kino

"Die Unfassbaren" kehren zurück Radcliffe kämpft gegen Zauber-Truppe

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Diese Besetzung allein dürfte den einen oder anderen schon dazu bewegen, sich eine Kinokarte zu kaufen.

"Die Unfassbaren" war einer der Kino-Hits 2013 - jetzt kehrt das Starensemble aus Morgan Freeman, Michael Caine und Woody Harrelson zurück. Mit dabei ist ein neuer Bösewicht.

Daniel Radcliffe kann einem ein bisschen leidtun. Der ambitionierte Schauspieler kommt kaum von seiner Rolle als Harry Potter los, für viele Fans wird er für immer der Zauberlehrling aus Hogwarts sein. Doch nun hat der smarte junge Mann eine Art Ass im Ärmel, das zum Befreiungsschlag werden könnte – und das hat mit seiner neuen Rolle im Hollywood-Kracher "Die Unfassbaren 2" zu tun.

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Dave Franco (r.) war schon beim letzten Mal dabei, neu an Bord ist Lizzy Caplan alias Lula.

In der Fortsetzung des als gigantische Zaubershow daherkommenden Action-Abenteuers spielt er den leicht verrückten Bösewicht und Gegenspieler einer als moderne Robin Hoods auftretenden Magiertruppe. Harry Potter als Feind der Zauberer? Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie und macht Lust auf die Fortsetzung des Films von 2013, der nun in die Kinos kommt.

Der erste Teil von "Die Unfassbaren" war ein Überraschungshit. Das Staraufgebot von Morgan Freeman über Woody Harrelson bis Jesse Eisenberg machte Spaß – die Story auch und die rasanten Kamerafahrten durch New York City waren einfach nur cool. Ob die Zaubertricks tatsächlich so funktionieren? Ergibt die Handlung Sinn? Zweitrangig, gute Unterhaltung bot der Streifen gerade dank seiner Comic-Logik allemal. Und natürlich hat Hollywood dann das gemacht, was es immer in solchen Situationen macht: eine Fortsetzung gedreht.

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Michael Caine spielt den britischen Superreichen Arthur Tressler wieder angenehm versnobt.

Und so treffen wir die meisten Stars wieder – besonders Morgan Freeman und Michael Caine verleihen dem Film Glanz und Klasse, aber auch Woody Harrelson, Mark Ruffalo, Jesse Eisenberg und Dave Franco zaubern wieder über die Leinwand, diesmal begleitet von der witzigen Lizzy Caplan, die Isla Fisher ersetzt. Fans von Mélanie Laurent, die im ersten Teil auf wunderbare Weise die Klischee-Französin gab, werden aber enttäuscht. Sie ist nicht mehr mit dabei. Was ist nur aus ihr geworden? "Ja, das habe ich mich auch gefragt!", sagte Mark Ruffalo im Gespräch mit n-tv.de. Denn seine Figur, FBI-Agent Dylan Rhodes, verliebt sich am Ende in die schöne Interpol-Ermittlerin. "Sie sagten mir, es hätte einfach nicht funktioniert."

Fortsetzungen haben es schwer

Im ersten Teil entpuppte sich erst ganz am Schluss, dass der von Ruffalo gespielte FBI-Schnüffler in Wahrheit der geheime Boss einer Magiertruppe namens "Die Reiter" war. Die prellte in einem Rachefeldzug den Versicherungsmogul Arthur Tressler (Michael Caine) und eine französische Bank um Millionen von Dollar und brachte den geheimnisvollen Ex-TV-Moderator Thadaeus Bradley (Morgan Freeman) ins Gefängnis. Der Grund? Alle waren daran beteiligt, dass Rhodes Vater einst bei einem missglückten Zaubertrick in einem Tresor eingesperrt in einem Fluss ertrank. Die Zuschauer erlebten dank spektakulärer Zaubertricks auf der ganz großen Bühne einen Popcorn-Moment nach dem anderen, der flotte Rhythmus des Films mit vielen unerwarteten Wendungen machte ihn zu einem zwar recht flachen, aber trotzdem gelungenen Hollywood-Blockbuster.

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Morgan Freeman lässt den Thadaeus Bradley derart undurchsichtig wirken, dass es Spaß macht, ihm zuzusehen.

Es ist der Fortsetzung anzumerken, dass die Macher sich fragten: Wie können wir das noch übertreffen? Da kommt Daniel Radcliffe ins Spiel. Der übernimmt den Part des neuen Bösewichts Walter Mabry, der die "Reiter" nach Macau entführt und dann beauftragt, einen Super-Computerchip zu stehlen, mit dem sich sämtliche Elektronikgeräte auf dem Planeten auspionieren lassen. Das stellt ihre Loyalität zum FBI-Mann und ihrem eigentlichen Boss Dylan Rhodes auf eine harte Probe, denn der ist dagegen.

Rhodes wendet sich an Bradley alias Morgan Freeman im Gefängnis, der ihm hilft, die Reiter wieder auf seine Seite zu ziehen und zu erkennen, dass der wahre Bösewicht Mabry ist. Ohne zu viel zu verraten, stellt sich heraus, dass dieser eine enge Verbindung zu Arthur Tressler hat, den Michael Caine erneut unnachahmlich als britischen Snob verkörpert. Es kommt zum großen Finale in London und man muss kein Zauberer sein, um die richtige Antwort auf die Frage zu erahnen, ob wohl die Guten oder die Bösen am Ende gewinnen.

Fortsetzungen haben es immer schwer – denn die Zuschauer wollen zwar einen ähnlichen, aber auch einen neuen Film sehen. Das gelingt nur teilweise. Kam der erste Teil recht leichtfüßig und locker daher, wirkt das Sequel oft überladen. Es gibt zwei Bösewichter, gespielt von Radcliffe und Caine, es gibt auch zwei Woody Harrelsons, denn wie sich herausstellt, hat dessen Figur Meritt McKinney einen Doppelgänger auf Seiten der Bösewichte. Auch sind die Zaubertricks zwar oft spektakulär, insbesondere der zum großen Finale aber selbst für die große Leinwand ein bisschen übertrieben.

Wir lernen immerhin, dass Daniel Radcliffe auch richtig böse sein kann. Der 27-Jährige genießt seine Rolle als Gegenspieler der Zauberertruppe sichtlich. Wobei: "Ich würde nicht 'nie' sagen", sagte er im Gespräch mit n-tv.de auf die Frage, ob er jemals wieder einen Zauberer spielen wolle. "Aber erstmal nicht mehr." Lieber redete er darüber, wie großartig er es fand, in einem Film mit Morgan Freeman und Michael Caine mitzuspielen. Und genau dieses Nebeneinander, Radcliffe neben diesen beiden lebenden Legenden, dazu Ruffalo, Harrelson, Eisenberg und ein Haufen Zaubertricks - das dürfte Fans des klassischen Popcorn-Kinos für einen schönen Abend genügen.

"Die Unfassbaren 2" läuft ab dem 25. August 2016 in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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