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Jasmine Thompson ist erst 16, kann aber schon auf erfolgreiche Jahre in der Musikbranche zurückblicken.
Jasmine Thompson ist erst 16, kann aber schon auf erfolgreiche Jahre in der Musikbranche zurückblicken.(Foto: Nicole Nodland)
Mittwoch, 21. Juni 2017

Stimmwunder Jasmine Thompson: "Ja, ich war schon mal verliebt!"

An ihrer Stimme kommen Sie nicht vorbei. Wenn Sie jedenfalls gelegentlich mal einen Supermarkt beehren, an der Kinokasse stehen oder bei einer Klamottenkette einkaufen, kennen Sie auch Jasmine Thompson. Vor drei Jahren gelang der Britin der Durchbruch mit dem Robin Schulz Song "Sun Goes Down". Damals war sie erst 13 Jahre alt und ihre Erfahrungen in der Branche beschränkten sich im Wesentlichen auf Cover-Songs bei Youtube. Es folgte eine Neuauflage des Chaka Khan Hits "Ain't Nobody" mit Felix Jaehn. Jetzt hat Thompson ihr eigenes Album. n-tv.de verrät die 16-Jährige, welchen Rat ihr Popstar Meghan Trainor gegeben hat und wie das mit der Liebe als Jungstar funktionieren kann.

Du hast mal gesagt, ein normales Leben reize dich nicht. Wolltest du schon immer berühmt sein?

Ihre Freunde drücken noch die Schulbank, Jasmine Thompson hat bereits ihr erstes Album auf dem Markt.
Ihre Freunde drücken noch die Schulbank, Jasmine Thompson hat bereits ihr erstes Album auf dem Markt.(Foto: Warner Music)

Mir hat die Vorstellung nicht gefallen, die Schule zu beenden und danach einen gewöhnlichen Job zu haben. Ich wollte ein ungewöhnliches Leben führen. Ich muss kreativ arbeiten.

Und es scheint geglückt. Während deine Freunde heute die Schulbank drücken, bist du in der Welt unterwegs …

Wenn ich nicht auf Tour bin, bekomme ich morgens ein paar Stunden Unterricht, danach schreibe ich Songs und wenn ich damit fertig bin, treffe ich Freunde. In der Hinsicht bin ich ein normaler Teenager.

Obwohl du selbst noch so jung bist, sehen dich viele Gleichaltrige schon als Vorbild. Wie gehst du damit um?

(lacht) Darüber denke ich gar nicht so viel nach. Ich wünsche mir, dass meine Fans die Zeit mit ihren Freunden genießen, dass sie nicht so viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringen und zufrieden mit sich sind.

Auf deinem Album gibt es einen Song, "Old Friends", der klingt, als gebe es doch erhebliche Nachteile, wenn man so jung als Musiker erfolgreich ist. Du singst davon, dass dir enge Bezugspersonen fehlen …

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Das stimmt schon. Aber eigentlich kennen das doch alle, die nicht mehr in der Stadt leben, in der sie aufgewachsen sind.

Meghan Trainor hat den Song geschrieben. Was ist das für ein Gefühl, wenn eine Grammy-Preisträgerin für einen arbeitet?

Es ist unglaublich! Dass sie so viel Zeit in meinen Song investiert hat, hat mich total verblüfft. Ich habe großen Respekt vor ihr als Künstlerin. Sie ist eine Inspiration - zum Beispiel, wenn sie sich für ein positives Körpergefühl von Frauen einsetzt. Als ich sie kennengelernt habe, war sie wahnsinnig lieb zu mir. Sie hat mir viele Ratschläge gegeben.

Was denn für welche?

Sie hat mir ein Gefühl dafür vermittelt, was es bedeutet, ein Popstar zu sein. Sie hat mir gesagt: "Du musst dich um dich selbst kümmern. Sieh zu, dass du dich von niemandem unterbuttern lässt!"

Du hast deine Karriere bereits früh begonnen. Mit zehn Jahren hast du einen eigenen Youtube-Channel eröffnet. Welche Absicht steckte dahinter?

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Für mich war das ein Ventil für meine Kreativität. Youtube macht Spaß! Bevor ich mein erstes Video hochgeladen habe, hatte ich Ewigkeiten damit verbracht, die Videos von anderen Leuten anzusehen. Irgendwann habe ich es dann selbst ausprobiert. Ich hatte keine Vorstellung davon, dass man darüber entdeckt werden kann.

Mittlerweile wissen das die meisten Kinder. Viele versuchen gezielt, über die Plattform bekannt zu werden …

Es sollte nicht immer nur darum gehen, berühmt zu werden. Dass man seine Musik mit anderen Leuten teilt, bedeutet nicht automatisch, dass man auf dem roten Teppich landet oder andauernd mit schicken Autos durch die Gegend fährt.

Deine Karriere hat ausgerechnet mit Club-Songs so richtig Fahrt aufgenommen. Als "Sun Goes Down", dein Track mit Robin Schulz, erschienen ist, warst du 13 Jahre alt. Schräge Kombi, oder?

Mit Clubs oder Festivals hatte ich tatsächlich nichts am Hut. Es dauert ja auch jetzt noch zwei Jahre, bis ich richtig ausgehen kann. Aber ich stand schon damals auf elektronische Musik. Mein Bruder ist fünf Jahre älter als ich. Als er noch zu Hause gewohnt hat, lief andauernd Dubstep oder EDM.

In den Clubs der Welt hörten alle ihre Stimme, aber sie selbst musste draußen bleiben - Jugendschutz.
In den Clubs der Welt hörten alle ihre Stimme, aber sie selbst musste draußen bleiben - Jugendschutz.(Foto: Nicole Nodland)

Für deinen Bruder muss es denkbar kurios gewesen sein, ausgerechnet über seine kleine Schwester Einblicke in die Elektro-Szene zu bekommen …

Als ich ihn das erste Mal zu einem Festival mitgenommen habe, war er so glücklich.

Nach dem Track mit Robin Schulz kam "Ain't Nobody" mit Felix Jaehn. Zwei deutsche DJs haben deine Karriere wesentlich geprägt. Empfindest du dadurch eine besondere Verbindung zu Deutschland?

Eine Zeit lang war ich alle paar Wochen hier. Ich liebe Deutschland so sehr! Es ist London gar nicht unähnlich, das gefällt mir. Ich mag vor allem Hamburg und Köln.

In Köln wohnt ja auch deine Freundin Bianca "Bibi" Heineke …

Unser Label hat uns damals zusammengebracht - weil wir ja beide Youtuber sind. Wir haben ein Video für ihren Kanal gedreht. Sie ist dann ein paar Monate später auch zu meinem Konzert gekommen.

Sie macht ja mittlerweile auch Musik. Hast du ihren Song "How it is (wap bap …)" gehört?

Ja, habe ich. Wirklich schade, dass es so viele negative Stimmen dazu gab.

Der Track ist eindeutig von der sonnigen Sorte. Deine Songs hingegen klingen meist traurig. Magst du es gern melancholisch?

Mir fällt es tatsächlich schwer, aufgedrehte Songs zu schreiben.

Dein Song "Wanna Know Love" hat mich daran denken lassen, dass es sicherlich gar nicht so einfach ist, die erste Liebe zu erleben, wenn man so bekannt ist wie du. Ich trau mich gar nicht, zu fragen  …

Ja, ich war schon mal verliebt. Das Ding ist: Er hatte keinen Plan davon, was in meinem Leben los war. (grinst) Er hatte noch nie von mir gehört. Es war großartig! Im Moment konzentriere ich mich aber auf meine Arbeit. Ich bin nicht wirklich auf der Suche nach jemandem. Das ist in meinem Plan nicht vorgesehen - also so für die nächsten zwei Jahre.

Mit Jasmine Thompson sprach Anna Meinecke.

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Quelle: n-tv.de