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"Let's Dance" "Dieses erotische Knistern in der Luft"

Hallöchen, Daniel Hartwich und Frauke Ludowig! Was läuft da zwischen Euch? Die beiden liefern sich einen herrlich süffisanten Schlagabtausch und werden plötzlich unbeabsichtigt zum Highlight der Show. Warum erfahren Sie hier!

"Let's Dance" ist aus der Osterpause zurück. Die kleine Auszeit scheint gut getan zu haben, denn die siebte Show bietet beste TV-Unterhaltung. Das liegt vor allem auch an Moderator Daniel Hartwich, der die Gags wie Salven rausfeuert und dem in Sachen Schlagfertigkeit keiner seiner Homies so schnell das Wasser reichen kann. Das Beste aber kommt zum Schluss.

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Auch Luca Hänni (r.) liefert eine gute Performance.

(Foto: TV NOW)

Show Sieben also: Die Juroren trennt jetzt ein Spuckschutz. Bei Jorge - dieses Mal eingehüllt in den bratwurstfarbigen Morgenmantel seiner Großmutter - könnte das Plexiglas aber auch zum Outfit mit dazugehören. Das Überraschende und Schöne an der Show: Tänzer, die heute als Favoriten gelten, sind morgen in der Punkteliste Bummelletzter. Tijan Njie zum Beispiel: Der tanzt mit seiner Kathrin, bei der weniger tatsächlich manchmal mehr wäre, einen Slowfox, verfehlt aber laut Jury "das Thema". Wenn die Kritik hart und nicht genehm ist, kommt es gelegentlich zu Diskussionen. So auch bei Ilka. Die musste vor Ostern seichte Schimpfe für ihren Barfußtanz einstecken, und droht diese Woche lieber schon mal charmant an: "Wenn 'ne Einserkelle rausgezogen wird, ist Bambule angesagt!"

Mit ihrem Erich tanzt sie dann aber doch einen recht flotten und sehr okayen Tango, aber wenn man vergleicht, wie sehr ein Faisal Kawusi einst an der Seite von Oana die Rakete im Hintern gezündet hat, ist es überhaupt nicht böse gemeint, wenn man lieb sagt, dass Ilka eine perfekte Spaziergängerin von Sanssouci abgibt, aber keine Tänzerin. Das hat nichts mit Bodyshaming zu tun! Bessin hat einen Bomben-Humor und bestimmt schlägt in ihr ein wackeres Tänzerherz, aber ihre Füßchen marschieren nun mal trotzdem wie über 'ne grüne Wiese.

"Das ist doch 'ne Kochschürze!"

Zu den Abräumern des Abends gehören Moritz Hans und Renata Lusin. Hans tanzt den Contemporary mit freiem Oberkörper. Darauf Hartwich: "Wow, der (...) ist aber nicht echt, das ist nur 'ne Kochschütze!" Für Jorge ist der heiße Barfußtanz sogar der beste eines Mannes in all den Jahren, in denen er bei "Let's Dance" dabei ist. Dieser "gedehnte Körper, diese Intimität, (...) einfach großartig - Gänsehaut!" Ja, und natürlich verdiente 30 Punkte.

Die kassiert auch die schöne Lili Paul-Roncalli für ihre Samba, obschon der Massimo auf ihren Puschel getreten ist. Doch allein ihr Ausdruck und ihre Souveränität: Es hat immer alles so eine Selbstverständlichkeit und Grazie, als habe die "Chica" ihr ganzes Leben lang nichts anderes gemacht, als zu tanzen. Auch Wendlers Laura tanzt eine schöne Rumba, jedoch nicht halb so erotisch wie Lili. Bisschen an der Körpermitte arbeiten, so der Tipp der Juroren.

Einer, von dem man anfangs dachte: "Der kommt wie 'ne Kartoffel rein, der fliegt gleich raus", ist Martin Klempnow. Doch die Ulknudel hat sich gemausert. Weniger Blödeleien, dafür viel Charme und Persönlichkeit - "das erfüllt die Herzen", vor allem Motsis. Den recht schwierigen Slowfox tanzt er nicht immer perfekt, dafür aber mit voller Hingabe.

Live is life, nanananana

Als pure Hingabe kann man auch Hartwichs Engagement für das, aufgrund fehlenden Publikums eingeführte, Soundboard bezeichnen. Mann und Maschine verschmelzen gen Ende der Show zum absoluten Dreamteam - inklusive Frauke Ludowig. So richtig steigt man nicht dahinter, was da läuft. Die beiden Moderatoren frotzeln sich gegenseitig mit erotischen Anspielungen. Dazwischen spielt Hartwich immer wieder einen Song von Bonnie Tyler an, wohl um Ludowig mit der oft verglichenen optischen Gemeinsamkeit zu der britischen Rocksängerin zu necken. Die Exclusiv-Moderatorin spielt das Spielchen mit. Ein Schlagabtausch jagt den nächsten, die beiden mischen die Show nochmal gehörig auf. Keine Kärtchen, an denen man sich entlanghangelt, Spontanität gepaart mit Schlagfertigkeit und Witz: Und auf einmal fühlt es sich an, als habe jemand weit die Fenster aufgerissen und eine feine Brise TV-Impro wie den Frühling hereingelassen. "Let’s Dance" ist live. Und: Live is life, nanananana.

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Da vergisst man fast, dass es neben den Einzeltänzen auch einen Jury-Teamtanz gibt, den jeweils ein Juror intensiv begleitet. Llambis Team liefert ordentlich ab. In Jorges Team wird nach Madonnas legendärem "Vogue"-Song getanzt, von dem Tijan Njie noch nie im Leben etwas gehört hat. Am Ende gewinnt Motsis Team (mit Luca Hänni und Moritz Hans) mit einer hollywoodmäßigen Mischung aus Wiener Walzer, Tango und Charleston oder kurz: "Ihr alten Angeber!"

Dass Loiza Lamers, die bereits Ausgeschiedene und für John Kelly Nachgerückte nach ihrem tollen Paso Doble ausgetanzt hat, überrascht. Der Paso sei "ihr bester Durchgang" gewesen, so die Jury, die sie für ihren "150 prozentigen" Kampfgeist und ihre "Musikalität" lobt. Sie zählte zu den Stärksten, am Ende hat es nicht gereicht. Viele Zuschauer sind der Meinung, Ilka hätte gehen müssen. Dass man sich nicht traut, diese Meinung laut zu sagen, ohne direkt kollektiv schnappatmend als Bodyshamer bezichtigt zu werden, ist ein gesellschaftliches Problem! Denn was, bitteschön, ist daran beleidigend, wenn ein Juror sagt: "Du hast leider nicht gut getanzt!" Diese Kritik hat nichts mit Bessins Körperlichkeit zu tun, sondern mit ihrer Leistung.

Quelle: ntv.de