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Freitag, 26. Januar 2018

Für echte Kerle: Rundgang über die Detroit Auto Show

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Mit großem Tamtam hat Mercedes auf der Automesse in Detroit seine neue G-Klasse vorfahren lassen. (Foto: Holger Preiss)

Mit großem Tamtam hat Mercedes auf der Automesse in Detroit seine neue G-Klasse vorfahren lassen.

Mit großem Tamtam hat Mercedes auf der Automesse in Detroit seine neue G-Klasse vorfahren lassen.

Damit waren die Stuttgarter unter den deutschen Herstellern die einzigen, die eine echte Weltpremiere mit globaler Wirkung zur Auftaktmesse der Autoindustrie gebracht hatten.

Unverändert blieben die außenliegenden Türscharniere sowie die aufliegende Motorhaube. Auch die Außenschutzleisten, das sich auf der Hecktür befindliche Reserverad und die aufgesetzten Blinker sind geblieben.

Selbst das charakteristische Schließgeräusch der Türen wurde für die neue G-Klasse adaptiert. Verändert haben sich hingegen die Maße: So wuchs der Offroader in der Länge um 5,3 Zentimeter auf 4,72 Meter. In der Breite legte das G sogar um 12 Zentimeter zu und misst jetzt 2,22 Meter.

Der Innenraum und die PLatzverhältnisse hingegen sind großzügiger und auch das Fahrverhalten soll aufgrund diverser Änderungen mit Blick auf den Vorgänger um einiges verbessert worden sein.

Und weil wir im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind, dürfen Pick-ups nicht fehlen. Da geben sich in Detroit die drei Bigplayer mit neuen Modellen die Ehre. Aufgerüstet hat Dodge mit dem Ram 1500.

Der Kühlergrill spannt sich jetzt fast über die gesamte Breite und in dessen Mitte prangt ein sehr markanter "Ram"-Schriftzug. Auch die Scheinwerfer mit LED-Licht wurden neu gestaltet. Zudem hat man im Innenraum für mehr Komfort gesorgt.

Beim Dodge werkelt unter der Haube entweder ein 3,6 Liter großer Pentaster-V6 oder ein 5,7-Hemi-V8. Beide Aggregate sollen in der Lage sein, Lasten von mehr als fünf Tonnen wegzuschleppen. Ein neues 48-Volt-System ergänzt die Stopp-Start-Automatik und erhöht das maximale Drehmoment beim V6 um 122 Newtonmeter, beim V8 sind es sogar 176 Newtonmeter.

Der Klassenprimus Ford F-150 fährt optisch unverändert vor, findet aber seine schärfste Ausrichtung in Form des Raptors.

Setzt man sich in den Kanten, weiß man auch, warum er im Vergleich mit Dodge Ram und Chevrolet Silverado die Nase vorn hat. Hier ist alles einen Tick stimmiger.

Zum ersten Mal seit 70 Jahren gibt es in einem F-150 übrigens einen Dieselmotor. Der 3,0-Liter-V6-Diesel leistet 250 PS und stemmt 600 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Zwei Kraftstofffilter sollen dafür sorgen, dass auch minderwertiger Treibstoff verarbeitet werden kann.

Mithilfe von variablen Kühllufteinlässe und einem Visco-Lüfter soll die Leistungsfähigkeit des Motors auch bei extremen Belastungen wie Anhängerbetrieb in großer Höhe und Hitze erhalten bleiben. Der Diesel hat einen SCR-Katalysator mit Harnstoffeinspritzung, die immerhin in 50 Bundesstaaten zugelassen ist.

Auch Chevrolet hat seinen Bestseller den Silverado 1500 komplett überarbeitet und nach Detroit gebracht. Doch anders als der Dodge Ram sieht sich der Silverado immer noch als Arbeitstier.

Er verzichtet auf elektrifizierte Antriebsstränge oder einen Touchscreen in iPad-Größe. Stattdessen setzt er auf bewährte Technologien, die die Robustheit und Leistungsfähigkeit steigern sollen.

So wurde der Rahmen aus einer stärkeren, aber leichteren Stahllegierung gefertigt und Türen, Motorhaube und Hecklappe aus Aluminium gefertigt. Im Vergleich zum Vorgängermodell reduziert das das Gewicht um 204 Kilogramm.

Ein komfortables Feature ist die erste elektrisch öffnende Heckklappe in einem Pick-up. Zudem wird es insgesamt neun Ausstattungsvarianten geben. Die reichen vom spartanischen Silverado Work Truck über die sportliche RST-Variante bis hin zum Offroad-LT Trailboss oder den luxuriösen High Country.

Jeep stellt in Detroit seinen neuen Wrangler vor. Optisch hat sich hier kaum etwas verändert, technisch schon. Der Wrangler sitzt weiterhin auf einem Leiterrahmen und kann mit zwei verschiedenen Allrad-Systemen konfiguriert werden.

Unter anderem gibt es ein zweistufiges Untersetzungsgetriebe und elektrisch entkoppelbare Stabilisatoren an der Vorderachse, um eine größere Verschränkung der Räder zu ermöglichen. Elektronisch gesteuerte Differenziale runden das Bild ab. Die Bodenfreiheit gibt Jeep mit knapp 28 Zentimetern an, den Böschungswinkel an der Front mit 44 Grad.

Die Änderungen beim Jeep Cherokee sind anderer Natur. Hier fällt vor allem die deutlich konventioneller gestaltete Front ins Auge. Statt des polarisierenden Vier-Augen-Gesichts mit baulich getrennten Scheinwerfern und Tagfahrlichtern finden nun beide Funktionen in einem Gehäuse Platz.

Darüber hinaus verspricht der Geländewagenhersteller für sein Lifestyle-Modell neue sparsame Antriebs-Optionen.

Bei den deutschen Händlern steht der Cherokee in der zweiten Hälfte 2018.

Mit dem X2 konnte BMW das europäische Fachpublikum nicht mehr überraschen. Wie so oft hatten die Bayern bereits vor der Messe alles Infos veröffentlicht.

Zum Marktstart des X2 im März 2018 verspricht BMW drei Motoren – einen Benziner und zwei Diesel. Die Leistungsspanne reicht von 190 PS (xDrive20d) über192 PS (xDrive20i) bis zu 231 PS (xDrive25d). Weitere Motorisierungen folgen im Laufe des Jahres 2018.

Zum Serienumfang im Innenraum des X2 gehören Stoff-Alcantara-Bezüge mit Kontrastnähten sowie das iDrive-System mit 8,8-Zoll-Display. Optional gibt es ein vollfarbiges Head-up-Display, diverse Online-Services sowie unter anderem einen Stau- und Parkassistenten.

Acura, die Edelmarke von Honda, hat in Detroit den RDX als Prototyp vorgestellt. Das 4,70 Meter lange SUV würde auch auf deutschen Straßen keine schlechte Figur abgeben.

Die stärkste Motorisierung bildet ein 3,5-Liter-V6 mit über 300 PS.

Mini präsentiert in Detroit die Cooper Baureihe mit neuem Doppelkupplungsgetriebe und neuer LED-Lichtgrafik, ...

... die vor allem am Heck für Aufsehen sorgen dürfte. Da strahlt jetzt nämlich ...

... der "Union Jack". Sämtliche Signale wie Bremslichter und Blinker laufen im Muster der Flagge ab.

Als Hommage an den Ford Mustang, mit dem Steve McQeen in "Bullitt" durch die Straßen heizt, hat Ford jetzt ein Sondermodell unter gleichem Namen aufgelegt.

Der Mustang "Bullitt" kommt mit 475 PS und 570 Newtonmetern daher, die das Pony-Car auf 262 km/h beschleunigen – 12 mehr als beim Serienfahrzeug. Passenderweise ist die Sonderversion im gleichen "Dark Highland Green" lackiert wie das legendäre Filmauto, das nun nach 40 Jahren wieder aufgetaucht und zusammen mit dem neuen "Bullitt" in Detroit zu sehen ist.

In Deutschland war der Hyundai Veloster nie wirklich ein Renner. In den USA ist er es jetzt auf jeden Fall geworden.

Die Koreaner präsentieren das Coupé mit drei Türen dort nämlich als potentes N-Modell.

Die Sportlichkeit schlägt sich natürlich auch im Innenraum nieder.

Die Hyundai-Schwester Kia hat bei uns erst kürzlich mit der Sportlimousine Stinger für Aufsehen und Anerkennung gleichermaßen gesorgt. In den USA schieben die Koreaner jetzt den neuen Forte nach, der auf den ersten Blick tatsächlich als Mini-Stinger durchgehen könnte.

Vor allem im Profil und erst recht in der Heckansicht kann er mit dessen sinnlichen Formen aber nicht ganz mithalten und wirkt doch eher wie eine brave Kompakt-Limousine. Dazu passt auch der Antrieb: Unter der Haube steckt ein 1,5-Liter-Vierzylinderbenziner mit 150 PS, der eher als Brot-und-Butter-Triebwerk denn als Spaßmaschine durchgeht.

Zum Schnäppchen-Preis von weiterhin wahrscheinlich deutlich unter 20.000 US-Dollar ist das Infotainmentsystem mit 8-Zoll-Touchscreen und Smartphone-Anbindung serienmäßig an Bord. LED-Lichter und ein High-End-Soundsystem gibt es gegen Aufpreis.

Am Toyota-Stand wartet zum Beispiel der neue Avalon auf die US-Käufer - eine knapp fünf Meter lange Limousine, die mit ihrem überbreiten Kühlergrill schon ein bisschen an die Fahrzeuge der Nobeltochter Lexus erinnert. Das aber sorgt zumindest für einen stattlichen Auftritt im Rückspiegel der anderen und wirkt deutlich selbstbewusster als die etwas verschrobene Optik der hierzulande vertretenen Toyotas.

Gleiches gilt auch für den Innenraum. Zwar liegt auch der Avalon, was Verarbeitungsqualität und Materialauswahl anbelangt, nicht auf Oberklasse-Niveau, zumal die avisierte Kundschaft darauf auch nicht so viel Wert legt.

Bei den Motoren dagegen herrscht alte Toyota-Schule, zur Wahl stehen ein 3,5-Liter-V6-Benziner mit Achtgang-Automatik, der voraussichtlich rund 300 PS zur Verfügung stellt, oder die Hybrid-Kombination aus 2,5-Liter-Vierzylinder, 650-Volt-Elektromotor und stufenlosem Getriebe – und ohne Lademöglichkeit an der Steckdose.

Eine Nummer kleiner als der Avalon ist der neue Honda Insight, der in der Cobo Hall offiziell noch als Prototyp tituliert seinen Auftritt feiert; viel wird sich bis zum Serienstart, der noch in diesem Jahr erfolgen soll, aber nicht mehr ändern.

Interessant: Mit der dritten Insight-Generation haben die Japaner abermals das Konzept geändert. Der erste war ein futurisitischer Dreitürer, Nummer zwei kam als Prius-Verschnitt daher, jetzt steht auf der Bühne eine durchaus ansehnliche Kompakt-Limousine mit weichen Linien und unüblich wenig Ecken, an denen man sich stören könnte.

Mit der Neuauflage des Jetta will VW sein Amerika-Geschäft ankurbeln. Die kompakte Stufenhecklimousine basiert auf der gleichen Plattform wie der neue Golf, wird entsprechend sparsamer und geräumiger.

Als Antrieb nutzt der Jetta den in Europa schon wieder ausgemusterten 1,4-Liter-Turbobenziner. Zunächst ist allerdings nur eine Variante mit 150 PS zu haben, die wahlweise mit manueller Sechsgangschaltung oder einer Achtgangautomatik kombiniert wird. Das in den USA wenig beliebte Doppelkupplungsgetriebe DSG wird nicht mehr angeboten.

Preise für den ab Frühjahr in den USA erhältlichen Jetta nennt VW nicht. Das aktuelle Modell gibt es ab 18.650 Dollar, umgerechnet rund 15.300 Euro, jeweils ohne Steuern.

Dass Volkswagen seinem Heimatmarkt den Passat GT mit Sechszylinder vorenthält, ist schade. Den Kühlergrill im Wabendesign, das schwarz lackierte Dach, den roten Zierstreifen oder die Abrisskante auf dem Heckdeckel – das alles könnte man sich auch beim Tuner besorgen. An den 284 PS starken Sechszylinder mit serienmäßigem Doppelkupplungsgetriebe kommt man bei uns dagegen nicht so leicht ran.

Anders als die hierzulande verbauten Motoren hat der GT-Antrieb nicht nur zwei Zylinder mehr, sondern darf auch noch völlig frei atmen. Diese Technik aus einer gefühlt längst vergangenen Zeit punktet mit reichlich Nostalgie-Charme, schlägt sich aber leider auch auf den Verbrauch nieder: 12,4 Liter soll der GT sich pro 100 Kilometer aus dem Tank nehmen; auf der deutschen Autobahn würde der Wert sicher nochmal merklich nach oben schnellen.

Mit dem Kürzel 53 erweitert Mercedes-AMG sein Portfolio gleich um drei Modelle und präsentiert diese in Detroit als zweite Neuheit neben der G-Klasse.

Die Typenbezeichnung, die für einen elektrifizierten 3,0-Liter-Reihensechszylinder steht, der mithilfe eines Abgasturboladers und mit einem Zusatzverdichter doppelt aufgeladen 435 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 520 Newtonmeter generiert, ...

... findet sich nämlich im CLS, in der E-Klasse Coupé und ...

... im Cabrio wieder. Es ist der EQ Boost Startergenerator, der kurzzeitig zusätzliche 22 PS und 250 Newtonmeter zur Verfügung stellt. Zudem speist er das 48-Volt-Bordnetz.

Um den Fahrspaß zusätzlich anzuheizen, wurden das 9-Gang-Speedshift-Getriebe und der vollvariable Allradantrieb der Affalterbacher verbaut.

Mit einer schicken Studie hält der Autobauer GAC in Detroit die chinesische Fahne hoch und ...

... und gibt mit dem Enverge einen Ausblick auf ein Zukunfts-SUV, das gleichermaßen für den Stadtalltag und harten Offroad-Einsatz geeignet sein soll.

Im Concept Car steckt eine 71-Kilowattstunden-Batterie, die genügend Strom für rund 600 Kilometer Reichweite bereithält und kabellos per Induktion geladen werden kann. Den Antrieb des Allrad-SUV übernimmt ein 177-kW-Motor, der den Chinesen in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 wuppen soll; weniger beeindruckend ist die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Solch konkrete Daten über den Antrieb verrät Lexus nicht, die Toyota-Tochter verspricht lediglich, dass der LF-1 Limitless sowohl von einer Brenstoffzelle als auch rein batterielektrisch ...

... von einem Verbrenner oder einer Hybrid-Kombination angetrieben werden kann. Mehr als ein technischer Ausblick soll der LF-1 aber auch eine Vorschau auf das künftige Design der Lexus-Crossover-Fahrzeuge sein.

Die sind, wie kaum anders zu erwarten, nach wie vor ziemlich expressiv gestaltet und auch von dem überdimensionalen Kühlergrill verabschieden sich die Japaner nicht.

Mit dem GAC Enverge gemein hat der LF-1 die extrem schmalen Scheinwerfer, die sich beim Lexus allerdings zusammen mit den Blinkern nahtlos in die vielen Sicken und Kanten an der Front einfügen.

Mindestens genau so viel Aufmerksamkeit zieht auch das Heck auf sich: Der Dachspoiler ist zweigeteilt, die geschwungenen Rückleuchten sitzen dreidimensional ausgestaltet auf den breiten Kotflügeln und die Luftauslässe in der Schürze haben fast schon Laubsauger-Dimension.

Eine Nummer kleiner als der Lexus tritt die offiziell noch antriebslose Nissan-Studie Xmotion an, die auf ein mögliches neues Kompakt-SUV hinweist – und nach Herstellerangaben bitte Cross-Motion und nicht X-Motion ausgesprochen werden möchte.

Mit kurzen Überhängen, markanten Radhäusern und einer durchaus erkennbaren Kastenform sieht der Xmotion weitaus weniger futuristisch aus als andere Concept Cars und könnte durchaus ein Vorbote für die Neuauflagen von Qashqai oder X-Trail sein.

Innen geht es dagegen deutlich visionärer zu: Durch die gegenläufigen Türen entert man einen luftigen Innenraum, ...

... in dem sowohl die Einzelsitze als auch die wuchtige Mittelkonsole scheinbar frei schweben.

Die Studie hat im Übrigen drei Sitzreihen, wobei Nissan die letzte vor allem für Haustiere empfiehlt.

Wie man es dreht und wendet: Detroit ist vielleicht nicht mehr die Messe mit den meisten Weltpremieren, aber immer noch eine Reise wert.

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