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Mittwoch, 03. November 2010

Historische Nutzfahrzeuge: Was uns früher bewegte

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Sie sind das Rückgrat der Wirtschaft - damals wie heute. Nutzfahrzeuge sind beeindruckende Maschinen, meistens nützlich, manchmal aber auch lästig. Und sie spiegeln den Fortschritt der Technik wieder. Denn bei Nutzfahrzeugen wird rational gekauft und betrieben - ganz anders als bei Pkw, wo meist Wünsche und Statusdenken die Anschaffung bestimmen. (Foto: Markus Mechnich)

Sie sind das Rückgrat der Wirtschaft - damals wie heute. Nutzfahrzeuge sind beeindruckende Maschinen, meistens nützlich, manchmal aber auch lästig. Und sie spiegeln den Fortschritt der Technik wieder. Denn bei Nutzfahrzeugen wird rational gekauft und betrieben - ganz anders als bei Pkw, wo meist Wünsche und Statusdenken die Anschaffung bestimmen.

Sie sind das Rückgrat der Wirtschaft - damals wie heute. Nutzfahrzeuge sind beeindruckende Maschinen, meistens nützlich, manchmal aber auch lästig. Und sie spiegeln den Fortschritt der Technik wieder. Denn bei Nutzfahrzeugen wird rational gekauft und betrieben - ganz anders als bei Pkw, wo meist Wünsche und Statusdenken die Anschaffung bestimmen.

In einer Sonderausstellung im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge zeigten die zahlreichen Besitzer historischer Nutzfahrzeuge ihre Schätzchen unter dem Dach einer eigenen Halle. Als kleinen Rückblick wollen wir Ihnen die schönsten Brummis und Busse vorstellen, die dort zu sehen waren. Begleiten Sie uns auf eine nostaligische Zeitreise mit Hanomag, Büssing, IFA und Co.

Fangen wir klein an: Eine Nachkriegslegende aus Frankreich ist der Citroen HY. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er das erste Nutzfahrzeug der Franzosen und wurde nahezu unverändert bis 1981 gebaut.

Ganz anders dieser Lkw aus dem Jahr 1967. Der Henschel HS 16 TS wurde nur zwei Jahre lang gebaut und ist daher ein sehr seltenes Modell. Er hatte eines der ersten kippbaren Fahrerhäuser, die überhaupt gebaut wurden. Der Motor vom Typ 520 GU ist ein Diesel-Direkteinspritzer und leistet 210 PS.

Dieser Mercedes ist sogar zu kaufen. Schlappe 59.000 Euro wären für den Oldie mit 171 PS aus dem Jahr 1960 zu berappen. Der Pritschenwagen mit einer Nutzlast von 6,8 Tonnen wurde vor drei Jahren aufwendig restauriert und hat lediglich 85.000 Kilometer auf dem Buckel.

Dieser Lkw von Henschel ist mit Sicherheit weiter rumgekommen. Er stand im Dienste der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs und wurde bei der Feldeisenbahn eingesetzt.

Die Firma Henschel, vor dem Krieg eher für Lokomotiven bekannt, begann in den 30er Jahren mit dem Bau von Nutzfahrzeugen und wurde zum Großlieferanten während der Aufrüstung der Wehrmacht. Das Hakenkreuz wurde im Zuge der Restaurierung entfernt.

Büssing wurde 1904 mit einem der ersten Omnibusse überhaupt berühmt. Während des Zweiten Weltkrieges wurden bereits erste Versuche mit Unterflur-Lastkraftwagen vorgenommen. 1950 kam mit dem 8000 S der bis dato schwerste Lkw der Firma auf den Markt. Ein 13,5-Liter-Motor produziert rund 150 PS, die bis zu acht Tonnen Gesamtgewicht ziehen können.

Henschel baute auch nach dem Krieg wieder Lkw. Mit seinen 145 PS war dieses Fahrzeug ein echtes Lastentier. Allerdings nicht besonders schnell, denn es reichte gerade einmal für eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Stundenkilometer. Dafür hat er ein zulässiges Gesamtgewicht von 14 Tonnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Krupp ein bedeutender Hersteller von Lastkraftwagen. Produziert wurde in Kulmbach, Bamberg und Nürnberg. Lange wurden die Fahrzeuge unter dem Namen "Südwerke" verkauft, weil Krupp als wichtigster Rüstungslieferant der Nazis belastet war.

Dieser Hanomag ST 100 ist ein Kind der Nachkriegszeit mit Baujahr 1947. Aus der schweren Zugmaschine vor und während des Krieges wurde in der Nachkriegszeit ein gewöhnlicher Lkw, der aber immer noch ordentlich was wegziehen konnte.

Dieser umgerüstete Hanomag A-L 28 diente Weltentdeckern auf ihren Reisen. Das Modell L 28 war die erste komplette Neuentwicklung von Hanomag nach dem Krieg und erschien 1950. Das Design mit der so genannten Alligatorhaube ist amerikanisch geprägt.

Wenn auch nicht mehr eigenständig, so zählt doch Volvo bis heute zu den wichtigsten Lkw-Herstellern der Welt. Vor allem schwere Brummis sind das Metier der Schweden, die sich mittlerweile in Besitz von Renault befinden. 1965 kam der F88 mit seinem 260 PS starken Motor auf den Markt. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 16 Tonnen war er für die damalige Zeit ein echtes Lastentier.

Dieser Lkw kam in seinen Dienstjahren den Brummikollegen zu Hilfe. Der Volvo N88 war mit dem gleichen Motor wie der F88 ausgestattet, hatte aber eine lange Motorhaube statt einem kippbaren Führerhaus. Ein wunderschön restauriertes Exemplar übrigens.

Gleiche Aufgaben hatte dieser N1220 von Volvo. Allerdings entstammt er aus einer anderen Generation. N steht bei Volvo für die Normallenker mit Haube, F für Frontlenker mit vorderer Kabine.

Dazu ist auch dieser Volvo F1220 zu zählen. Die Maschine teilt er sich mit dem N1220, aber die Haube ist einem kippbaren Führerhaus gewichen.

Einer der letzten echten Langhauber von Mercedes ist dieser LS 332-36 aus dem Jahr 1961. Unter der mächtigen Motorhaube sitzt ein 7,6 Liter-Motor mit 172 PS. Das Auto ist aufwendig restauriert und präsentiert sich in einem ausgezeichneten Zustand.

Ein wahrer Klassiker der sechziger Jahre: Der Mercedes Benz LS 337 war auf allen deutschen Straßen zu finden. Und nicht nur hierzulande. Mit 173 PS aus sechs Zylindern mit 10,8 Liter Hubraum ausreichend motorisiert, bewies er allerorten seine Tatkraft. Allerdings waren 73 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit nicht unbedingt rasant und ohne Lenkhilfe war der LS 337 im Stand nicht zu lenken. Urig eben.

Wunderschön restauriert ist auch dieser Scania-Vabis von 1965. Elf Liter Hubraum ermöglichen eine für damalige Verhältnisse enorme Leistung von 195 PS. Das Modell L76 50 DRB ist eines der letzten Fahrzeuge aus der Blütezeit der Langhauber, die in den sechziger Jahren zu Ende ging.

Scania blieb dem Prinzip aber lange treu und brachte mit dem Modell L111 in den Siebzigern noch mal einen Lkw mit Haube. Dieser ist aus dem Jahr 1974 und somit eines der ersten Modelle der Serie.

Was uns in unserer Freizeit lange bewegte waren Omnibusse. Die ersten Urlaubsfahrten, lange bevor das Automobil zum Allgemeingut wurde, fanden in Bussen statt. Dieser Büssing NAG 900 N aus dem Jahr 1938 ist noch ein Vorkriegsmodell. Mit seinen 135 PS aus stattlichen 13,5 Litern Hubraum konnte er 28 Personen befördern. Dieses Fahrzeug war bis 1961 im Linieneinsatz und war dann bis 1974 ein Fahrschulfahrzeug.

Ein ganz besonderes Fahrzeug ist dieser Panoramabus von Setra aus dem Jahr 1967. speziell für Urlaubsfahrten konzipiert, erlaubte er den Gästen in den hinteren Reihen eine besonders gute Rundumsicht. Aus einem 12-Liter-Motor von Henschel mit 12-Gang-Getriebe leistet er 215 PS. 52 Sitzplätze hat der Oldie im Angebot.

Etwas kleiner und etwas älter ist dieser Setra aus dem Jahr 1955. Ebenfalls mit einem Motor von Henschel ausgestattet werden aus 6,2 Litern Hubraum 120 PS gezaubert. Er war der erste Setra-Bus mit Henschel-Motor und stand am Anfang einer erfolgreichen Ära.

Der Magirus O3500 war ein beliebtes Transportmittel in den fünfziger Jahren. Er kam 1950 auf den Markt und brachte es mit einem luftgekühlten Dieselmotor auf 120 PS, die 26 Fahrgäste transportierten.

Geradezu kultig ist dieser Setra S6 aus dem Jahr 1958. Das Fahrzeug ist mit gegenüberliegenden Sitzen aufgebaut und verfügt über Tische und einen Kühlschrank. Ein 85-PS-Diesel mit vier Liter Hubraum befördert die 16 Fahrgäste. Der Anhänger für das Gepäck ist von Westfalia.

In Frankreich baute in den fünfziger Jahren Peugeot noch Omnibusse. Dieses Modell D3A von 1953 hat allerdings nur Platz für acht Personen. Dafür reichen dann aber auch 40 PS.

Farblich abgestimmt, aber ein anderes Land und ein anderer Hersteller: Dieser Reisebus O3500 von Mercedes-Benz aus dem Jahr 1953 gehört zu den letzten Langhaubern der Marke. Mit 90 PS aus 4,5 Litern Hubraum wurden maximal 31 Personen (zwei Notsitze) befördert. 1949 war das Modell die erste Neukonstruktion nach dem Krieg.

Very british, dieser Bristol FLF Lodekka. Insbesonders für den Linieneinsatz wurden diese Busse gebaut, aber es gab auch Modelle für den Reiseverkehr mit Gepäckteil und Pullman-Bestuhlung.

Der Zehn-Liter-Motor leistet 135 PS. Um das Fahrzeug aus dem Jahr 1968, das sich in deutschem Besitz befindet, für unsere Brücken tauglich zu machen, wurde die Höhe von 4,20 auf vier Meter reduziert.

Natürlich wurde auch in der DDR verreist. Dieser IFA H6 B/L aus dem Jahr 1955 bot dafür 38 Sitzplätze und 15 Stehplätze. Gebaut wurde das Fahrzeug vom VEB Waggonbau in Ammendorf und der Bus wird von einem 150-PS-Motor angetrieben. Interessanterweise wurde dieses Fahrzeug nie restauriert und zeigt sich dennoch in einwandfreiem Zustand.

Den werden noch viele ehemaligen DDR-Bürger kennen: Der Robur LO 3000 stammt aus dem Jahr 1970 und wurde 1997 umfangreich restauriert. 68 PS aus vier Litern Hubraum beförderten bis zu 21 Passagiere.

Zwischendrin mal was Kleines: Dieser Samba-Bus T1 Typ 24 von Volkswagen stammt aus dem Jahr 1966. Die Fahrzeuge mit Vierzylinder-Boxermotor sind mittlerweile gesuchte Klassiker, die zu exorbitanten Preisen gehandelt werden.

Noch ein Ausflug nach Frankreich. Dort baute die Firma Saviem Busse, wie diesen S53 Excursion. Das Fahrzeug ist mit einem MAN-Motor ausgestattet und bietet ebenfalls Panoramascheiben. Die Franzosen arbeiteten ab 1971 im sogenannten "Vierer-Club" mit DAF, Volvo und Magirus-Deutz zusammen.

Aus der Zeit vor dieser Kooperation stammt noch dieser DAF mit dem unendlich umständlichen Namen TB163DS605. Ein mächtiger Diesel mit 165 PS treibt das Fahrzeug an. Er wurde bis 1979 im niederländischen Linienverkehr eingesetzt.

Auch Opel baute einst Busse. Auf Basis des legendären Blitz, der gelegentlich auch für Personentransporte eingesetzt wurde, konnten 14 Personen transportiert werden. Der Sechszylinder mit 2,5 Liter Hubraum leistet 80 PS. Zwei Benzintanks mit 68 Liter Volumen sorgten für eine große Reichweite.

Dieser Mercedes-Benz O303 von 1975 ist ein Kraftprotz im Biedermeier-Hemd. Stattliche 256 PS bringt er aus 12,7 Litern Hubraum. Dieses Fahrzeug, das übrigens unrestauriert ist und sich bis 2001 in erster Hand befand, ist mit Luxusbestuhlung, Kühlschrank und Küche ausgestattet.

Wir nähern uns langsam der Moderne. Dieser Mercedes-Benz O305, der Nachfolger des O303, ist ein alter Göttinger, der ab 1985 auf allen Linien der Stadtwerke unterwegs war. Erst im Jahr 2009 wurde das Fahrzeug ausgemustert und verkauft. 200 PS leistet der Diesel und beförderte so bis zu 65 Personen.

Ebenfalls ein Kind der achtziger Jahre ist dieser Setra S208 H. Nicht wenige von Ihnen werden mit solchen Bussen zur Schule gefahren worden sein. Es gab in auch als Langversion. Der Dieselmotor OM 352 A mit 5,7 Liter Hubraum leistet 168 PS. Dieses Fahrzeug befindet sich bis heute im Dienst eines Reiseunternehmens.

Ganz modern wird es mit dem Auwärter-Neoplan N8008 Carbonliner von 1992. Die Konstruktion wurde 1988 vorgestellt und war die erste freitragende Omnibuszelle im Carbondesign. Heute ein Standard im Omnibusbau.

Der Greyhound ist so prägend für die USA wie Coca-Cola und Kaugummi. Auf allen lange Strecken war dieser Reisebus unterwegs. Bis zu 130 Stundenkilometer konnte der 290 PS starke Bus dank eines speziellen Viergang-Getriebes erreichen. Dieses Modell des Klassikers von GM stammt aus dem Jahr 1967.

Auf eine beachtliche Länge von 18 Metern kommt dieser Jumbocruiser von Neoplan. Das Modell N 138/4 von 1976 wurde so nur elfmal gebaut. Im Notfall könnten bis zu 101 Personen darin Platz finden. Dieses Fahrzeug ist allerdings zum Partybus umgebaut und hat eine Bar und Clubsessel an Bord.

So vielseitig und so nützlich waren die Nutzfahrzeuge von einst. Und dabei meist auch schön anzusehen. Oder zumindest interessant. Wir hoffen Ihnen hat unsere kleine Zeitreise gefallen und Sie konnten etwas in Nostalgie schwelgen. (Text: Markus Mechnich)

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