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Montag, 11. April 2016

Das Inferno vor 20 Jahren: Der Alptraum vom Düsseldorfer Flughafen

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Alptraumszenario am Airport: Am 11. April vor genau 20 Jahren frisst sich eine gewaltige Feuerwalze durch den Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Alptraumszenario am Airport: Am 11. April vor genau 20 Jahren frisst sich eine gewaltige Feuerwalze durch den Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens.

Alptraumszenario am Airport: Am 11. April vor genau 20 Jahren frisst sich eine gewaltige Feuerwalze durch den Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens.

Feuerwehrleute finden die Toten in einer VIP-Lounge, auf der Toilette und in zwei Fahrstühlen. Mehr als 1000 Rettungskräfte sind zeitweise im Einsatz.

17 Menschen verlieren ihr Leben, 88 werden verletzt. Die meisten der Opfer, darunter ein Kind, ersticken in den giftigen Rauchgasen.

Der Schaden wird später auf rund eine Milliarde Mark beziffert: Es ist der größte Brandschaden der deutschen Nachkriegszeit.

Im Gedenkraum des Flughafens erinnern Blumengebinde an die bislang schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Passagierflughafen.

Als das Feuer 1996 nach einigen Stunden gelöscht ist und die Spurensicherung beginnt, ...

... treten viele Versäumnisse zutage: Die Ermittler stoßen auf folgenschweres Versagen, Nachlässigkeit und Schlamperei. (Hier im Bild die Dehnungsfuge, an der Schweißarbeiten die darunterliegende Zwischendecke in Brand gesetzt hatten.)

Schnell wird klar, dass illegal verbaute brennbare Dämmstoffe in einer Zwischendecke und eine überforderte Flughafen-Feuerwehr maßgeblich zum schrecklichen Ausgang des Brands beigetragen haben.

Das dioxinverseuchte Zentrum des Flughafens muss abgerissen ...

... und neu gebaut werden.

Heute gilt der Flughafen mit seiner Ankunftshalle aus Glas und Stahl als einer der sichersten der Welt.

Mehr als zehn Prozent der Baukosten wurden für den Brandschutz ausgegeben. Tausende Rauchmelder, Sprinklerköpfe und triebwerkgroße Entrauchungsanlagen wurden verbaut.

Dreieinhalb Jahre nach dem Unglück beginnt Ende 1999 der Strafprozess wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen elf Angeklagte vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Das Gericht ist gezwungen, wegen eines alkoholkranken Schöffen den Prozess nach 42 Verhandlungstagen platzen zu lassen und muss von vorne beginnen.

Auch der Neustart wird zum Fehlstart: Ein Richter muss ausgewechselt werden. Gegen einen weiteren Schöffen wird parallel in einem anderen Brandstiftungs-Prozess wegen Brandstiftung ermittelt.

Fast drei Jahre Verhandlungsdauer hätten noch vor allen Beteiligten gelegen, als das Landgericht nach zwei Jahren und 89 Verhandlungstagen die Notbremse zieht.

Die angeklagten Manager, Schweißer, Architekten und Brandschutz-Verantwortlichen kommen mit Geldauflagen, aber straffrei davon. Die Anwälte der Hinterbliebenen sind empört.

Im Flughafenbau hinterlässt die Katastrophe von Düsseldorf dagegen bleibende Folgen: Der Großbrand führt nicht nur den Behörden und Architekten vor Augen, wie gefährlich Schwelbrände in öffentlich genutzten Gebäuden werden können.

Mit den Bilder der Katastrophe von 1996 vor Augen wird verständlich, wieso Planungsfehler beim Brandschutz dazu führen konnten, dass die zuständigen Ämter dem Prestigeprojekt BER die Betriebsgenehmigung verweigerten.

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